Die Geleitflottillen waren deutsche Flottillen der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.

Mit der Aufstellung der 1. und 2. Geleitflottille wurde 1935 die ersten sogenannten F-Boote als Flottenbegleiter in den Dienst gestellt. Mit den Flottenbegleitern F 7 bis F 10 waren Boote der Geleitflottille beim Überfall auf Polen im September/Oktober 1939 eingesetzt.

1. Geleitflottille (1) Am 1. Oktober 1935 wurde aus der 2. Minensuchhalbflottille die 1. Geleitflottille aufgestellt. Die Unterstellung erfolgte unter der Führer der Minensuchboote.

Der 1. Geleitflottille (1) wurden die F-Boote F 1, F 2, F 5, F 6, F 9 und F 10 zugeteilt. Die Zuordnung der Flottenbegleiter wechselte zwischen der 1. und 2. Geleitflottille. So hatte die 1. Geleitflottille 1936 F 8 als Führungsboot und F 6, F 7, F 9 (M 126) und F 10 (M 61) zugewiesen. Standort der Flottille war Kiel. Flottillenchef wurde Korvettenkapitän S. Weiß. Im Oktober 1937 übernahm Friedrich-Wilhelm Pindter die Führung der Flottille, welcher nach der Auflösung der 1. Geleitflottille (1) die daraus entstandene Geleitflottille übernahm. Später wurde die 1. Geleitflottille ein zweites Mal aufgestellt.

2. Geleitflottille (2) Der 2. Geleitflottille wurden die F-Boote F 3, F 4, F 7 und F 8 zugeteilt. Die Zuordnung der Flottenbegleiter wechselte zwischen der 1. und 2. Geleitflottille. So hatte die 2. Geleitflottille 1936 F 2 als Führungsboot und F 1, F 3, F 4 und F 5 zugewiesen. Standort der Flottille war Kiel. Die Unterstellung erfolgte unter der Führer der Minensuchboote. Flottillenchef wurde Korvettenkapitän Ernst Lucht. Lucht blieb bis Oktober 1937 in dieser Position und wurde dann durch Korvettenkapitän Karl Weniger, welcher bis zur Auflösung der Flottille Anfang Oktober 1938 Chef der Flottille blieb, ersetzt. Später wurde die 2. Geleitflottille ein zweites Mal aufgestellt.

Geleitflottille

Flottillengeschichte Am 1. Oktober 1938 wurde durch die Zusammenlegung der 1. und 2. Geleitflottille die Geleitflottille gebildet und bis zur Auflösung im März 1940 für Geleitaufgaben in der Nordsee eingesetzt. Die Unterstellung erfolgte unter den Führer der Minensuchboote Ost.

Boote der Flottille F 1 (bis April 1939, dann später als TF-Boot zur 25. U-Boots-Flottille), F 2, F 3, F 4 (bis 1939, dann Versuchsboot), F 5, F 7, F 8, F 9 (bis zum Untergang Mitte Dezember 1939), F 10 Ein Teil der F-Boote kamen im April 1945 zur 5. Geleitflottille.

Flottillenchefs Fregattenkapitän Friedrich-Wilhelm Pindter: von der Aufstellung bis Dezember 1939 (†)Pindter kam Ende 1939 ums Leben und wurde postum zum Kapitän zur See befördert. Kapitänleutnant Hagen Küster: von Januar 1940 bis zur Auflösung

1. Geleitflottille (2)

Flottillengeschichte Die 1. Geleitflottille wurde im März 1944 ein zweites Mal aufgestellt. Als Aufgabe hatte sie den Geleitdienst, Aufklärungen und Minenunternehmen in der Adria. Der Flottille wurden u. a. ein ehemaliger italienischer Zerstörer, das Typschiff der Dardo-Klasse, zugeteilt. Zu den insgesamt 13 Schiffen, kamen noch sieben Wachboote. Der Einsatz der Flottille erfolgte unter der neu aufgestellten 11. Sicherungs-Division.

Ab dem 1. März 1945 wurde die 1. Geleitflottille (2) in die 9. Torpedoboot-Flottille überführt.

Boote der Flottille TA 31 (ex ital. Dardo) TA 32 (ex jugosl. Dubrovnik, ex ital. Premuda) TA 33 Corsaro II (ex ital. Zerstörer der Soldati-Klasse) TA 37 Gladio TA 38 Spada TA 39 Daga TA 40 Pugnale TA 41 Lancia TA 42 Alabarda TA 43 (ex jugosl. Beograd, ex ital. Sebenico) TA 44 (ex. ital. Antonio Pigafetta) TA 45 Spica TA 46 Fionda G 101 Nazario Sauro G 102 Jadera G 103 Grado G 104 Salvore G 105 F 149 G 106 San Giorgio G 107 Elettra

Flottillenchefs

Korvettenkapitän d. R. Friedrich-Wilhelm Thorwest: von der Aufstellung bis Juli 1944, vormals Kommandant von TA 22, dann Chef der 2. Geleitflottille (2) Fregattenkapitän Friedrich-Karl Birnbaum: von Juli 1944 bis Februar 1945, vormals Chef der Donauflottille, der 2. Geleitflottille (2) und anschließend Chef der 9. Torpedoboot-Flottille

2. Geleitflottille (2)

Flottillengeschichte Die 2. Geleitflottille wurde im März 1944 ein zweites Mal aufgestellt und wurde für Geleit- und Sicherungsaufgaben und zur U-Bootjagd in der Adria eingesetzt. Einsatzhäfen waren Fiume und Pola. Mit der Aufstellung kamen fünf TA-Boote, ehemalige italienische Torpedoboote, und acht Geleitbooten, dem sogenannten Tintenfischverband, zur Flottille. Der Tintenfischverband existierte nur bis Ende April 1944. Der Einsatz der Flottille erfolgte unter der neu aufgestellten 11. Sicherungs-Division.

Die 2. Geleitflottille wurde im Februar 1945 zur 9. Torpedoboot-Flottille umbenannt und unter die Führung des ehemaligen Chefs der Flottille, Fregattenkapitän Friedrich-Karl Birnbaum, gestellt.

Boote der Flottille TA 20 (ex Audace), gesunken am 1. November 1944 TA 21 (ex Insidioso) TA 22 (ex Giuseppe Missori), schwer beschädigt am 25. Juni 1944 TA 35 (ex Giuseppe Dezza), gesunken am 17. August 1944 TA 36 (ex Stella Polare) G 202 Jadera, ab 16. Dezember 1944 von der jugoslawischen Marine zurück übernommen G 205

Tintenfischverband Der sogenannte Tintenfischverband wurde 1943/44 aus den Geleitbooten G 231 bis G 237 als verdeckt operierender Verband von Artillerie-Küstenmotorschiffen eingerichtet. Die Aufgabe des Verbands bestand in der Bekämpfung von Partisanen in der Adria als sogenannte Partisanen–Fallen.

Am 27. April 1944 kam die A (Anton) ex Bianca Stella, ein weiteres Schiff des Verbandes, in der Bucht von Sveti Nikola in einem Hinterhalt und wurde durch die jugoslawischen Partisanenboote PC 3 und PC 4 erobert. Nach diesem Misserfolg und aufgrund der eingeschränkten Mittel wurde der Verband anschließend aufgelöst.

Schiffe des Verbands: G 231 Dora ex Benvenuto Cellini G 232 Gustav ex Vicentrice G 233 Jot ex Elka G 234 Paula ex Papalina G 235 Max ex Sardina G 237 Viginia ex SYR 669

Flottillenchefs Kapitänleutnant Hans Hoffmann: von der Aufstellung bis Juni 1944 mit der Führung beauftragt, Kommandant von TA 22 Fregattenkapitän Friedrich-Karl Birnbaum: Juni/Juli 1944, anschließend Chef der 1. Geleitflottille (1) Korvettenkapitän d. R. Friedrich-Wilhelm Thorwest: von Juli 1944 bis November 1944, vorher Chef der 1. Geleitflottille (1) Korvettenkapitän Walter von Hansmann: von November 1944 bis zur Auflösung, vorher Chef der 3. Sperrbrecherflottille

3. Geleitflottille (1)

Flottillengeschichte Die 3. Geleitflottille wurde im März 1943 aufgestellt und wurde für Geleitaufgaben im Tyrrhenischen Meer, um Sizilien und im Transfer nach Afrika eingesetzt. Der 3. Geleitflottille wurden vier ehemalige italienische Torpedoboote (TA 23 bis TA 26) und vier ehemalige französische Boote zugeteilt. Zur 3. Geleitflottille gehörte ab Mai 1943 auch die sogenannte Minenschiffgruppe Westitalien. Im August 1943 kamen nach der Auflösung der 4. Geleitflottille (1) von dort noch drei ehemalige italienische bzw. französische Boote hinzu.

Ab dem 2. Juni 1943 unterstand die Flottille, wie auch die 4. Geleitflottille, dem Deutschen Marinekommando Italien und wurde bei der 7. Sicherungs-Division eingesetzt. Die Minenschiffgruppe Westitalien, ab Februar 1944 unter der Führung von Korvettenkapitän d. R. Hermann Boekholt, wurde in die 13. Sicherungsflottille überführt und die 3. Geleitflottille im darauffolgenden Monat aufgelöst. Später wurde die 3. Geleitflottille ein zweites Mal aufgestellt.

Boote der Flottille TA 23 (ex Impavido), zur 10. Torpedoboot-Flottille, gesunken am 25. April 1944 TA 24 (ex Arturo), zur 10. Torpedoboot-Flottille, gesunken am 18. März 1945 TA 25 (ex Intrepido) TA 26 (ex Ardito) SG 10 (ex Felix–Henri) SG 11 (ex Alice Robert) SG 13 (ex Cyrnos) SG 15 (ex Rageot de la Touche) TA 9 (ex frz. Bombarde, ex ital. FR 41), von der aufgelösten 4. Geleitflottille TA 11 (ex frz. L’Iphigénie, ex ital. FR 43), von der aufgelösten 4. Geleitflottille TA 12 (ex frz. Baliste, ex ital. FR 45), von der aufgelösten 4. Geleitflottille

Minenschiffgruppe Westitalien Brandenburg ex Kita (französisch): von Mai 1943 bis September 1943 Pommern ex Belain d'Esnambuc (französisch): von Mai 1943 bis Oktober 1943 Juminda ex Elbano Gaspari: ab September bis zur Versenkung im Oktober 1943 Kehrwieder ex Crotone (italienisch): von Oktober 1943 bis Mai 1944 Oldenburg ex Garigliano (italienisch): ab November 1943 Niedersachsen ex Guyane (französisch): von Dezember 1943 bis zur Versenkung im Februar 1944 Dietrich von Bern ex Mazara: ab April 1944 La Nymphe, ab Mai 1944 als Ersatz für die Niedersachsen Im Februar 1944 wurde die Minenschiffgruppe Westitalien eigenständig und bildete im Juni 1944 die 13. Sicherungsflottille. Der Führer der Minenschiffgruppe Westitalien, Korvettenkapitän d. R. Hermann Boekholt, übernahm auch bis Juni 1944 die 13. Sicherungsflottille.

Flottillenchefs Korvettenkapitän d. R. August Kramer: von der Aufstellung bis September 1943, später Chef der 61. Vorpostenflottille und des 1. Küstensicherungsverbands Korvettenkapitän d. R. Burkhard Heye: von September 1943 bis zur Auflösung, vormals Kommandant der 12. U-Jagd-Flottille und der 4. Vorpostenflottille

3. Geleitflottille (2)

Flottillengeschichte Die 3. Geleitflottille (2) wurde im Dezember 1944 ein zweites Mal aufgestellt. Hierfür wurde die HS-Flottille Venedig herangezogen. Die Flottille wurde im Rahmen der 11. Sicherungs-Division eingesetzt und hatte Geleit-, Sicherungs- und Vorpostenarbeiten in der Adria durchzuführen. Mit der Aufstellung kamen zehn Geleitboote zur Flottille, wobei zwei davon Flugbetriebsboote waren.

Die 3. Geleitflottille (2) bestand bis Kriegsende.

Boote der Flottille

G 310 Medea G 311 Daino G 312 Trau ex Trogir G 320 Duca ex Gabriele Ferretti G 321 Ebe G 322 Orata G 323 G 331 Fl.B 426 G 332 Fl.B 427 G 335

Flottillenchefs

Kapitänleutnant z. V. Hans Henning von Cossel: von der Aufstellung bis Februar 1945 Kapitänleutnant d. R. Paul Wienbeck: von Februar 1945 bis zur Auflösung, vorher Wachoffizier und Kommandant bei der Flottille

4. Geleitflottille (1)

Flottillengeschichte Die 4. Geleitflottille wurde im März 1943 in La Spezia aufgestellt und wurde für Geleitaufgaben im italienischen Küstengewässern und im Transfer nach Sizilien eingesetzt. Mit der Aufstellung kamen vier ehemalige italienische bzw. französische Boote und ein ehemaliges französisches Boot zur Flottille.

Ab dem 2. Juni 1943 unterstand die Flottille, wie auch die 3. Geleitflottille (1), dem Deutschen Marinekommando Italien und wurde bei der 7. Sicherungs-Division eingesetzt.

Im August 1943 wurde die 4. Geleitflottille aufgelöst. Später wurde die 4. Geleitflottille ein zweites Mal aufgestellt.

Boote der Flottille TA 9 (ex frz. Bombarde, ex ital. FR 41), nach der Auflösung zur 3. Geleitflottille (1) TA 10 (ex frz. La Pomone, ex ital. FR 42), Ende September 1943 gesprengt TA 11 (ex frz. L’Iphigénie, ex ital. FR 43), Kommandant war Kapitänleutnant/Korvettenkapitän Konrad Loerke, nach der Auflösung zur 3. Geleitflottille (1) TA 12 (ex frz. Baliste, ex ital. FR 45), nach der Auflösung zur 3. Geleitflottille (1) SG 13 (ex Matelot Leblanc)

Flottillenchef Kapitän zur See Gerhard von Kamptz: von der Aufstellung bis zur Auflösung

4. Geleitflottille (2)

Flottillengeschichte Die 4. Geleitflottille wurde im April 1945 ein zweites Mal aufgestellt und wurde für Geleitaufgaben in der Ostsee eingesetzt. Hauptaufgabe der Transporte waren dabei der Rücktransport von Truppen und Zivilisten aus dem Osten und aus dem Kurland. Mit der Aufstellung kamen fünf ehemalige Torpedoboote aus dem Ersten Weltkrieg und drei ehemalige polnische Minensuchboote zur Flottille.

Die 4. Geleitflottille bestand bis Kriegsende.

Boote der Flottille T 139, T 151, T 155, T 156, T 198 TFA 7 (ex poln. Mewa) TFA 8 (ex poln. Rybitwa) TFA 11 (ex poln. Czajka)

Flottillenchef Kapitänleutnant Horst Rixecker: von der Aufstellung bis zur Auflösung

5. Geleitflottille