mini|Die Chiesa di Sant’Isepo am Campo Sant’Isepo von den gleichnamigen Fondamenta aus gesehen, fotografiert 2012 mini|Francesco Albotto: San Giuseppe di Castello, etwa 1745 (rechts im Vordergrund San Nicolò di Castello) mini|Paolo Veronese: Die Anbetung der Hirten, Öl auf Leinwand, 375 mal 182 cm, entstanden 1582/83 mini|links|Zugeschütteter Kanal (rio terà) nahe der Kirche Sant’Isepo, auch San Giuseppe di Castello genannt, ist eine im Osten von Venedig, im Sestiere Castello gelegene römisch-katholische Kirche, deren Patron seit 1543 Josef von Nazaret ist.
Geschichte Die Kirche wurde auf den am 25. Juni 1512 erfolgten Beschluss des Senats als Kirche der benachbarten Augustinerinnen wohl in den 1520er Jahren errichtet. 1543, so heißt es in einer Inschrift nahe dem Eingang, wurde die Kirche dem Namensheiligen geweiht.Dort heißt es: „A Dio alla Vergine Maria alla Patria nell’anno 1543 consacrato.“ Zuletzt wurde die Kirche Mitte des 16. Jahrhunderts umgebaut, im Kloster lebten etwa 50 Nonnen. Bis 1801 verblieb die Kirche beim Augustinerorden.
Nach der Aufhebung des Ordens und des Klosters im Jahr 1801 unterhielt der Salesianerorden ab 1880Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 49. die Kirche, die als Reliquie das Herz des Franz von Sales aus Frankreich mitbrachten. Als die Salesianer ihren Sitz 1912 nach Treviso verlegten (und die besagte Reliquie dorthin mitnahmen), schenkten sie das Gebäude der Stadt Venedig.
Das Gebäude wurde als Gemeindekirche umgewidmet und kirchenrechtlich bis 1923 der Basilika San Pietro di Castello unterstellt. Von 1923 bis 1966 war es Pfarrkirche – Pfarrer waren Don Antonio Vianello (1923–1929), Don Gino Spaventa, Don Luigi Moro (1929–1956) und Don Giorgio Bagagiolo (1956–1966) – und wurde schließlich 1966 den Salesianern Don Boscos überantwortet.
Begraben wurde in der Kirche der Doge Marino Grimani, der 1605 starb. Seine Familie hatte bereits in den 1560er Jahren für den Bau des Hauptaltars gesorgt.
Literatur Antonio Manno, Massimo Venchierutti, Piero Codato: Venedig. National Geographic, 2004, S. 219 f. Paolo Rizzo: San Giuseppe di Castello, Guida, Notizie storiche, archive.org, 22. Dezember 2024. Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 150 f. Wladimir Timofiewitsch: Quellen und Forschungen zum Prunkgrab des Dogen Marino Grimani in S. Giuseppe di Castello zu Venedig. In: Mitteilungen des Kunsthistorischen Institutes in Florenz. 11 (1963), S. 33–54 (online). Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 109 f. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 49 f. (Digitalisat)
Weblinks
Furlanetto, Versetti da cantarsi nella vestizione di monache in San Giuseppe di Castello, Oxford University Press
Anmerkungen
Kategorie:Weltkulturerbe Venedig und seine Lagune Isepo Joseph Kategorie:Josefskirche