mini|Ulrichskirche Weissach Die evangelische Ulrichskirche ist Teil der Kirchenburg Weissach in Weissach, einer Gemeinde im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Leonberg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Namensgeber der Kirche ist Ulrich von Augsburg.

Geschichte mini|Innenraum (während Renovation) 1254 wurde bereits eine Kirche in Weissach erwähnt, deren Kirchensatz die Herren von Enzberg hatten. 1360 wurde sie dem Kloster Maulbronn geschenkt.

Das um 1500 errichtete Langhaus und der freistehende Glockenturm, ein Kirchturm einer ursprünglichen Wehrkirche, sind Teil des Gebäudekomplexes der Kirchenburg Weissach. Es wird davon ausgegangen, dass bereits ein romanischer Vorgängerbau existierte.Dagmar Zimdars [Bearb.]: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Baden-Württemberg I. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1993, ISBN 3-422-03024-7, S. 848.

1534 wurde die Ulrichskirche im Zuge der Reformation in Württemberg evangelisch.

Zwischen 1598 und 1618 wurde der Bau verändert, dazu kamen Anbauten wie die Sakristei von 1601 und das Südportal von 1618. 1810 wurde der Chor des Langhauses erweitert.

Der Kirchturm wurde 1756 mit einem Geschoss aufgestockt, das die Turmuhr und den Glockenstuhl mit vier Kirchenglocken beherbergt, und mit einem achtseitigen Knickhelm bedeckt.

1910 erfolgte eine Renovierung der Kirche unter der Leitung von Heinrich Dolmetsch. Bei einer weiteren Renovierung im Jahr 2020 wurde eine neue Heizung eingebaut, die Technik erneuert und ein Tauffenster neu eingebaut.

Wandmalereien mini|Luther und der Schwan (verpackt während der Renovierung) Bei der Restaurierung im Jahr 1960 wurden Wandmalereien im Innenraum des Langhauses freigelegt. Eines davon zeigt Martin Luther mit einem Schwan, einem bekannten Motiv, das der evangelische Pfarrer von Weissach, Johann Jakob Steinweg, zwischen 1714 und 1723 wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum von 1717 stiftete.

Auf der Südwand, links neben Luther, befinden sich einige gelb umrahmte, wohl gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstandene Bibelszenen:

Sündenfall Cherub als Paradieswächter Jakobs Kampf Gethsemane

Gegenüber auf der Nordwand sind über der Empore die ebenfalls mit einem gelben Rahmen versehenen Figuren der Apostel Paulus und Petrus zu sehen. In der Laibung des ersten Südfensters ist Johannes mit dem Lamm dargestellt.

Orgel mini|Orgel (verpackt während der Renovierung) 1951 baute die Orgelbaufirma Weigle in ein historisches Orgelgehäuse eine Orgel mit 13 Registern ein.

Glocken GlockeNameGlockengießerGussortGussjahrGewichtSchlagtonInschriftI.TotenglockeBachertHeilbronn19741185 kgf´Christus spricht: Wer an mich glaubt, der wird leben. Joh. 11, 25II.BetglockeGottlieb Jacob RechlenStuttgart1737637 kgas´Campana haec fusa est pro villa Weissach 1737III.KreuzglockeKurtzStuttgart1952476 kgb´Deine Toten werden leben. Dem Gedächtnis der Toten beider Weltkriege gewidmet. Weissach 1914-1918 und 1939-1945IV.Taufglockeunbek. Gießer13./14. Jhdt.380 kgc´´Christus-Monogramm und die Namen der vier Evangelisten in Majuskeln

Literatur

Weblinks

Ulrichskirche auf der Website der Kirchengemeinde Kirchbaudatenblatt Geläut der Ulrichskirche auf YouTube

Einzelnachweise

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