Tías ist eine der sieben Gemeinden der Kanareninsel Lanzarote und liegt im Südosten der Insel.
Einwohner In der Gemeinde wohnen (Stand: ) dauerhafte Bewohner und 22.485 Gäste bzw. Touristen im Jahr (Stand 2014),Población total de Lanzarote según municipio (2014). In: DatosDeLanzarote.com. der gleichnamige Hauptort hat 5.319 Einwohner. Die größte Ortschaft ist jedoch Puerto del Carmen (bei den Einheimischen auch La Tiñosa genannt). Die Gemeinde, die 1981 noch weniger als 3.500 Einwohner gezählt hatte, erreichte 1995 erstmals 10.000 Einwohner und hat deren Anzahl seitdem verdoppelt. Evolución histórica de la Población de Lanzarote según municipio (1768–2014). In: DatosDeLanzarote.com.
Geschichte Die erste bekannte urkundliche Erwähnung von Tías als Siedlung stammt vom 10. Februar 1736. In einer notariellen Urkunde werden Gaspar de Mesa und Juan Miguel als Einwohner von Tías („vecinos de Tías“) bezeichnet.
Dem aus Lanzarote stammenden Autor Agustín de la Hoz zufolge wurde Tías Ende des 15. Jahrhunderts als Besitz für Tanten („Tías“) des Gouverneurs Alonso Fajardo gegründet und daher „Tías de Fajardo“ genannt. Diese These ist jedoch umstritten, da entsprechende historische Quellen fehlen und der Ort vor dem 18. Jahrhundert nicht dokumentiert ist.
In dem der Gemeinde zugehörigen Tal La Vega de Tegoyo befinden sich Herrenhäuser im alten Kolonialstil, wie beispielsweise die Casa Pereyra.
Politik Politisch ist die Gemeinde seit der Wahl 2011 dominiert vom konservativen Partido Popular, der im Gemeinderat acht der 17 Sitze innehatte und den Gemeindevorsteher José Francisco Hernández stellte. Bei der Wahl im Mai 2015 konnte die PP ihre dominierende Stellung kaum verändert halten und hat weiterhin acht Sitze im Gemeinderat, während die sozialdemokratische PSOE von sieben auf vier Mandate schrumpfte und Nueva Canarias erstmals zwei Sitze erobern konnte. In: Elecciones Locales 2015 (Website des spanischen Innenministeriums).
Kunst und Literatur mini|links|El Taller de Arte mini|Eberhard Bosslet: Begleiterscheinung XI (2008), ein Projekt in El Taller de Arte In El Taller de Arte (dt. Kunstwerkstatt) nahe dem Dorf Conil finden seit 2002 regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, Performances, Lesungen und Konzerte statt.
Der portugiesische Dichter José Saramago zog 1993 unter Protest nach Tías, nachdem die konservative portugiesische Regierung Caraco Silva seinen Roman Das Evangelium nach Jesus Christus (1991) wegen der angeblichen Verletzung religiöser Gefühle von der Nominierungsliste für einen Buchpreis hatte streichen lassen. Er lebte und arbeitete hier bis zu seinem Tod 2010.
Orte der Gemeinde Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2007. Puerto del Carmen (10.315) Tías (5.319) Macher (982) La Asomada (831) Masdache (335) Conil (303) Vega de Tegoyo (178)
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Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Afrika