Maria „Marika“ Zagorisiou (, * 1921 in Kavala; † 2013 in Athen) war eine griechische Architektin, Bauforscherin und Autorin.
Biografie Sie besuchte das Praktische Lyzeum von Kavala in den Jahren 1932 bis 1938. Danach legte sie die Aufnahmeprüfungen an der Ethnikon Metsovion Polytechnion School of Architecture erfolgreich ab und ließ sich mit 17 Jahren in Athen nieder. Als Absolventin von 1943 war sie eine von zwölf Frauen, die seit der Gründung der Schule dort ihren Abschluss gemacht hatten., lifo.gr, abgerufen am 7. April 2024. Sie studierte bei Anastasios Orlandos und Dimitris Pikionis. Während ihres Studiums arbeitete sie bereits als Assistentin von Kostas Biris in der Stadtverwaltung von Athen, wo sie die neoklassizistischen Gebäude Athens kartierte und in Grafiken darstellte. Ihre Zeichnungen sind im Buch („Athen des Klassizismus“) von Heinz Johannes und Kostas H. Biris mit einführenden Texten von Manos G. Biris (Nachdruck 2009), Verlag Melissa, abgerufen am 7. April 2024. enthalten. Außerdem hatte sie als Studentin von Dimitris Pikionis für die Nationalstiftung () und die Vereinigung Hellenische Volkskunst () bei der Erstellung der Bände („Villen von Kastoria“) und („Häuser von Zagora“) mitgewirkt. Nach ihrem Studium war sie für das Ministerium für öffentliche Arbeiten und das stellvertretende Ministerium für Wiederaufbau tätig., Digital Archive of Greek Female Architects 1923–1981 (griechisch), abgerufen am 7. April 2024. Mit ihrem Ehemann, dem Architekten Georgios N. Giannoullelis, dokumentierte sie während der Besatzung Griechenlands traditionelle Gebäude auf Lesbos.Vernacular architecture of Greece, grhomeboy.wordpress.com, 27. Mai 2006, abgerufen am 7. April 2024.
Zwischen 1951 und 1956 arbeitete sie für die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (, EOT). Dort errichtete sie die Hotels des von Charalambos Sfaellos geleiteten Xenia-Programms in Kastoria und Argostoli sowie das Touristen-Periptero in Edipsos. Das Xenia-Hotel in Kastoria wurde später umgenutzt und dient der Erweiterung des Byzantinischen Museums von Kastoria.Sofia Zouzeli: („Das ‚Xenia‘ wurde für die Erweiterung des Byzantinischen Museums von Kastoria freigegeben“), ertnews.gr, 26. März 2021, abgerufen am 7. April 2024.
Während ihrer Tätigkeit im Ministerium für Wiederaufbau lernte sie Konstantinos A. Doxiadis kennen, für den sie ab 1955 bis 1975 arbeitete. Sie bearbeitete Projekte der Raumplanung, des Wohnungsbaus, der Stadtplanung sowie Planungsstudien unter anderem in Griechenland, im Irak, in Pakistan und Sambia. Ab 1969 war sie Leiterin des Athener Wohnzentrums () und verantwortlich für das Forschungsprojekt über antike griechische Städte, das in 24 Bänden veröffentlicht wurde. Gleichzeitig beforschte sie die Architektur von Kreta und Lesbos.
mini|Dimitsana (2022) Von 1975 bis 1986 arbeitete sie erneut für die EOT. Zwischen 1979 und 1982 war sie Leiterin der Abteilung für traditionelle Siedlungen. Im Programm zur Umnutzung typischer regionaler Gebäude in Gästehäuser der EOT wählte sie die geeigneten Gebäude aus, die anschließend denkmalgerecht restauriert wurden. Dazu gehörten die Häuser in Dimitsana.
Aus ihrer lebenslangen Forschung gingen drei Bücher hervor: Traditional architecture of Lesvos („Traditionelle Architektur von Lesbos“, 1995), Folk architecture in Crete („Traditionelle Architektur auf Kreta“, 1996) und Traditional Architecture of Dimitsana – Survey and proposals for restoration and development („Traditionelle Architektur von Dimitsana – Übersicht und Vorschläge zur Restaurierung und Entwicklung“, 1997). Das Buch von 1996 beschäftigt sich mit Architektur im ländlichen Kreta, die im Jahr 1945 von Marika Zagorisiou dokumentiert wurde, während sie in der Abteilung für Raumplanung und Städtebaustudien des Ministeriums für öffentliche Arbeiten beschäftigt war. Sie bilanzierte damals die Schäden des Krieges und der deutschen Besatzung. Ihre Aufzeichnungen umfassen hauptsächlich Siedlungen in den Provinzen Agios Vasilios und Pyrgiotissa im Regionalbezirk Rethymnon und einige im Bezirk Iraklio. Ihre „groben“ Handskizzen „mit Chinatinte und Feder auf Zigarettenpapier“ bewahrte sie in einer Schublade auf, bis sie ausgewertet und veröffentlicht wurden.Zagorissiou Gr. Maria: / Folk architecture in Crete, Benaki-Museum, abgerufen am 7. April 2024. Die Bände über Kreta und Dimitsana wurden 1998 von der Akademie von Athen auf Vorschlag von Pavlos Mylonas ausgezeichnet.
Das Archiv von Zagorisiou mit ihren Beschreibungen, Fotografien, Zeichnungen, Kommentaren und Notizen befindet sich heute im ANA (Archiv für neohellenische Architektur) des Benaki-Museums.Benaki's New Wing Provides a Valuable Repository of Historical Data, helleniccomserve.com, abgerufen am 7. April 2024. Ihr Leben und Werk waren 2021 Teil der Ausstellung „Frau Architekt“ des Goethe-Institut.Maro Vasiliadou: Exhibition pays tribute to women in architecture, ekathimerini.com, 19. Mai 2021, abgerufen am 7. April 2024. Zur 8. Ausgabe des Tages des italienischen Designs wurde 2024 die Ausstellung „Buone Nuove/Good News“. Women Changing Architecture, initiiert vom italienischen Außenministerium in Zusammenarbeit mit dem MAXXI – Museo nazionale delle arti del XXI secolo, im Byzantinischen und Christlichen Museum gezeigt. Neben den Griechinnen Elli Nikolaidou Vassilikiotis, Anastasia Tzakou und Alexandra Paschalidou-Moreti wurde die Architektin Marika Zagorisiou präsentiert.Buone Nuove: Women Changing Architecture, Griechisches Institut für Architektur, abgerufen am 7. April 2024.
Bauten und Projekte (Auswahl) 1951–1952: EOT-Touristenkiosk in Edipsos, Euböa 1953: Einfamilienhaus für Michalis und Arginis Goutou, Kifisia Attika 1953: Xenia von Kastoria, „vom See“, mit Charalambos Sfaellos 1955: Xenia Kefalonia „Ainos“ in Argostoli, mit Charalambos Sfaellos und Spanos Kostas 1955: Wohnprojekt in Bagdad, Irak (im Rahmen ihrer Arbeit für Konstantinos Doxiadis) 1961–1962: Wohnkomplex weißer Häuser, Ormos Antikyron, Bezirk Voiotia 1963: Vorstudie zu städtischen Schlachthöfen in Lamia 1964: Kinderspielplatz von Ioannina 1975: Hotel in Nouadhibou, Mauretanien 1985: Grenzstation Ormenio, griechisch-bulgarische Grenze
Schriften (Auswahl) mit G. Giannouleli: – Traditional architecture of Lesvos, Hrsg.: (TEE), 1995, ISBN 960-7018-52-4 – Folk architecture in Crete, Hrsg.: Benaki-Museum, 1996, ISBN 960-85160-8-0 – Traditional Architecture of Dimitsana – Survey and proposals for restoration and development Hrsg.: Benaki-Museum, 1997, ISBN 960-8452-44-9
Literatur („Erhaltung und Entwicklung traditioneller Siedlungen. Das EOT-Programm (1975–1992)“), Hrsg.: EOT, Athen, 1991. Ioannis Liapis, („Archiv für moderne griechische Architektur“): („Systematische Erfassung und Bewertung des Beitrags von Architekten zur Produktion der gebauten Umwelt in Griechenland, Forschungsprojekt, Nationale Technische Universität, Abteilung für Architekturingenieurwesen, Phase I: Arbeitsbuch des Griechischen Architekten mit Abschluss bis 1960)“, Hrsg.: Nationale Technische Universität Athen, Fakultät für Architektur, Athen, 1993. („Kollektiv: Konstantinos Doxiadis und seine Arbeit“), Hrsg.: , 2009. Kostas Katsigiannis: („Marika Zagorisiou wurde 1951 zum ersten Mal in die EOT berufen“), / AMG Architecture Modernism Greece, 8. Mai 2021.
Weblinks : , Nachruf, griechisch, kathimerini.gr, 8. Februar 2014.
Einzelnachweise
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