mini|Reichenweier mit beiden Kirchen

Margaretenkirche (französisch: Église Sainte-Marguerite) ist der Name zweier benachbarter Kirchenbauten der römisch-katholischen bzw. der evangelisch-lutherischen Konfession in Riquewihr (deutsch: Reichenweier), einer Gemeinde im französischen Département Haut-Rhin im Elsass.

Geschichte Eine der Heiligen Margareta von Antiochia geweihte romanische Kirche bestand in Reichenweier seit dem 12. Jahrhundert. 1534 führte Herzog Georg von Württemberg-Mömpelgard das reformierte, 1559 Herzog Christoph von Württemberg das lutherische Bekenntnis ein. Nach dem Reunionskrieg (1683–1684) diente die Margaretenkirche bis 1845 als Simultankirche beider Konfessionen. In diesem Jahr errichtete die katholische Kirchengemeinde in unmittelbarer Nähe ihr eigenes Kirchengebäude, im nächsten Jahr folgte, nach Abbruch der mittelalterlichen Kirche, die evangelische Kirchengemeinde mit ihrem Kirchenneubau. Gemeinsame Architekten beider Gotteshäuser waren Jean-François Giroy und François Louis Laubser.

Mittelalterliche Margaretenkirche mini|Die ehemalige Marienkirche Zusammen mit der im frühen 14. Jahrhundert von Ulrich III. von Württemberg gestifteten Marienwallfahrtskirche und einer dem Heiligen Erhard von Regensburg gewidmeten Hospitalskapelle, die beide während der Reformation säkularisiert und als Pfarrhaus umgebaut wurden, bildete die mittelalterliche Margaretenkirche Teil einer Kirchenfamilie in der Rue des Trois Églises („Straße der drei Kirchen“). Die Margaretenkirche war zunächst als romanische Chorturmkirche mit einschiffigem Langhaus errichtet und später um einen gotischen Chorbau erweitert worden. Der Turm selbst erhielt im ausgehenden Mittelalter einen mit Ecktürmchen versehenen Steilhelm.

Orgel Im Jahr 1609 erhielt die Margaretenkirche eine Orgel des Freiburger Orgelbauers Hans Houdt. Sie wurde 1783 durch ein Instrument von Christian Langes ersetzt.Pie Meyer-Siat und Alfred Reichling: Christian Langes, Orgelmacher von Uffholtz (1730–1790). In: Acta Organoligica 16, 1982, S. 35–64.

Evangelische Margaretenkirche mini|hochkant|Evangelische Margaretenkirche mini|Innenraum der Evangelischen Margaretenkirche Die Evangelische Margaretenkirche wurde als klassizistischer Kirchenbau mit integriertem, in der Fassade risalitartig vortretender Turm mit Laternenaufsatz errichtet. Der Innenraum ist als eine Emporenhalle konzipiert. In protestantischer Tradition ist sie mit einem Kanzelaltar ausgestattet, darüber ist auf der Empore über der Sakristei die Orgel aufgestellt.

Orgel Nachdem zunächst die Übernahme der barocken Orgel des Vorgängerbaus in den Kirchenneubau geplant gewesen war, erhielt die Kirche 1853 eine Orgel des Orgelbauers Joseph Stiehr unter Verwendung des historischen Prospekts mit der Disposition: Geschichte und Disposition der Orgel Positif de dos C–f3 1. Bourdon 8′ 2. Salcional 8′ 3. Flûte traversière 8′ 4. Montre 4′ 5. Flûte conique 4′ 6. Jeu céleste 4′ 7. Flageolet 2′ 8. Cromorne 8′ Grand-jeu C–f3 9. Bourdon 16′ 10. Montre 8′ 11. Bourdon 8′ 12. Flûte majeure 8′ 13. Cor des Alpes 8′ 14. Viole de gambe 8′ 15. Prestant 4′ 16. Flûte à cheminée 4′ 17. Nazard ′ 18. Doublette 2′ 19. Cornet V D 20. Fourniture IV ′ 21. Trompette 8′ 22. Basson/Hautbois 8′ Récit C–f3 23. Bourdon 8′ 24. Salcional 8′ 25. Fugara 4′ 26. Voix humaine 8′ Pédale C–f1 27. Contrebasse 16′ 28. Flûte 8′ 29. Violoncelle 8′ 30. Flûte 4′ 31. Ophicléide 16′ 32. Trompette 8′ 33. Clairon 4′ Koppeln: I/II Tremblant doux (langsamer Tremulant)

Katholische Margaretenkirche mini|hochkant|Katholische Margaretenkirche Parallel zur evangelischen Kirche wurde die von demselben Architektenbüro errichtete Katholische Margaretenkirche als flachgedeckte Saalkirche im Rundbogenstil mit einem Giebelturm erbaut, der im Kirchenraum von zwei massiven Pfeilern getragen wird. Die Apsis enthält einen einfachen Tabernakelaltar, seitlich sind der Marien- und der Josephsaltar aufgestellt.

Orgel mini|Orgel der Katholischen Margaretenkirche 1853 erhielt die Kirche ebenfalls eine Orgel des Orgelbauers Joseph Stiehr mit der Disposition:Geschichte und Disposition der Orgel‘ Manual C–f3 1. Montre 8′ 2. Salcional 8′ 3. Bourdon 8′ 4. Viole de gambe 8′ 5. Prestant 4′ 6. Flûte à cheminée 4′ 7. Fugara 4‘ 8. Doublette 2′ 9. Fourniture IV 10. Basson/Hautbois 8′ Pédale C–f0 11. Bourdon 16′ 12. Flûte 8′ 13. Flûte 4′ 14. Trompette 8′

Weblinks

Eglise protestante Sainte-Marguerite auf der Website der Gemeinde Riquewihr Eglise catholique Sainte-Marguerite auf der Website der Gemeinde Riquewihr

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Département Haut-Rhin Kategorie:Margareta-von-Antiochia-Kirche Kategorie:Kirchengebäude der Protestantischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses von Elsass und Lothringen Kategorie:Bauwerk des Rundbogenstils Kategorie:Erbaut in den 1840er Jahren Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk in Riquewihr