mini|Wappen der Grafen Matz von Spiegelfeld (1917/18) mit Grafenkrone Die Spiegelfeld (ursprünglich Matz von Spiegelfeld) waren alte Kärntner Gewerke und Beamte der innerösterreichischen Kammer. 1620 wurde ein Zweig der Matz geadelt, 1689 erhielten sie das Prädikat von Spiegelfeld. 1765 wurden sie in den Freiherrn- und 1917/1918 schließlich in den Grafenstand erhoben.Peter Wiesflecker: Die letzten steirischen Grafen…, Sonderbände der Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark, Band 25, 2000 (PDF). Die Familie besteht bis heute. Stammsitz war das Schloss SpiegelfeldSchloss Spiegelfeld., In: Ferdinand Krauss: Die eherne Mark. Eine Wanderung durch das steirische Oberland. Erster Band, Verlag Leykam, Graz 1892, S. 188. in Sankt Lorenzen im Mürztal in der Steiermark. mini|Schloss Spiegelfeld, St. Lorenzen
Geschichte Die Matz (Mätz) waren Gewerke, die um 1460 im Raum Ossiacher und Millstätter See tätig warenAnton Pantz: Die Gewerken…, Wien 1918, S. 194–197.. Die direkten Vorfahren der Familie stammen aus Malborghetto im KanaltalPeter Wiesflecker: Steirische Grafen, S. 666.. Die Brüder Johann Mätz, Hofdiener des Erzherzogs Karl II. von Steiermark, und Christoph Mätz, in österreichischen Militärdiensten, erhielten von Erzherzog Karl am 29. November 1583 einen Wappenbrief. Johann Mätz, Sohn des Christoph, war Bürgermeister zu St. Veit in Kärnten und Salzamts-Verweser zu Aussee. Durch seine Gemahlin Magdalena von Saubach kam er in den Besitz von Spiegelfeld. Am 10. Mai 1620 und 30. September 1626 wurden Johann und der kaiserliche Hof-Pfennigmeister Nikolaus Mätz in den österreichischen Adel- und am 2. November 1629 in den Ritterstand erhoben.
Johann Jacob Mätz von SpiegelfeldElisabeth Springer: Johann Jacob Mätz von Spiegelfeld. Schlosshauptmann von Laxenburg (1680–1713). In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 60, Linz 2015, S. 525–539. ()., Sohn des Nikolaus, war Schlosshauptmann in Laxenburg und erhielt am 26. Jänner 1689 das Indigenat von Ungarn. Er war mit Anna Barbara von Bretel vermählt und wurde am 2. Dezember 1719 Landmann in der Steiermark. Franz Xaver,Vgl. E. J. Jutmann: Stammbaum der Familie von Spiegelfeld, In: Ausschuss des Vereins (Hrsg.): Mittheilungen des Historischen Vereins für die Steiermark. XL. Heft, Leuschner & Lubensky, Selbstverlag, Graz 1892, S. 107. innerösterreichischer Hofkammerrat und Salzobmann zu Aussee in der Steiermark, wurde am 1. Juli 1765 in den Freiherrenstand erhoben. Aus der Ehe mit Franziska von Zehrern hatte er die Söhne Johann Nepomuk und Franz Cajetan, Johann ist der Stifter der älteren, Franz jener der jüngeren Linie.Stammbaum: Siehe Literatur Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Mitglieder des Geschlechtes dienten als Beamte und Offiziere in der k.k. Monarchie, heute sind einige Unternehmer und Politiker.
Persönlichkeiten Franz von Spiegelfeld (1802–1885), österreichischer Beamter und Politiker Markus von Spiegelfeld (1858–1943), österreichischer Beamter Matz von Spiegelfeld (1845–1923),Verheiratet mit Marie Skrbenský von Hříště (1864–1943).Vgl. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carla von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, u. a.: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A. (Uradel). 1963. Band V, Band 30 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1963, S. 368. k. u. k. Kammerherr und Generalfeldmarschall-Leutnant Georg Spiegelfeld-Schneeburg (* 1957), österreichischer Unternehmer und Politiker Johann-Philipp Spiegelfeld (* 1980), österreichischer Fernsehmoderator, Historiker und Pilot
Wappen Wappen von 1689 In Schwarz gegen ein aus spitzem rotem Dreiberg, der mit einer weißen Lilie belegt erscheint, ragt ein weißes Patriarchenkreuz, beidseitig je ein anspringender gekrönter goldener Greif. Zwei Helme: der eine mit vier Straußenfedern (weiß, rot, gold, schwarz), die Helmdecken sind rot-gold; der zweite Helm zeigt den linksstehenden Greif des Schildes, das Patriarchenkreuz mit den Vorderpranken haltend, die Decken sind rot-schwarz.
Freiherrenwappen 1765 Ein schwarzer Schild mit einer von unten bis in des Feldes Mitte aufsteigenden, dann aber quer abgeschnittenen und mit einer roten Lilie belegte weiße Spitze. Auf dieser ruht die kaiserliche Hauskrone, auf der sich ein silbernes spanisches oder Patriarchen-Kreuz gerade emporhebt; beide werden von zwei goldenen, gekrönten, an der Spitze emporsteigenden Greifen gehalten. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf der sich drei gekrönte Turnierhelme erheben. Der mittlere Helm trägt einen Busch von sieben Federn, deren 1. und 3. weiß, 2. rot, 4. und 6. gelb, 5. und 7. schwarz ist; aus der Krone des rechten Helmes wächst der goldene Greif, mit beiden Vorderpranken einen vierseitigen goldgefaßten Spiegel haltend; der linke trägt einen gleichen Greif, der das Patriarchen-Kreuz emporhält. Die Helmdecken sind durchgehend schwarz, rechts mit Gold, links mit Silber unterlegt.siehe Adelsarchiv im Österreichischen Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 577.17 und 577.18AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 577.23 mit mehreren Wappen
Grafenwappen 1917/18 Wie das Freiherrenwappen, anstatt der Freiherren- eine Grafenkrone.
Trivia Der Künstler Christian Zillner (* 1959 in Dornbirn) hat ein auf elf Bände angelegtes Versepos Spiegelfeld verfasst. Es mischt Geschichte und Fiktion eines um 900 startenden Geschlechts der „Spiegelfeld“. Bisher sind 8 Bände erschienen.Eintrag in literadio.org, 10. Mai 2015.
Literatur
Anton von Pantz: Die Gewerken im Bannkreise des Steirischen Erzberges, Wien 1918, 472 S. (Steyr.dahoam.net) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1920. Dreiundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1919, S. 917 f. (Matz von Spiegelfeld) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1939. 112. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 542 ff. ((Matz von) Spiegelfeld) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutsche Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. 114. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 470 ff.
Weblinks
Siebmacher Wappenbuch auf www.arcanum.com Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 577.17 Mätz, Niklas, kaiserlicher Hofkellerschreiber, Wappen mit Krone und Lehenartikel, 1620.05.10. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 577.18 Mätz, Johann, gewesener Münzmeister zu St. Veit, Adelsstand, Wappenbesserung, Rotwachsfreiheit, 1626.09.30. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 577.19 Matz von Spiegelfeld, Franz Xaver, innerösterreichischer Kammerrat, gewesener Salzamtmann zu Aussee, Freiherrenstand, „Wohlgeboren“, Wappenbesserung, 1765.07.01. AT-OeStA/FHKA SUS Fam.A. M-66 Matz von Spiegelfeld, Franz Xaver, gewesener Salzamtmann zu Aussee, Erhebung in den Freiherrenstand mit dem Prädikat „Wohlgeboren“, 1765.07.01. AT-OeStA/AVA Adel RAA 265.38 Matz, Franz Xaver, Freiherr von Spiegelfeld, niederösterreichischer Kammerrat und Salzamtmann, Verleihung erbländischer Freiherrenstand, "Wohlgeboren", 1765.07.01. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 577.23 Matz Freiherr von Spiegelfeld, Markus, Statthaltereirat außer Dienst, Karl, Oberst, Heinrich, Oberstleutnant in Pension, Joseph, Feldmarschallleutnant in Pension, Brüder, und Heinrich, Bezirkshauptmann in Pension, Grafenstand, 1917-1919.
Einzelnachweise
Kategorie:Österreichisches Adelsgeschlecht