Herbert Weingartner (* 15. Januar 1954 in Kirchdorf an der Krems) ist ein österreichischer Geograph und Professor im Ruhestand der Paris-Lodron-Universität Salzburg.
Leben Herbert Weingartner studierte nach Ablegung der Reifeprüfung am Bischöflich-musisch-pädagogischen Realgymnasium in Linz im Jahr 1973 und einem Studienaufenthalt 1973/74 in Kanada ab dem Jahr 1974 Geographie und Anglistik an der Universität Salzburg.Weingartner 1983, S. 4 Noch vor der Promotion wurde er Studienassistent am Institut für Geographie der Universität Salzburg an der Lehrkanzel von Helmut Riedl. Seine Dissertation bildete einen wichtigen Bestandteil des Teilprojektes „Samer Alm“, das unter der Leitung von Riedl zwischen 1973 und 1980 im Rahmen des internationalen „Man and Biosphere“-Programms durchgeführt wurde.Vorwort Helmut Riedl in Weingartner 1983, S. 5 Die Dissertation wurde im Jahr 1981 abgeschlossen und Herbert Weingartner promovierte in diesem Jahr zum Doktor der Philosophie nach der auslaufenden Philosophischen Rigorosenordnung. Die Veröffentlichung der Dissertation erfolgte in der Schriftenreihe „Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität Salzburg“ mit dem Titel „Geomorphologische Studien im Tennengebirge“.Weingartner 1983
1981 wurde er Universitätsassistent am Institut für Geographie und wurde als Nachfolger von Heinz Slupetzky mit der Lehre im Bereich Klimatologie und Klimageographie beauftragt. 1982 beauftragte ihn Riedl mit der Betreuung der Klimastationen im Bereich der Alpinen Forschungsstation Sameralm an der Südflanke des Tennengebirges sowie mit der Wartung der Forschungsstation beauftragt. Dies erforderte in den 1980er Jahren noch einen vierzehntäglichen Messstreifenwechsel bei den bis auf 2000 Meter aufgestellten Messstationen. Dies war damals im Winter bei der oft herrschenden Lawinengefahr auch eine persönliche Herausforderung.
Weingartner begleitete den im Jahr 1980 nach Salzburg auf die Lehrkanzel Geographie I berufenen Helmut Heuberger bei einer Expedition nach Nepal ins Mount-Everest-Gebiet. Heuberger war nämlich im Jahr 1954 begleitender Wissenschaftler an der erfolgreichen österreichischen Cho-Oye-Expedition unter der Leitung von Herbert Tichy und wollte nach mehreren Jahrzehnten Vergleichsstudien durchführen. Heuberger erlitt auf großer Höhe einen Schlaganfall, den er wohl nicht überlebt hätte, wenn Herbert Weingartner ihn nicht auf dem Rücken bis ins Basislager getragen hätte, von wo aus er in ein Krankenhaus transportiert werden konnte.vgl. dazu Heuberger & Weingartner 1985, Riedl 2008, S. 175
Weingartner habilitierte sich 1995 mit einer geomorphologischen Arbeit über die nordägäische Insel Thasos für das Gesamtgebiet der Geographie und war anschließend als Gastprofessor für die Sommerschule des Erasmus-Programms für Strukturgeologie und Neotektonik an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki.Riedl 2008, S. 162 Im Jahr 1998 wurde er zum außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt und von Helmut Riedl mit der Leitung der Alpinen Forschungsstation Sameralm in der Gemeinde Werfenweng beauftragt. Mit seiner Diplomandin und Mitarbeiterin Heidemarie Nagl legte er im Jahr 2000 einen Almlehrpfad an und begründete nach Veröffentlichung des Führers zum Lehrpfad eine neue Schriftenreihe mit der Bezeichnung „Landschaft und Nachhaltige Entwicklung“ am nunmehrigen Fachbereich Geographie, Geologie und Mineralogie.Nagl & Weingartner 2000 In dieser Schriftenreihe wurden zum Beispiel die Ergebnisse aus dem grenzüberschreitenden INTERREG-Projekt „Almregion Bayrisch-Salzburger Kalkalpen“ veröffentlicht.
Weingartner führte nach der Emeritierung von Helmut Riedls den Griechenland-Schwerpunkt des Fachbereichs fort und wurde im Jahr 2018 in den Ruhestand versetzt. Er ist weiterhin als Projektmitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Stadt- und Landschaftsökologie“ am Fachbereich „Umwelt und Biodiversität“ aktiv. Bei einer Veranstaltung der Innovation Salzburg GmbH im Lungau im Juni 2023 referierte er über Salzburgs Almen zwischen Tradition und Innovation.
Mitgliedschaften Österreichische Geographische Gesellschaft (ÖGG)
Schriften (Auswahl) Monografien
Buchbeiträge
Artikel in Zeitschriften
Literatur Weingartner, Herbert (1983): Geomorphologische Studien im Tennengebirge. Salzburg: (= Arbeiten aus dem Geographischen Institut der Universität Salzburg, Bd. 9), 196 S. Heuberger, Helmut; Weingartner, Herbert (1985): 1985: Die Ausdehnung der letzteiszeitlichen Vergletscherung an der Mount-Everest-Südflanke, Nepal. – In: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, Bd. 127, S. 71–80 Riedl, Helmut (2008): Rechenschaft vor Alfred Philippson. 55 Jahre gelebte Geographie. Salzburg: (= Salzburger Geographische Arbeiten, Bd. 44), 178 S. Riedl, Helmut (2021): Die Entwicklung der Geographie in Wissenschaft und Lehre seit der Wiederbegründung der Paris-Lodron-Universität Salzburg bis zur Jahrhundertwende. Wiener Neustadt: Selbstverlag H. Riedl, 204 S.
Weblinks
Herbert Weingartner im Salzburgwiki
Einzelnachweise
Kategorie:Geograph (21. Jahrhundert) Kategorie:Geograph (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Salzburg) Kategorie:Absolvent der Universität Salzburg Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Mann