Die Liste von Hotelstraßenbahnen umfasst Straßenbahnbetriebe, die speziell zur Anbindung von Hotels gebaut und betrieben wurden.

In der sogenannten Belle Époque entstanden Grand Hotels – Hotels mit besonders gehobenem Anspruch für ebensolches Publikum. Meist lagen diese Hotels in bestehenden Fremdenverkehrsgebieten, gelegentlich waren sie aber auch Ausgangspunkt neuer touristischer Entwicklungen. Oft wurden sie an landschaftlich spektakulären Orten und abseits der bisherigen Verkehrswege erbaut, womit durch die Erbauer auch die verkehrliche Anbindung berücksichtigt werden musste. Bevor dafür in sinnvollem Maße Automobile zur Verfügung standen, kam es daher weltweit gelegentlich zum Bau eigener, meist sehr kurzer und exklusiv durch Hotelgäste nutzbarer Hotelstraßenbahnen – häufig wurde damit eine Verbindung zum nächstliegenden Bahnhof hergestellt.

Viele dieser Straßenbahnen wurden mit Muskelkraft betrieben, meistens als Pferdebahn oder mit Mauleseln. Im Fall der Bahn des Victoria Falls Hotel im heutigen Simbabwe ist das Schieben der Wagen durch Menschen belegt, aus heutiger Sicht ein Fall kolonialer Ausbeutung. Bei einigen Bahnen fand die elektrische Traktion Anwendung. Durch den Siegeszug des Automobils wurden Hotelstraßenbahnen mit Ausnahme des Riffelalptrams in der Schweiz weltweit vollständig verdrängt. +BetriebSpurweiteLängeBetriebsartEröffnungStilllegungBesonderheitFrankreich / Monaco150pxZahnradbahn Monte Carlo–Riviera Palace1000 mm528 mElektrisch (550 V)Zahnradsystem Strub19031914 Einzige grenzüber­schreitende HotelstraßenbahnSchweiz150pxTramway Bellavista600 mm400 mPferdebahn18911938150pxDoldertram1000 mm637 mElektrisch18991931150pxRiffelalptram800 mm469 mElektrisch (550 V / 40 Hz)18991961Höchstgelegene Straßenbahn in ganz Europa. Bis 1961 eine der wenigen Straßenbahnen weltweit mit Drehstrombetrieb675 mAkku2001–150pxPferdebahn Mürren500 mm455 mPferdebahn18941937150pxHotelstraßenbahn Aigle CFF–Aigle Grand Hôtel1000 mm900 mElektrisch19001932Großbritannien 150pxCruden Bay Hotel Tramway1067 mm480 mElektrisch (550 V)18991940Simbabwe 150px Victoria Falls Hotel Tram 600 mm ca. 2 kmHumanbetrieb19201957Vereinigte Staaten 150px Altamonte Hotel Tram„Dixie Flyer“ ? ca. 800 mPferdebahn1883vor 1923 150px Ormond Hotel Mule Tram ? ?Pferdebahnca. 1890ca. 1910 Palm Beach Mule TramRoyal Poinciana Hotel und Breakers Hotel ? ?Pferdebahnca. 1900ca. 1927

Einige weitere Straßenbahnbetriebe dienten ebenfalls vorrangig der Anbindung von Hotels, waren aber auch für die Allgemeinheit zugänglich. Dazu zählten beispielsweise: Straßenbahn Abbazia: Sie erschloss zahlreiche entlang der Adriaküste angeordnete Hotels. Daneben diente sich auch dem normalen öffentlichen Verkehr des Küstengebietes im östlichen Istrien und wurde auch für Güter- und Postverkehr herangezogen. Tramway de Biskra à la Fontaine Chaude: Diese algerische Bahn diente der Erschließung von Bädern und eines Casinos. Die Verwendung für ein Hotel war angedacht, eine konkrete Umsetzung ist nicht nachgewiesen Strassenbahn St. Moritz: Diese Bahn besaß keinen Anschluss an den Bahnhof St. Moritz und diente daher vor allem den Kurgästen der diversen Hotels entlang der Strecke für die Fahrt zu Zielen innerhalb von St. Moritz, war aber für die Allgemeinheit ebenfalls nutzbar.Hansrudolf Schwabe: Schweizer Strassenbahnen damals. Pharos-Verlag, Basel 1976, ISBN 3-7230-0185-8, S. 110 ff. Tramway Chillon-Byron-Villeneuve: Diese später in der Tramway Vevey-Montreux-Chillon-Villeneuve aufgegangene Strecke wurde vor allem für die Gäste des seinerzeit sehr bekannten Hôtel Byron am Ufer des Genfer Sees erbaut, diente aber auch dem allgemeinen öffentlichen Verkehr.

Einzelnachweise

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