mini|GIAHS: Reisterrassen in der Provinz Ifugao (Philippinen) Die Globally Important Agricultural Heritage Systems (GIAHS) (deutsch Global wichtige Systeme des landwirtschaftlichen Kulturerbes) sind ein Programm der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Im Französischen und Spanischen ist die Abkürzung SIPAM üblich (Systèmes ingénieux du patrimoine agricole mondialSIPAM Systèmes ingénieux du patrimoine agricole mondial auf der Webpräsenz des GIAHS-Programms der FAO, abgerufen am 15. Juni 2024 bzw. Sistemas Importantes del Patrimonio Agrícola MundialSIPAM Sistemas Importantes del Patrimonio Agrícola Mundial auf der Webpräsenz des GIAHS-Programms der FAO, abgerufen am 15. Juni 2024).

Das Programm wurde 2002 auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg gegründet. auf der Webpräsenz des GIAHS-Programms der FAO, abgerufen am 15. Juni 2024

Die übergeordneten Ziele sind die Identifizierung und der Schutz global wichtiger Systeme des landwirtschaftlichen Kulturerbes sowie der damit verbundenen Landschaften, landwirtschaftlichen Biodiversität und Wissenssysteme.Goal and objectives auf der Webpräsenz des GIAHS-Programms der FAO, abgerufen am 15. Juni 2024

Durch das langfristig angelegte Programm sollen die globalen, nationalen und lokalen Vorteile dieser Systeme durch deren dynamische Erhaltung (siehe unten), nachhaltige Bewirtschaftung und verbesserte Lebensfähigkeit gesteigert werden.

Dazu sollen die weltweite und nationale Anerkennung der Bedeutung landwirtschaftlicher Kulturerbesysteme gefördert und diese institutionell geschützt werden. Durch die Unterstützung lokaler Erzeugergemeinschaften soll zusätzliches Einkommen generiert und Gütern und Dienstleistungen solcher Systeme auf nachhaltige Weise ein wirtschaftlicher Mehrwert verliehen werden. Dadurch sollen die biologische Vielfalt und das traditionelle Wissen erhalten, die Bodendegradation bekämpft und der Bedrohung durch Globalisierungsprozesse entgegengewirkt werden. Langfristig soll dies den Erhalt der natürlichen Ressourcen fördern, die Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel verringern sowie zur Ernährungssicherheit und Armutsbekämpfung beitragen.

Im Gegensatz zu anderen Institutionen, wie zum Beispiel dem UNESCO-Welterbe-Programm, lehnt das GIAHS eine Weiterentwicklung, Reformierung oder Modernisierung der aufgenommenen Systeme oder Praktiken nicht ab. Vielmehr wird Wert auf eine „dynamische Erhaltung“ gelegt. Das heißt, die Kernelemente sollen erhalten bleiben, während gleichzeitig notwendige Änderungen vorgenommen werden, um das Überleben des Systems zu gewährleisten.Estos dos lugares de España son tesoros de la agricultura auf elpais.com, 10. Februar 2018

Entgegen dem Namen umfasst die Liste nicht nur Systeme der eigentlichen Landwirtschaft, sondern auch der Forstwirtschaft und der Fischerei sowie der Salzgewinnung. In letzterem Fall, vor der Aufnahme der Salinen von Añana, hatte es Diskussionen gegeben, ob man Salzgewinnung noch als Landwirtschaft ansehen könne oder ob sie nicht eher dem Bergbau zuzuordnen sei. Die FAO kam jedoch zu dem Ergebnis, dass die Salzgewinnung durch Verdunstung in der Sonne viel mehr mit traditioneller landwirtschaftlicher Aktivität zu tun habe als mit Bergbau. Außerdem wurde die Symbiose zwischen den Salinen und ihrer Umgebung gelobt. Die Ausbeutung regle den Salzgehalt der umliegenden Gewässer und damit die Existenz der lokalen Fauna und Flora. Außerdem werden die verwendeten Materialien und Werkzeuge immer aus der unmittelbaren Umgebung bezogen.

2005 erfolgte der erste Eintrag in die Liste. Derzeit (Stand: März 2025) umfasst sie insgesamt 89 Systeme in 28 Ländern; weitere sind nominiert.Agricultural heritage around the world auf der Webpräsenz des GIAHS-Programms der FAO, abgerufen am 2. März 2025

Liste der von den FAO ausgewiesenen GIAHS-Stätten