Worowo ( Wurow, früher auch Wuhrow) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Łobez im Powiat Łobeski.
Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, unweit der Rega, etwa zwanzig Kilometer südöstlich der Stadt Resko, acht Kilometer nordnordöstlich des Stadtkerns von Łobez und fünf Kilometer nordöstlich des Dorfs Grabowo. mini|Dorfkirche (2014), bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Wurow
Geschichte Das Gut Wurow war ehemals ein altes pommersches Lehen der in Hinterpommern alteingeborenen Familie Borcke, das um 1782 der Major Leopold von Borck besaß. Die Vasallen-Tabelle von 1804 nennt den Kammerherrn Philip Ludwig Christoph August von Borcke als Besitzer von Wurow.Robert Klempin, Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert, Bath, Berlin 1863, S. 518, Ziffer 5 (Google Books). Nach öffentlicher Feilbietung des Guts 1815 wegen Überschuldung seines Besitzers fanden in der Folgezeit mehrere Besitzerwechsel statt. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 886–887 (Google Books). 1884 war Gutsbesitzer Klug Eigentümer des 760 Hektar großen Ritterguts mit Ziegelei,P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band II: Provinz Pommern. Zweite Auflage, Berlin 1884, S. 168–169 (Google Books). das seine Familie auch noch 1896 besaß.C. Leuchs: Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc., Band 12: Pommern, Neunte Ausgabe, Nürnberg 1896, S. 171 (Google Books).
Am 1. April 1927 hatte das Gut Wurow eine Flächengröße von 784 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 287 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 396 (Google Books).
Die Gemarkung der Landgemeinde Wurow hatte um 1930 eine Fläche von 11,4 km². Im Gemeindegebiet standen insgesamt 49 bewohnte Wohnhäuser an zwölf verschiedenen Wohnstätten:
Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Wurow zum Kreis Regenwalde im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Wurow war dem Amtsbezirk Grabow zugeordnet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Wurow zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung von Polen. Das Dorf Wurow wurde unter der polonisierten Ortsbezeichnung ‚Worowo‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Wurow und dem Kreisgebiet vertrieben.
Demographie
+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – adliges Gut mit einem herrschaftlichen Ackerwerk, einer Mutterkirche und 18 Feuerstellen (Haushaltungen)Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 359, Ziffer 66 (Google Books). 1818 131 Dorf, adlige BesitzungAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 199, Ziffer 4187 (Google Books). 1825 131 Vorwerk mit einer WassermühleFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 228, Ziffer 90 (Google Books). 1852 391 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 695 (Google Books). 1864 404 am 3. Dezember, im Gutsbezirk und Gemeindebezirk zusammenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Stettin: 9. Kreis Regenwalde. Berlin 1866, S. 26–33, Ziffer 188–189 (Google Books). 1867 411 am 3. Dezember, davon 193 im Dorf und 218 im Gutsbezirk 1871 356 am 1. Dezember, davon 165 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 191 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 78–79, Ziffer 124 (Google Books), und S. 84–85, Ziffer 189 (Google Books). 1885 407 am 1. Dezember, davon 173 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 234 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. Band 4: Provinz Pommern. Berlin 1888, S. 88–89, Ziffer 80 (Google Books), und S. 94–95, Ziffer 193 (Google Books). 1910 394 am 1. Dezember, davon 148 im Dorf und 246 im Gutsbezirk 1925 434 darunter 432 Evangelische und zwei KatholikenDie Gemeinde Wurow im ehemaligen Kreis Regenwalde in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 371 1939 353
Literatur Wurow, Dorf und Rittergut, Kreis Regenwalde, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Wurow (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 359, Ziffer 66 (Google Books). Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 886–887 (Google Books).
Weblinks
Amtsbezirk Grabow (Territorial.de) Die Gemeinde Wurow im ehemaligen Kreis Regenwalde in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Łobez