Cheick Oumar Sissoko (, geb. 1945 in San, Mali) ist ein Filmemacher und Politiker in Mali.
Leben Als Student in Paris erwarb Cheick Oumar Sissoko ein Diplôme d’études approfondies (DEA) in Afrikanischer Geschichte und Soziologie, sowie ein Diplom in Geschichte und Cinema an der École des hautes études en sciences sociales. Dann setzte er seine Studien in Kino-Technik an der Ecole nationale Louis Lumière fort.
Bei seiner Rückkehr nach Mali gründete er die Produktionsfirma Kora Film. Er arbeitete als Regisseur am Centre National de la Production Cinématographique (CNPC), wo er den Film Sécheresse et Exode Rural („Dürre und Landflucht“) inszenierte.
In seinem 1986 erschienenen Film Nyamanton (La leçon des ordures) erzählt Sissoko eine Geschichte über Kinder in Bamako, Mali; er zeigt, wie sie täglich mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wie sie ihre eigenen Schulbänke zur Schule tragen mussten, Müll aufsammelten, um Geld zu verdienen, auf der Straße spielten, Überlebensstrategien lernten und zusehen mussten, wie ihre Mütter bei Geburten starben. Die Autorin Manthia Diwara stellt in einem Buch dazu fest, dass bei der Beobachtung verschiedener Bevölkerungsgruppen, die den Film sahen, die wohlhabenderen Menschen, die den Film sahen, Mitleid mit den Charakteren hatten und weinten, während die ärmeren Malier lachten, weil sie der Meinung waren, dass es wahr sei und dass jeder solche Dinge erleben sollte.Manthia Diawara: Homeboy Cosmopolitan. In: Search of Africa. 237-76. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1998.
1995 führte er Regie bei Guimba – Der Tyrann, welcher beim Internationalen Filmfestival von Locarno mit Sonderpreisen der Jury ausgezeichnet wurde, und bei L’Etalon de Yennenga („Hengst von Yennenga“), welcher beim FESPACO (Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou, Panafrikanisches Film- und Fernsehfestival) von Ouagadougou gezeigt wurde.
1999 erschien La Genèse (Genesis), welcher Sissoko einen weiteren Etalon de Yennenga beim FESPACO einbrachte. Im Jahr 2000 führte er Regie bei Battù, basierend auf einem Roman von Aminata Sow Fall, für den er 2001 mit dem RFI-Preis für Kino beim Fespaco ausgezeichnet wurde.
Sissoko und Oumar Mariko gründeten 1996 eine Politische Partei, Solidarité Africaine pour la Démocratie et l’Indépendance (SADI).Benito Perez: «La faiblesse de l’Etat nous laisse une place pour imposer des alternatives». In: Le Courrier. lecourrier.ch vom 19. Dezember 2006. Archivlink Sissoko ist der Präsident der Partei.Présidentielle 2007: Oumar Mariko, Porte-Etendard de SADI In: L’Essor. essor.gov.ml 27. Februar 2007. Archivlink Er wurde am 16. Oktober 2002 zum Kulturminister in der Regierung von Premierminister Ahmed Mohamed Ag Hamani ernannt.Liste du gouvernement malien formé le 16 octobre 2002. AFP. africatime.com vom 17. Oktober 2002. Archivlink und blieb in dieser Position auch in der Regierung von Premierminister Ousmane Issoufi Maïga ab dem 2. Mai 2004.Le nouveau gouvernement. L’Essor. n°15196, 3. Mai 2004 essor.gov.ml Archivlink Am 8. August 2007, nach dem Tod von Mamadou Lamine Traoré, dem damaligen Minister of National Education, wurde Sissoko zum Minister of National Education benannt und behielt sein Amt als Minister of Culture. L’Essor. essor.gov.ml. n°16008, 9. August 2007. Er wurde in der Regierung, welche am 3. Oktober 2007 benannt wurde, jedoch nicht mehr aufgestellt.DECRET N° 07-383/P-RM du 3 octobre 2007. L’Essor. essor.gov.ml. n°16046, 4. Oktober 2007.
Das Thema des Films Nyamanton (La leçon des ordures) steht im Einklang mit Sissokos persönlichen Ansichten hinsichtlich der Förderung von Vielfalt und Verständnis. In einem Interview beim Festival au Désert als Kulturminister erklärte er:
1999 wurde Sissoko mit einem Prinz-Claus-Preis des Prince Claus Fund geehrt, einer internationalen Kultur- und Entwicklungsorganisation mit Sitz in Amsterdam.
Filmographie L’Ecole malienne. („Die Malische Schule“, 1982) Les Audiothèques rurales. („Die ländlichen Audi-Bibliotheken“, 1983) Sécheresse et exode rural. („Dürre und Landflucht“, 1984) Nyamanton, la leçon des ordures. („Nyamanton, Die Lektion des Mülls“, 1986) Finzan. (1990) Etre jeune à Bamako. („Jung sein in Bamako“, 1992) L’Afrique bouge. („Das bewegte Afrika“, 1992) Problématique de la malnutrition. („Probleme der Mangelernährung“, 1993) Guimba, un tyrant, une époque (Guimba, ein Tyrann, eine Epoche, 1995) La Genèse (Genesis, 1999) Battù (2000)
Einzelnachweise
Weblinks Ginette Curry: Awakening African Women: The Dynamics of Change. Cambridge Scholars Press, London. 4. Januar 2004. amazon.com.
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