Rożnowo Łobeski ( Rosenow) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Łobez im Powiat Łobeski. mini|Dorfstraße (2014)

Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 25 Kilometer südöstlich der Stadt Resko, neun Kilometer ostsüdöstlich der Stadt Łobez und 4,5 Kilometer nordnordöstlich des Dorfs Zajezierze.

Geschichte Das Gut Rosenow war ehemals ein altes pommersches Lehen der in Hinterpommern alteingeborenen Familie Borcke; um 1754 kaufte es der Landrat Joachim Abraham von Oesterling,George Adalbert von Mülverstedt: Ausgestorbener Preußischer Adel: Provinz Pommern, Bauer & Raspe, Nürnberg 1894, S. 65 (Google Books) der es noch 1782 in Besitz hatte. Seit 1853 war Gutsbesitzer Spieker Eigentümer.K. Fr. Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter, Berlin 1857, S. 158, Ziffer 72 (Google Books). 1884 und 1896 befand sich das Rittergut Rosenow mit Ziegelei im Besitz der Familie Gerstenberg;P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band II: Provinz Pommern. Zweite Auflage, Berlin 1884, S. 166–167 (Google Books).C. Leuchs: Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc., Band 12: Pommern, Neunte Ausgabe, Nürnberg 1896, S. 171 (Google Books). 1886 wird der Abiturient Axel Gerstenberg (* 19. August 1867) als Besitzer des Ritterguts bezeichnet.19. Programm des Städtischen Gymnasiums zu Dramburg, Dramburg 1886, S. 27, Ziffer 16 (Google Books).

Am 1. April 1927 betrug die Flächengröße des Guts Rosenow 627 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 176 Einwohner.Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 396 (Google Books).

Am Anfang der 1930er Jahre hatte die Gemarkung der Landgemeinde Rosenow eine Flächengröße von 8,9 km², und im Gemeindegebiet, in dem Rosenow die einzige Wohnstätte war, standen zusammen 31 bewohnte Wohnhäuser.

Im Jahr 1945 gehörte Rosenow zum Landkreis Regenwalde im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Rosenow war dem Amtsbezirk Schönwalde zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Rosenow zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung von Polen. Rosenow wurde unter der Ortsbezeichnung ‚Rożnowo Łobeski‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Rosenow und dem Kreisgebiet vertrieben.

Demographie

+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – adliges Gut mit einem Vorwerk, einer Kirche und 19 Feuerstellen (Haushaltungen)Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 351–352, Ziffer 51 (Google Books). 1818 154 Dorf, adlige BesitzungAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 172, Ziffer 2594 (Google Books) 1825 162 Dorf, mit den Vorwerken Ober-Aalkist und MoritzbergFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 227, Ziffer 67 (Google Books). 1852 290 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 521 (Google Books). 1864 311 am 3. Dezember, im Guts- und Gemeindebezirk zusammenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Stettin: 9. Kreis Regenwalde. Berlin 1866, S. 18–25, Ziffer 145–146 (Google Books). 1867 361 am 3. Dezember, davon 162 im Dorf und 199 im Gutsbezirk 1871 362 am 1. Dezember, davon 159 im Dorf (157 Evangelische, zwei Katholiken) und 203 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 78–79, Ziffer 62 (Google Books) und S. 82–83, Ziffer 164 (Google Books). 1910 231 am 1. Dezember, davon 114 im Dorf und 117 im Gutsbezirk 1925 281 darunter 259 Evangelische und 22 KatholikenDie Gemeinde Rosenow im ehemaligen Kreis Regenwalde in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 268 1939 286

Literatur Rosenow, Dorf und Rittergut, Kreis Regenwalde, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Rosenow (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 351–352, Ziffer 51 (Google Books). Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 838–839 (Google Books).

Weblinks Amtsbezirk Schönwalde (Territorial.de) Die Gemeinde Rosenow im ehemaligen Kreis Regenwalde in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).

Einzelnachweise

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