Die Operation Ka war die Gegenoffensive des Japanischen Kaiserreichs als Reaktion auf die Besetzung der Inseln Florida und Guadalcanal im Rahmen der Operationen Ringbolt und Watchtower durch US-amerikanische Truppen während des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg.
Vorgeschichte Die beiden US-Operationen in den Salomonen wurden von der 1st Marine Division unter dem Befehl von Generalmajor Alexander A. Vandegrift unter dem örtlichen Kommando von Vizeadmiral Frank Jack Fletcher und dem Gesamtkommando der South Pacific Force of the Pacific von Vizeadmiral Robert L. Ghormley am 7. August 1942 ausgeführt.
Für das japanische Kaiserreich war die Insel Guadalcanal für die Sicherheit ihrer äußeren Verteidigungslinie strategisch äußert wertvoll. Daher bestand der Plan darin, die Insel zu einem Stützpunkt auszubauen, von dem aus die Seekommunikationslinien der Alliierten über den Pazifik, von den Vereinigten Staaten nach Australien und Neuseeland, unterbrochen werden könnten. Aus diesem Grund planten und starteten die Japaner daher die Operation Ka, um die US-Marines und ihre unterstützenden Seestreitkräfte vom südöstlichen Ende der Salomonen-Inseln zu vertreiben.
Zunächst beschränkten sich die japanischen Bemühungen auf wiederholte Luftangriffe, so dass Fletcher sich am 8. August gezwungen sah, seine gefährdeten Flugzeugträger und Transportschiffe auf die Inseln Espíritu Santo und Neukaledonien zurückzuziehen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die japanische Armee die Verantwortung für Landoperationen auf Guadalcanal von der japanischen Marine übernommen. Generalleutnant Hyakutake Seikichi, Kommandeur der 17. Armee mit Hauptquartier in Rabaul auf der Insel Neubritannien, glaubte, dass sich auf Guadalcanal nur 2.000 US-Truppen befanden und dass eine Streitmacht von 60.000 japanischen Truppen ausreichen würde, um sie zu besiegen. Dies war eine radikale Unterschätzung der tatsächlichen Stärke der US-Streitkräfte und resultierte aus einem Versagen der japanischen Geheimdienste, dessen Auswirkungen sich bis weit in den Guadalcanal-Feldzug auswirkten.
Planung
Die Planungen für die Operation Ka begannen Mitte August 1942 und umfassten die Verlegung einer kompletten Infanteriebrigade unter dem Kommando von Generalmajor Kawaguchi Kiyotake.
Für die Operation Ka wurde Hyakutake Seikichi dem 28. Regiment der aus drei Regimentern bestehenden 7. Brigade der 7. Division unter Generalleutnant Koito Gyōichi zugeteilt.
Die 35. Brigade von Generalmajor Kawaguchi Kiyotake, basierend auf dem 124. Regiment der 18. Division unter Generalleutnant Renya Mutaguchi zu dieser Zeit noch auf Mindanao in den Philippinen stationiert, umfasste 6.000 Mann.
Doch anstatt sich die Zeit zu nehmen, um die gesamte ihm zur Verfügung stehende Streitmacht an zwei verschiedenen Standorten zu sammeln, beschloss Hyakutake sofort, die 2.328 Mann des verstärkten 28. Regiments einzusetzen, das nach seinem Befehlshaber, Oberst Ichiki Kiyonao, als Ichiki-Abteilung bekannt wurde.
Da die Gegenoffensive noch vor der Indienststellung von Henderson Field durch die Amerikaner beginnen sollte, befahl Vizeadmiral Mikawa Gun’ichi, der Kommandant der 8. Flotte mit Sitz in Rabaul, am 15. August Konteradmiral Tanaka Raizō, dem Kommandanten des 2. Zerstörergeschwaders, sechs Schiffe seiner Zerstörerdivisionen 4 und 7 zur Landung der Ichiki-Abteilung einzusetzen und die ersten 917 seiner Männer auf Guadalcanal anzulanden. Die Operation erhielt die Bezeichnung KA und sollte am 24. August starten. Noch am selben Tag sollten zwei Bataillone der 35. Brigade das Truk-Atoll nach Tulagi verlassen und bis zum 27. August sollte die Ichiki-Abteilung Henderson-Feld zurückerobert haben. Die lokale Luftüberlegenheit durch die dortige Stationierung von Zero-Jagdflugzeugen sollte anschließend gewährleistet werden. Für den Folgetag war das Eintreffen der 35. Brigade vorgesehen, die als sogenanntes „Räumkommando“ gegen die Amerikaner vorgehen und Guadalcanal und Tulagi zurückerobern sollte.
Vor der Operation Ka Zu Beginn des Feldzugs in den Salomonen besetzten japanische U-Boote wochenlang den Ironbottom Sound, beschossen die amerikanischen Truppen jede zweite Nacht, schickten nützliche Aufklärungsberichte und verjagten gelegentlich Transporter, die versuchten, Vorräte an Land zu bringen. Japanische Zerstörer folgten den U-Booten und bombardierten ebenfalls die Stellungen der Marines.
Der erste aufgezeichnete Fall davon ereignete sich am Abend des 16. und 17. August, als drei Zerstörer 113 Mann der 5. Yokusuka Speziallandungseinheit abgesetzt hatten und dann sowohl Tulagi als auch Guadalcanal bombardierten.
Start der Operation mini|Getötete japanische Soldaten der Ichiki-Abteilung am Strand nach der Schlacht am Tenaru Gegen 1:00 Uhr am 19. August wurde etwa 35 Kilometer östlich von Lunga Point bei Taivu Point, die Ichiki-Abteilung mit 917 Mann von sechs Zerstörern ohne Gegenwehr angelandet. Drei der Zerstörer bombardierten auch kurz darauf Tulagi. Um die westlich liegenden Amerikaner und deren Stellungen auszukundschaften, schickte Oberst Ichiki Kiyonao seine Männer auf Patrouillengänge. In der Folge entbrannte am 21. August die Schlacht am Tenaru und zwei Tage später auf See die Schlacht bei den Ost-Salomonen. Nachdem das Hauptquartier der 17. Armee vom Scheitern der Truppen unter Oberst Ichiki Kiyonao und dessen Tod auf Guadalcanal und der Blockierung von Tanaka Raizōs Transportern erfahren hatte, wies es Kawaguchi an, eine Vorhut von etwa 600 Mann an Bord von Zerstörern nach Guadalcanal zu schicken. Sie sollten einen Brückenkopf auf der Insel bilden, alle überlebenden Streitkräfte dort verstärken und auf die Ankunft von Kawaguchis Hauptstreitmacht warten.
Nach der Seeschlacht bei den östlichen Salomonen standen den Japanern zwei Methoden zur Verfügung, um das schnelle Wachstum der amerikanischen Luftstreitkräfte auf Guadalcanal einzudämmen: Deren Zermürbung in der Luft und die Besetzung des Flugfeldes selbst. In den folgenden zwei Wochen verfolgten die Japaner energisch das erste Mittel und bereiteten sich gleichzeitig auf das zweite vor.
Luftoperationen In der Luft glaubten die Japaner immer noch, sie könnten die amerikanische Cactus Air Force in einem Zermürbungskrieg besiegen und entwickelten die notwendigen Pläne. Am 29. August verfügten sie in Rabaul über 88 Flugzeuge, von denen allerdings nur 44 einsatzbereit waren, verglichen mit 160 zugewiesenen Flugzeugen im Juli des Jahres. Angesichts des kritischen Mangels entwickelte das Hauptquartier der imperialen Marine einen Plan, um die Stärke von Rabaul bis zum 20. September auf 236 Kampfflugzeuge zu erhöhen, darunter 93 Langstrecken-Zeros und 81 Bettys. Zudem erkannten die Japaner auch die Bedeutung des Baus eines Flugfeldes näher an Guadalcanal. Am 8. September genehmigte das IJN-Hauptquartier den Bau einer Landebahn an der südöstlichen Spitze von Bougainville bei Buin.
Aufgrund des schlechten Wetters und des schlechten Managements dauerte der Bau in Buin deutlich länger als erwartet. Zudem behinderte der Mangel an Flugzeugpersonal und Flugzeugen die japanische Strategie und die Amerikaner erwiesen sich als fähig, mit der begrenzten Aufstockung der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte mitzuhalten.
An elf verschiedenen Tagen zwischen dem 26. August und dem 14. September führten die Japaner 14 Luftangriffe durch. An neun Tagen verhinderte das schlechte Wetter, dass die 11. Luftflotte einen Angriff fliegen konnte. Bei zwei weiteren Angriffen verdeckten Wolken das Henderson Field und verhinderten so wirksame Bombenabwürfe. Während diesem Zeitraum flogen die Japaner mit 437 Flugzeugen und 1.825 Besatzungsmitgliedern Angriffe auf Guadalcanal. Insgesamt kostete der Luftkampf den Japanern 51 Flugzeuge und über 160 Besatzungsmitglieder.
Auch die Amerikaner mussten starke Abnutzungserscheinungen hinnehmen. Zwar hatten die Wildcats einen Höhenvorteil über die japanischen Jäger, jedoch schossen die Japaner 18 der 180 abfangenden Cactus Air Force-Jäger ab.
Eingreifen der US-Marines General Vandegrift stellte am 21. August mit der Verlegung des 2. Bataillons der 5. Marines von Tulagi nach Guadalcanal sechs Infanteriebataillone auf; immer noch zu wenig Soldaten, um eine sichere Verteidigung des langen Perimeters bei Henderson Field zu gewährleisten. Außerdem war ein zweiter Angriff über den Matanikau hinaus geplant, der jedoch wegen der Seeschlacht verschoben wurde. mini|Guadalcanal im September 1942, mit Taivu Point (der ersten Landung des Detachements) und Henderson Field (dem geplanten Angriffspunkt) Am 27. August um 07:00 Uhr ging das 1. Bataillon der 5. Marines unter Oberstleutnant William E. Maxwell. von Booten westlich von Kokumbona an Land und fand in zurückgelassenen Mahlzeiten Anzeichen japanischer Präsenz. Die Landung war um 7:30 Uhr abgeschlossen und sofort wurde der Vormarsch nach Osten begonnen.
Das Bataillon rückte langsam durch das unwegsame Gelände vor, bis es eine Position erreichte, in der sich das Küstenflachland auf eine Breite von weniger als 200 Metern verengte. Dorthin schossen sie mit Maschinengewehr- und Gewehrfeuer sowie mit Mörsergranaten, die durch die vordersten Reihen der sich dort befindenden Japaner fegten. Aber die Japaner konnten den Versuch, ihre Position seewärts zu umgehen, relativ leicht abwehren.
Maxwell erkannte bald, dass er den japanischen Widerstand nicht überwinden und bei Einbruch der Dunkelheit nicht in den Umkreis zurückkehren konnte. Da es jetzt schnell dunkel wurde, war es zu spät, um das Gefecht wieder aufzunehmen, und das Bataillon verbrachte die Nacht auf einer Anhöhe. Unterdessen flüchteten die Japaner aus Angst vor einer Einkesselung und nahmen 40 Verwundete mit. Im Morgengrauen übersah das 1. Bataillon den Schauplatz der Kämpfe und zählte zwanzig tote Japaner. Die Verluste der Marines beliefen sich auf drei Tote und neun Verwundete.
In der Nacht des 28. August gelang es den Japanern, 1.000 Mann zusammen mit Artilleriegeschützen ohne Verluste zu landen. Damit war das Muster für einen Großteil des restlichen Feldzugs in der Gruppe der Salomonen vorgegeben. Die US-Streitkräfte waren tagsüber überlegen, doch nachts ging die Kontrolle an die Japaner mit ihren besser geübten Nachtkampftaktiken über.
Tokyo Express Die Nachschubfahrten der japanischen Schiffe waren so regelmäßig, dass sie bei den Amerikanern als Tokyo Express bekannt wurden. Die Japaner selbst sprachen vom Nezumi Yusō (鼠輸送, dt. „Mäusetransport“)In der Literatur auch häufig „Rattentransport“ genannt.. Vollgetankt konnten die Zerstörer im Schutz der Dunkelheit etwa 150 Infanteristen oder 30–40 Tonnen leichte Versorgungsgüter pro Schiff transportieren. Der Tokyo Express wurde schnell zum Rückgrat des japanischen Logistikplans und war für den Transport der meisten von Kawaguchis 6.200 Mann verantwortlich. Selbst wenn die Cactus Air Force die Konvois entdeckte, war sie kaum in der Lage, die schnell fahrenden Zerstörer bei Nacht zu bekämpfen. Gelegentlich konnten die amerikanischen Flugzeuge begrenzte Schäden anrichten, die jedoch häufig mit schweren eigenen Verlusten einhergingen. Die Zerstörer waren jedoch nicht in der Lage, schwere Ausrüstung oder Artillerie zu liefern, was für die Japaner problematisch war.
In der Nacht vom 28. auf den 29. August konnten die Japaner in der Nähe von Kap Taivu weitere Truppen anlanden; ebenso in der darauf folgenden Nacht. Weitere 1.000 Mann der Abteilung „Kawaguchi“ kamen in der Nacht des 31. August an Land.
Bei dem Versuch, einen US-amerikanischen Verstärkungskonvoi anzugreifen, wurde das japanische U-Boot I-123 am 29. August vom US-amerikanischen Minensuchzerstörer Gamble versenkt.