Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 2024 begannen am 20. April und endeten am 24. Juni 2024 mit dem 4:3-Sieg der Florida Panthers über die Edmonton Oilers. Die Panthers gewannen damit den ersten Stanley Cup bei der dritten Finalteilnahme ihrer Franchise-Geschichte. Die Oilers glichen im Finale einen 0:3-Rückstand zum zwischenzeitlichen 3:3 aus, was in der Playoff-Historie erst zum dritten Mal in einem Endspiel geschah, zuletzt 1945. Zudem stellten sie mit Connor McDavid den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten wertvollsten Spieler, die somit erst zum sechsten Mal an einen Akteur des im Finale unterlegenen Teams verliehen wurde. Er führte mit 42 Punkten die Scorerliste dieser post-season an, dem höchsten Wert seit 1991. Ferner übertraf McDavid mit 34 Torvorlagen den bisher von Wayne Gretzky (31) gehaltenen NHL-Rekord in dieser Kategorie.

Modus Nachdem sich aus jeder Division die drei punktbesten Teams sowie die zwei Wildcard-Teams der jeweiligen Conference qualifiziert haben, starteten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Die Divisionssieger trafen dabei in der ersten Runde auf die Wildcard-Teams der jeweiligen Conference, wobei der Divisionssieger mit den meisten Punkten auf das schlechtere der beiden Wildcard-Teams traf. Die übrigen Paarungen des Conference-Viertelfinals wurden divisionsintern unter den zweit- und drittplatzierten Teams ausgetragen.

Jede Conference spielte in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antrat. Alle Serien jeder Runde wurden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigte. Das höher gesetzte Team hatte dabei in den ersten beiden Spiele Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselte das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hatte die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wurde mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference erhielt die Clarence S. Campbell Bowl.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden blieben, folgte die Overtime, die im Gegensatz zur regulären Saison mit fünf Feldspielern gespielt wurde. Zudem endete sie durch das erste Tor (Sudden Death) und nicht, wie in der regulären Saison üblich, mit einem Shootout.

Qualifizierte Teams Eastern Conference Western ConferenceAtlantic Division A1: Florida Panthers A2: Boston Bruins A3: Toronto Maple Leafs

Metropolitan Division M1: New York Rangers M2: Carolina Hurricanes M3: New York Islanders

Wild Cards EWC1: Tampa Bay Lightning EWC2: Washington CapitalsCentral Division C1: Dallas Stars C2: Winnipeg Jets C3: Colorado Avalanche

Pacific Division P1: Vancouver Canucks P2: Edmonton Oilers P3: Los Angeles Kings

Wild Cards WWC1: Nashville Predators WWC2: Vegas Golden Knights

Playoff-Baum

Conference-Viertelfinale Eastern Conference (A1) Florida Panthers – (EWC1) Tampa Bay Lightning Im Duell der Lokalrivalen aus Florida setzten sich die Florida Panthers klar mit 4:1 gegen die Tampa Bay Lightning durch. Dies markierte das dritte Aufeinandertreffen beider Teams in den Playoffs, wobei diese allesamt in den letzten vier Jahren lagen. Auf Seiten der Panthers überzeugten dabei vor allem Carter Verhaeghe und Matthew Tkachuk mit jeweils neun Scorerpunkten, während Victor Hedman und Nikita Kutscherow für Tampa auf jeweils sieben Punkte kamen. Im Duell der russischen Torhüter begegneten sich Sergei Bobrowski (89,6 %) und Andrei Wassilewski (89,7 %) in puncto Fangquote auf Augenhöhe.

(A2) Boston Bruins – (A3) Toronto Maple Leafs Die Boston Bruins gewannen in der ersten Runde mit 4:3 gegen die Toronto Maple Leafs, wobei sich die Teams in den Playoffs zuletzt 2019 gegenüberstanden und dies im Ergebnis den gleichen Ausgang nahm. Aus Sicht der Maple Leafs entwickelten sich die Bruins dabei zum Angstgegner, so markierte dies die siebte Playoff-Niederlage gegen Boston in Folge. Zudem verloren die Maple Leafs zum sechsten Mal in Folge ein entscheidendes siebtes Spiel einer Serie, was wenig später zur Entlassung von Sheldon Keefe führte. In der Serie selbst verzeichnete kein Spieler Torontos mehr als vier Scorerpunkte, während auf Seiten der Bruins vor allem Brad Marchand mit acht Punkten überzeugte. Die Leafs mussten dabei allerdings verletzungsbedingt in zwei Spielen ohne Auston Matthews sowie in drei Spielen ohne William Nylander auskommen. Im Tor verletzte sich zudem Joseph Woll, mit dem Toronto die Spiele 5 und 6 gewann, während Ilja Samsonow mit 89,6 % gehaltener Schüsse hinter den herausragenden Leistungen von Jeremy Swayman (95,0 % Fangquote) auf Seiten der Bruins verblieb.

(M1) New York Rangers – (EWC2) Washington Capitals Als Gewinner der Presidents’ Trophy und somit bestes Team der Hauptrunde setzten sich die New York Rangers mühelos mit einem 4:0-Sweep gegen die Washington Capitals durch. In der Offensive bestachen dabei auf Seiten der Rangers vor allem Mika Zibanejad mit sieben sowie Vincent Trocheck mit sechs Scorerpunkten, während Torhüter Igor Schestjorkin mit einer Fangquote von 93,1 % an seine starken Leistungen der regulären Saison anknüpfte. Bei den Capitals erzielte kein Spieler mehr als drei Punkte, während Kapitän Alexander Owetschkin erstmals in seiner Karriere ohne Punkt in einer Playoff-Serie verblieb. Im Tor gelang es Charlie Lindgren derweil nur 86,4 % der Schüsse auf sein Tor zu parieren.

(M2) Carolina Hurricanes – (M3) New York Islanders Ebenso wie in der ersten Runde des Vorjahres trafen erneut die Carolina Hurricanes und die New York Islanders zum insgesamt dritten Mal in der Playoff-Historie aufeinander, wobei die Hurricanes mit einem 4:1-Erfolg in die nächste Runde einzogen. Bester Scorer der Hurricanes wurde Seth Jarvis mit sieben Punkten, während Mathew Barzal für die Islanders auf fünf Punkte kam. Im Tor wurde Frederik Andersen für Carolina mit einer Fangquote von 91,2 % sogar von einem Gegenüber Semjon Warlamow (91,4 %) übertroffen, während die Islanders in Spiel 3 kurzzeitig auf Ilja Sorokin (78,6 %) gesetzt hatten.

Western Conference (C1) Dallas Stars – (WWC2) Vegas Golden Knights Zwischen den Dallas Stars und den Vegas Golden Knights kam es in der ersten Runde zur Neuauflage des Conference-Finals des Vorjahres, was nun mit einem 4:3-Erfolg der Stars allerdings einen anderen Ausgang nahm. In einer ausgeglichenen Serie (16:16 Tore), in der Vegas als amtierender Stanley-Cup-Sieger auf den wieder genesenen Kapitän Mark Stone zurückgreifen konnte, waren auch die Topscorer beider Teams gleichauf, so verzeichneten Wyatt Johnston für die Stars und Jack Eichel für die Golden Knights jeweils sieben Punkte. Auch die Torhüter begegneten sich auf Augenhöhe, wobei Dallas ausschließlich auf Jake Oettinger (92,5 % Fangquote) setzte, während sich Vegas auf das Tandem aus Adin Hill (93,1 % in 3 Spielen) und Logan Thompson (92,1 % in 4 Spielen) verließ.

(C2) Winnipeg Jets – (C3) Colorado Avalanche Erstmals in der Playoff-Geschichte trafen die Winnipeg Jets und Colorado Avalanche aufeinander, wobei sich Colorado mit einem 4:1-Erfolg klar durchsetzte. Analog zur Hauptrunde überragten auf Seiten der Avalanche Nathan MacKinnon, Cale Makar und Mikko Rantanen mit jeweils neun Scorerpunkten, während für die Jets Mark Scheifele mit sechs Punkten bester Scorer wurde. Im Tor Winnipegs enttäuschte Connor Hellebuyck nach einer starken Hauptrunde (92,1 % Fangquote) mit nun nur 86,4 % gehaltener Schüsse, wobei Alexander Georgijew für die Avalanche mit 89,3 % im guten Durchschnitt verblieb. Für Rick Bowness, Cheftrainer der Jets, markierte Spiel 5 das letzte seiner Laufbahn, er beendete wenig später seine Trainerkarriere.

(P1) Vancouver Canucks – (WWC1) Nashville Predators Zum zweiten Mal nach 2011 spielten die Vancouver Canucks in der post-season gegen die Nashville Predators, wobei Vancouver damals wie jetzt mit 4:2 gewann. In einer relativ ausgeglichenen und defensiv geprägten Serie (13:12 Treffer für Vancouver) wurden Filip Forsberg für Nashville und J. T. Miller sowie Brock Boeser auf Seiten der Canucks mit jeweils sechs Punkten beste Scorer. Juuse Saros parierte im Tor der Predators 90,0 % der Schüsse auf sein Tor, während Vancouver verletzungsbedingt erst auf Stammtorwart Thatcher Demko (91,7 %) und wenig später auch auf Casey DeSmith (91,1 %) verzichten musste. Anschließend zeigte jedoch der nominell dritte Torhüter und Rookie Artūrs Šilovs herausragende Leistungen, indem er in drei Partien eine Fangquote von 93,8 % und zudem einen Shutout verzeichnete.

(P2) Edmonton Oilers – (P3) Los Angeles Kings In der ersten Runde setzten sich die Edmonton Oilers mit 4:1 gegen die Los Angeles Kings durch, wobei die Teams zum dritten Mal in Folge sowie zum zehnten Mal insgesamt in den Playoffs aufeinandertrafen. Wie gewohnt waren es Connor McDavid und Leon Draisaitl auf Seiten der Oilers, die mit 12 bzw. 10 Scorerpunkten den Unterschied machten und dabei am Ende der ersten Runde auch die gesamten Playoffs in Punkten anführten. Zudem überzeugte Zach Hyman mit sieben Treffern, was (gemeinsam mit Waleri Nitschuschkin) ebenfalls den ligaweiten Bestwert der ersten Runde darstellte. Bester Scorer der Kings wurde Adrian Kempe mit fünf Punkten. Stuart Skinner parierte im Tor Edmontons 91,0 % der Schüsse, während Los Angeles auf das Tandem aus Cam Talbot (86,1 %) und David Rittich (87,2 %) setzte.

Conference-Halbfinale Eastern Conference (A1) Florida Panthers – (A2) Boston Bruins Zum dritten Mal insgesamt sowie zum zweiten Mal in Folge trafen in der post-season die Florida Panthers auf die Boston Bruins, wobei Florida durch einen 4:2-Sieg in die Eastern Conference Finals einzog. Auf Seiten der Panthers war es erneut Kapitän Aleksander Barkov, der mit acht Punkten als bester Scorer der Serie überzeugte. Sam Reinhart kam auf sechs Punkte, ebenso wie der beste Scorer der Bruins, Jake DeBrusk. Dabei musste Boston im fünften und sechsten Spiel auf Brad Marchand verzichten. Im Tor allerdings war Jeremy Swayman (91,7 % Fangquote) für die Bruins seinem Gegenüber Sergei Bobrowski (90,7) deutlich überlegen. Ein wesentliches Problem für die Bruins war die Chancenverwertung im Powerplay, so erzielten sie nur einen Treffer in Überzahlsituationen (6,3 %).

(M1) New York Rangers – (M2) Carolina Hurricanes Im Division-Finale der Metropolitan Division standen sich die New York Rangers und die Carolina Hurricanes gegenüber, die zuletzt 2022 an gleicher Stelle gegeneinander angetreten hatten, was mit einem Erfolg der Rangers auch den gleichen Ausgang nahm. Der jetzige 4:2-Erfolg war das dritte Aufeinandertreffen beider Teams in der Playoff-Historie, alle davon innerhalb der letzten fünf Jahre. Durch das zwischenzeitliche 3:0 in der Serie starteten die Rangers (mit dem Sweep der letzten Runde) mit sieben Siegen in Folge in die Playoffs, was zuletzt 2008 den Pittsburgh Penguins gelungen war. In der Offensive stellte sich die Begegnung relativ ausgeglichen dar (20:19 Treffer zugunsten der Rangers), während Carolina mit Kapitän Sebastian Aho mit neun Punkten sogar den besten Scorer der Serie stellte. Auf Seiten New Yorks überzeugten Vincent Trocheck und Artemi Panarin mit jeweils acht Punkten. Im Tor allerdings knüpfte Igor Schestjorkin für die Rangers an seine Leistungen aus der Hauptrunde an (91,9 % Fangquote), während dies Frederik Andersen (87,8 %) und in einem Spiel auch Pjotr Kotschetkow (88,0 %) nicht gelang.

Western Conference (C1) Dallas Stars – (C3) Colorado Avalanche