Martin Nessel (auch: Nesselius, Nessoelius; * 1607 in Weiskirchen in Mähren; † 1673 in Brünnauch: Wien) war ein böhmischer Dichter in lateinischer Sprache und Rektor.

Er erhielt seine Bildung zunächst im lutherischen Gymnasium in Leutschau und ab 1629 an der Universität Wittenberg. Nach seinem Studium wurde er im Jahr 1631 während des Dreißigjährigen Krieges Konrektor in Chemnitz, später dasselbe in Uelzen (Herzog-Ernst-Gymnasium Uelzen) und Minden (Ratsgymnasium Minden). Im Jahre 1646 erhielt er die Stelle des Rektors am Gymnasium Ulricianum in Aurich. Im Jahr 1655 wechselte er als Rektor der Domschule zu St. Peter in Bremen und Inspekteur des Konviktes.Altes und Neues aus den Herzogthümern Bremen und Verden, Band 6, S. 382 Er entschloss sich, zum katholischen Glauben zu konvertieren und ging mit der Familie 1667 nach Brünn. Dort wurde sie von den Jesuiten im katholischen Glauben unterrichten, in Wien trat er mit Frau und vier Kindern endgültig über. Nessel war zum poeta laureatus ernannt worden, sein Versuch, auch Poet von Mähren und Geschichtsschreiber zu werden, war nicht erfolgreich. Er starb dann 1673 in Brünn (oder Wien).

Er heiratete die Tochter des Apothekers Daniel Schaller aus Verden. Der spätere kaiserliche Bibliothekar Daniel Nessel war sein Sohn. Sein ältester Sohn Franz Albert († 1697)Liste der Pastoren blieb in Aurich und wurde evangelischer Pfarrer in Aurich.Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in den Sudetenländern, Volumes 72–75, S. 6

Werke „Poemata“ (Rinteln 1642) „Silvarum et sacrorum libri tres“ (ibid. 1642) „Historia Susannae“ (Bremae 1646) „Commentatio mortalitatis variis carminibus adornata“ (ibid. 1646.) „Frisiae ocellus“ (Embden 1651) „Libellus Tobiae, carmen elegiacum“ (ibid. 1655) „Exercitationes miscellae“ (Bremae 1661)

Ferner übersetzte er Teile der Bibel und einige Gedichte des französischen Pibrac.

Literatur

John Flood, Poets Laureate in the Holy Roman Empire: A Bio-bibliographical Handbook, 2011, S. 1423 Schriften der Historisch-statistischen Sektion der k. k. Mähr. Schles. Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde, Band 5, S. 267 Pierre Roques, Supplément au Dictionnaire historique, geographique, genealogique, Band 3, S. 408 Justus Friedrich Wilhelm Zachariae, Johann Joachim Eschenburg, Auserlesene Stücke der besten deutschen Dichter von Martin Opitz bis auf gegenwärtige Zeiten, Band 3, S. 105f Christian Gottlieb Jöcher, Allgemeines Gelehrten-Lexicon, S. 867 Heinrich Wilhelm Rotermund, Allgemeines Gelehrten-Lexicon,Fortsetzung und Ergänzungen, S. 507f Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Band 4, Aurich 2007, S. 322–326 bibliothek.ostfriesischelandschaft.de Johann Gottlob Wilhelm Dunkel, Historisch-critische Nachrichten von verstorbenen Gelehrten, band 6, S. 112f

Einzelnachweise

Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (Latein) Kategorie:Geboren 1607 Kategorie:Gestorben 1673 Kategorie:Mann