Nymphaea heudelotii ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seerosen (Nymphaea) innerhalb der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Diese Wasserpflanze kommt vom tropischen Westafrika bis Uganda und Botswana vor.
Beschreibung mini|Laubblätter und Blüte eines im Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin kultivierten Exemplars mini|Blüte in Seitenansicht
Vegetative Merkmale Nymphaea heudelotii ist eine ausdauernde krautige Pflanze und bleibt relativ klein. Die Rhizome sind etwa 1 Zentimeter breit sowie länglich.
Die Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die schlanken Blattstiele sind 20 Zentimeter lang. Die ganzrandige Blattspreite ist eiförmig bis rund. Die Blattoberseite ist rötlich. Die Blattunterseite rot gefärbt und violett gefleckt. Die Blattlappen haben ein gerundetes oberes Ende.
Generative Merkmale Der Blütenstiel ist 30 Zentimeter lang und erhebt die Blüten 5 Zentimeter über die Wasseroberfläche.
Die Blüten duften süßlich. Die relativ kleinen blauen bis weißen Blüten weisen einen Durchmesser von 3 bis 5 Zentimetern auf. Es sind 11 bis 16 Staubblätter vorhanden. Vier bis zehn Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen.
Die Frucht ist rund. Die elliptisch-kugeligen Samen weisen eine glatte Oberfläche auf.
Zytologie Die Chromosomenzahl beträgt n = 14. Die Chloroplastengenome von Nymphaea thermarum und Nymphaea heudelotii sind identisch.
Taxonomie Das Typusexemplar wurde 1837 von dem französischen Botaniker Jean-Pierre Heudelot (1802–1837) in Senegal gesammelt und als Teil der Sammlung des Muséum national d’histoire naturelle in Frankreich hinterlegt.Type of Nymphaea heudelotii Planch. family NYMPHAEACEAE. Die Erstbeschreibung von Nymphaea heudelotii erfolgte 1853 durch Jules Émile Planchon in Énumération succincte des espèces de la famille des Nymphéacées. in Revue Horticole (Paris), Serie 4, Band 2, Seite 65. Synonyme für Nymphaea heudelotii sind: Nymphaea baumii , Nymphaea erici-rosenii , Nymphaea heudelotii var. nana , Nymphaea pseudopygmaea
Vorkommen und Gefährdung Nymphaea heudelotii ist im tropischen Afrika weitverbreitet. Es gibt Fundortangaben für Angola, Benin, Botswana, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, den Tschad, die Zentralafrikanische Republik Kongo, die Demokratische Republik Kongo, die Elfenbeinküste, Äquatorialguinea, Guinea, Guinea-Bissau, Gabun, Gambia, Ghana, Liberia, Malawi, Mali, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Südsudan, Sudan, Togo, Uganda, Sambia sowie Simbabwe.
Nymphaea heudelotii gedeiht in kleinen Seen, Flüssen, feuchten Grassavannen, Auwäldern und in Fließgewässern vor. In flachen Teichen in der saisonalen Feuchtsavanne Gabuns kommt sie sympatrisch mit Websteria confervoides, Nymphoides forbesiana, Eriocaulon nadjae, und Utricularia benjaminiana vor. In Höhenlagen von etwa 1850 Metern kommt Nymphaea heudelotii in kleinen Tümpeln in Sphagnum-Sümpfen vor.
In der Roten Liste gefährdeter der gefährdeten Arten der IUCN gilt Nymphaea heudelotii seit 2020 als LC = „Least Concern“ = „nicht gefährdet“. Dies wird begründet dadurch, dass Nymphaea heudelotii zwar weitverbreitet ist, aber durch Trockenheit an manchen Fundorten durch periodische Trockenheit die Bestände abnehmen, dennoch ist sie an vielen Fundorten häufig anzutreffen.
Einzelnachweise H. S. Conard: The Waterlilies: A Monograph of the Genus Nymphaea (Classic Reprint, 2015). S. 147–149. USA: FB&C Limited. F. Henkel, F. Rehnelt, L. Dittmann: Das Buch der Nymphaeaceen oder Seerosengewächse. 1907, S. 58. eingescannt.
D. J. Harris, K. E. Armstrong, G. M. Walters, C. Wilks, J.-C. M. Mbembo, R. Niangadouma, J. J. Wieringa, F. J. Breteler, 2012: Phytogeographical analysis and checklist of the vascular plants of Loango National Park, Gabon. In: Plant Ecology and Evolution, Volume 145, Issue 2, S. 242–257. Biodiversity, Evolution and Biogeography of Plants. S. 93. Rijksherbarium, 2008. F. Chen, X. Liu, C. Yu, Y. Chen, H. Tang, L. Zhang, 2017: Water lilies as emerging models for Darwin’s abominable mystery. In: Horticulture research, 4. online. J. A. Roestel, J. H.Wiersema, R. K. Jansen, T. Borsch, M. Gruenstaeudl: On the importance of sequence alignment inspections in plastid phylogenomics–an example from revisiting the relationships of the water‐lilies. In: Cladistics, Volume 40, 2024, S. 469–495. doi:10.1111/cla.12584
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