Paraná (Kurzzeichen PR; amtlich ) ist ein Bundesstaat in der Südregion von Brasilien. Er gliedert sich in sechs Hauptregionen mit 399 Munizipien (Gemeinden).
Geographie Die Fläche beträgt rund 199.308 km², die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2021 auf 11.597.484 Einwohner geschätzt. Die Bevölkerungsdichte lag 2010 bei rund 52 Menschen pro Quadratkilometer.
Der Bundesstaat grenzt im Westen an Argentinien (Provinz Misiones) und Paraguay (Departamentos Canindeyú und Alto Paraná). Im Osten wird Paraná durch den Atlantik begrenzt, im Norden durch die brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso do Sul und São Paulo, im Süden durch den Bundesstaat Santa Catarina. Benannt ist er nach dem Fluss Paraná, der seine Westgrenze bildet.
Die Hauptstadt ist Curitiba. Sie hat sich selbst den Beinamen „Hauptstadt der Ökologie“ gegeben und ist bekannt durch ein vorbildliches öffentliches Nahverkehrssystem.
Weitere Städte in Paraná sind Londrina, Maringá, Ponta Grossa, Cascavel, und Foz do Iguaçu. Die berühmten Wasserfälle des Iguaçu liegen ebenfalls auf dem Territorium dieses Bundesstaates.
Geschichte und Kultur mini|Faksimile: „Lei Imperial nº 704 de 26 de agosto de 1853“, das die Autonomie Paranás bewirkte. Bereits 1811 hatte es Autonomiebestrebungen der damaligen Comarca de Coritiba gegeben, ab 1843 fanden Parlamentsdebatten statt, es dauerte jedoch noch 10 Jahre, bis die ehemalige 5. Comarca als Provinz Paraná aus der Provinz São Paulo durch Dekret Nr. 704 vom 26. August 1853 ausgegliedert wurde und die Grundlage des Territoriums des heutigen Bundesstaats bildete.
In der Comarca und der Provinz siedelten im 19. Jahrhundert zahlreiche Einwanderer aus Italien, Polen, Deutschland, Russland und der Ukraine, die sich zunächst in den küstennahen Bereichen niedergelassen hatten und weiter in das Hinterland vorstießen.
Mythen der indigenen Bevölkerung sind nicht überliefert; sie wurden aus anderen Regionen adaptiert. Afrobrasilianische Einflüsse sind nur gering vorhanden.
Politik
Bei den Gouverneurswahlen in Brasilien 2018 für die Exekutive wurde Carlos Roberto Massa Júnior, bekannt als Ratinho Júnior, des PSD für die Amtszeit von 2019 bis 2023 zum 57. Gouverneur gewählt. Bei der Gouverneurswahl in Paraná 2022 wurde Ratinho mit 4.243.292 oder 69,64 % der gültigen Stimmen für die Amtszeit von 2023 bis 2027 wiedergewählt.
Die Legislative wird von 54 gewählten Abgeordneten in der Legislativversammlung von Paraná ausgeübt. Der Staat entsendet 30 Bundesabgeordnete in die Abgeordnetenkammer und drei Bundessenatoren in den Bundessenat des Nationalkongresses.
Die Judikative liegt beim obersten Gericht Tribunal de Justiça do Estado do Paraná.
Städte
Die zehn bevölkerungsreichsten Städte der 399 municípios Paranás sind laut Volkszählung 2010 des IBGE mit Schätzungen der Einwohnerzahlen zum 1. Juli 2018:IBGE: Municípios de Paraná. Abgerufen am 4. September 2019.
# Munizip Gemeinde-code EinwohnerZensus 2010 Schätzung2018 1 Curitiba 4106902 1.751.907 1.917.185 90x90px2 Londrina 4113700 506.701 563.943 92x92px3 Maringá 4115200 357.077 417.010 90px4 Ponta Grossa 4119905 311.611 348.043 90px5 Cascavel 4104808 286.205 324.476 90px6 São José dos Pinhais 4125506 264.210 317.476 90px7 Foz do Iguaçu 4108304 256.088 258.823 90px8 Colombo 4105805 212.967 240.840 90px9 Guarapuava 4109401 167.328 180.334 90px10 Paranaguá 4118204 140.469 153.666 90px
Bevölkerungsentwicklung ab 1872 Quelle: IBGE (Angabe für 2021 ist lediglich eine Schätzung).
Bevölkerungsdichte links|mini|Bevölkerungsdichte in Paraná.
Ethnische Gruppen Weiße machen in etwa 79 % der Bevölkerung aus. Die weiße Bevölkerung kam zum Großteil aus europäischen Ländern als Immigranten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, meist aus Portugal, Polen, Italien, Deutschland und Ukraine nach Paraná. Anfang des 20. Jahrhunderts folgten Immigranten aus Japan, Libanon und aus Syrien.
Religion Die katholische Kirche in Paraná besteht aus den lateinischen Kirchenprovinzen Curitiba (Erzbistum Curitiba, Bistümer Ponta Grossa, Paranaguá, São José dos Pinhais, União da Vitória und Guarapuava), Londrina (Erzbistum Londrina, Bistümer Jacarezinho, Cornélio Procópio und Apucarana), Maringá (Erzbistum Maringá, Bistümer Campo Mourão, Umuarama und Paranavaí) und Cascavel (Erzbistum Cascavel, Bistümer Foz do Iguaçu, Toledo und Palmas-Francisco Beltrão) sowie aus der ukrainischen Erzeparchie São João Batista em Curitiba und der ukrainischen Eparchie Imaculada Conceição in Prudentópolis, die allesamt in der Region Sul 2 der Brasilianischen Bischofskonferenz zusammengefasst sind.CNBB Regional Sul 2
Wirtschaft und Landwirtschaft In Paraná haben zahlreiche Automobilhersteller Produktionswerke errichtet.
Der Bundesstaat verfügt mit den sogenannten Terras Roxas über sehr fruchtbare Böden, gilt als Brasiliens wichtigster Agrarproduzent und liefert Mais, Baumwolle, Weizen, Soja, Reis, Erdnüsse und Bohnen. Schweine- und Geflügelzucht sind, wie in den beiden südlichen Nachbarbundesstaaten Santa Catarina und Rio Grande do Sul, in Paraná ebenfalls vertreten.
Bildergalerie
Weblinks
Governo do Paraná (portugiesisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1889