Die Baskenland-Rundfahrt 2024 war die 63. Austragung des spanischen Etappenrennens. Das Radrennen fand vom 1. bis zum 6. April im Rahmen von sechs Etappen statt und war Teil der UCI WorldTour 2024.

Den Gesamtsieg sicherte sich der erst 21-jährige Spanier Juan Ayuso (UAE Team Emirates), der das Führungstrikot erst am letzten Etappentag übernahm. Dahinter folgten Carlos Rodríguez (Ineos Grenadiers) und Mattias Skjelmose Jensen (Lidl-Trek) mit 42 bzw. 43 Sekunden Rückstand. Die Punktewertung ging an Alex Aranburu (Movistar Team), während sich Sepp Kuss (Team Visma-Lease a Bike) die Bergwertung sicherte. In der Mannschaftswertung triumphierte das UAE Team Emirates, das vier Fahrer in den Top 10 der Gesamtwertung platzierte.

Streckenführung Insgesamt legten die Fahrer in den sechs Etappen 833,6 Kilometer zurück. Es standen ein Einzelzeitfahren und fünf hüglige Etappen auf dem Programm, die keine Bergankunft beinhalteten. Die Rundfahrt begann mit einem 10 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Irun, ehe die Strecke am zweiten Tag in den französischen Teil des Baskenlands führte. Hier war in Cambo-les-Bains (Kanbo) das Etappenziel. Tags drauf kehrten die Fahrer nach Spanien zurück, und es folgten drei hüglige Etappen, wobei die teils steilen Schlussanstiege meist wenige Kilometer vor dem Zielstrich bewältigt werden mussten. Die Zielorte waren Altsasu, Legutio und Amorebieta-Etxano. Die abschließende sechste Etappe startete und endete in Eibar und beinhaltete sieben Bergwertungen, wobei die letzte rund zehn Kilometer vor dem Ziel passiert wurde. Der höchste Punkt der Rundfahrt war der Puerto de Opakua mit einer Höhe von 1020 Metern. EtappeDatumStreckeTypkm1Mo, 1. April 2024Irun – IrunEinzelzeitfahren102Di, 2. April 2024Irun – KanboMittelgebirgsetappe1603Mi, 3. April 2024Ezpeleta – AltsasuMittelgebirgsetappe190,94Do, 4. April 2024Etxarri Aranatz – LegutioMittelgebirgsetappe1595Fr, 5. April 2024Vitoria-Gasteiz – Amorebieta-EtxanoMittelgebirgsetappe175,96Sa, 6. April 2024Eibar – EibarMittelgebirgsetappe137,8Gesamtdistanz:833,6

Reglement Im Rahmen der 63. Auflage wurden Trikots für die Gesamtwertung (gelb), Punktewertung (grün), Bergwertung (weiß mit roten Punkten) und Nachwuchswertung (blau) vergeben. Zusätzlich gab es eine Teamwertung und eine Auszeichnung des aktivsten Fahrers.

Für die Teamwertung wurden die Zeiten der drei besten Fahrer pro Etappe zusammengezählt. Während der Etappen gab es die Möglichkeit, Zeitbonifikationen zu gewinnen, um sich in der Gesamtwertung zu verbessern. Die Vergabe der Sekunden sowie der Punkte für die Punkte- und Bergwertung wird in der folgenden Tabelle erklärt: 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12.13.14.15.PlatzPunktewertungZielankunft252016141210987654321PunkteZwischensprint1064Bergwertung1. Kategorie10864212. Kategorie64213. Kategorie321BonussekunundenZielankunft1064SekundenZwischensprint321

Teilnehmende Mannschaften und Fahrer Neben den 18 UCI WorldTeams gingen auch 6 UCI ProTeams bei der Rundfahrt an den Start. Für jedes Team waren sieben Fahrer startberechtigt, wobei Thomas Pidcock (Ineos Grenadiers) die Rundfahrt nach einem Sturz vor der ersten Etappe nicht in Angriff nahm.

Bei der Baskenland-Rundfahrt kam es zum ersten Aufeinandertreffen zwischen Jonas Vingegaard (Team Visma-Lease a Bike), Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) und Primož Roglič (Bora-hansgrohe). Die drei Teams hatten zudem mit Sepp Kuss (Team Visma-Lease a Bike), Mikel Landa (Soudal Quick-Step) und Jai Hindley (Bora-hansgrohe) starke Co-Leader am Start. Weitere bekannte Gesamtklassement-Fahrer waren Juan Ayuso, Brandon McNulty, Jay Vine, Isaac Del Toro (alle UAE Team Emirates), Carlos Rodríguez, Thomas Pidcock (beide Ineos Grenadiers), Tao Geoghegan Hart, Mattias Skjelmose Jensen (beide Lidl-Trek), David Gaudu (Groupama-FDJ), Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale Team), Pello Bilbao, Santiago Buitrago (Bahrain Victorious), Eddie Dunbar (Team Jayco AlUla), Ion Izagirre (Cofidis), Oscar Onley, Warren Barguil (beide Team dsm-firmenich PostNL), Louis Meintjes (Intermarché-Wanty) und Steff Cras (TotalEnergies).

In Abwesenheit der Top-Sprinter zählten Ethan Hayter, Thomas Pidcock (beide Ineos Grenadiers), Nikias Arndt (Bahrain Victorious), Quinten Hermans (Alpecin-Deceuninck), Orluis Aular (Caja Rural-Seguros RGA), Alex Aranburu (Movistar Team), Romain Grégoire (Groupama-FDJ), Ide Schelling (Astana Qazaqstan Team), Andrea Bagioli (Lidl-Trek) und Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) zu den endschnellsten Fahrern. UCI WorldTeamsUCI ProTeamsADCEFEDFPBBHARKGFCJAYCJRASTIGDTVLEKPTBVIWAUADEUSBOHLTKQ36COFMOVTENDATSOQ

Rennverlauf und Ergebnisse Im Einzelzeitfahren der ersten Etappe setzte sich Primož Roglič (Bora-hansgrohe) durch, obwohl er sich kurz vor dem Ziel verfuhr und so einige Sekunden einbüßte. Dahinter folgten Jay Vine (UAE Team Emirates) und Mattias Skjelmose Jensen (Lidl-Trek) mit sieben bzw. zehn Sekunden Rückstand. Der amtierende Zeitfahrweltmeister Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) belegte mit einem Rückstand von elf Sekunden den vierten Rang, verlor jedoch ebenfalls Zeit, da er in einer Rechtskurve zu Beginn der Strecke zu Sturz kam. Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) verlor als Fünfter 15 Sekunden auf den Etappensieger, während Juan Ayuso (UAE Team Emirates) als siebter einen Rückstand von 16 Sekunden aufwies. Auch Brandon McNulty, Isaac Del Toro (beide UAE Team Emirates), Santiago Buitrago, Pello Bilbao (beide Bahrain Victorious) und Tao Geoghegan Hart (Lidl-Trek) blieben innerhalb der 30-Sekunden-Marke. David Gaudu (Groupama-FDJ), Jai Hindley (Bora-hansgrohe) und Carlos Rodríguez (Ineos Grenadiers) verloren etwas mehr Zeit, während Mikel Landa (Soudal Quick-Step), Eddie Dunbar (Jayco AlUla) und Felix Gall (Decathlon AG2R La Mondiale) bereits nach der ersten Etappe rund eine Minute im Gesamtklassement zurücklagen. Bei der Streckenbesichtigung kam Thomas Pidcock (Ineos Grenadiers) zu Sturz und konnte die Rundfahrt deshalb nicht in Angriff nehmen.

Die zweite Etappe endete in einem Sprint aus einer kleinen Gruppe, da sich das Hauptfeld auf den vom Regen nassen Straßen nach einem Sturz geteilt hatte. Der Sieg ging an den Franzosen Paul Lapeira (Decathlon AG2R La Mondiale) vor Samuele Battistella (Astana Qazaqstan) und Louis Vervaeke (Soudal Quick-Step). Carlos Rodríguez, Santiago Buitrago, Jay Vine, Jai Hindley, David Gaudu, Isaac Del Toro, Ion Izagirre und Eddie Dunbar verloren 23 Sekunden auf den Etappensieger, während Felix Gall und Tao Geoghegan Hart das Ziel mit mehr als drei Minuten Rückstand erreichten. In der Gesamtwertung waren nun Mattias Skjelmose Jensen und Remco Evenepoel, der sich beim zweiten Zwischensprint eine Bonussekunde sicherte, mit einem Rückstand von zehn Sekunden die ersten Verfolger von Primož Roglič. Juan Ayuso rückte aufgrund seiner zwei Bonussekunden auf den vierten Gesamtrang vor.

Auch die dritte Etappe endete in einem Sprint, wobei sich Quinten Hermans (Alpecin-Deceuninck) auf der ansteigenden Zielgeraden vor Edoardo Zambanini (Bahrain Victorious) und Alex Aranburu (Movistar) durchsetzte. Primož Roglič verteidigte das Gelbe Trikot, obwohl er rund 40 Kilometer vor dem Ziel zu Sturz kam und zwischenzeitlich abgehängt worden war. Im Finale kam es zu einem weiteren Sturz im Peloton, in den auch Juan Ayuso involviert war. Aufgrund der 3-Kilometer-Regel verlor der Spanier jedoch keine Zeit. In der Gesamtwertung lag Primož Roglič nun sieben Sekunden vor Remco Evenepoel, der sich beim zweiten Zwischensprint drei Bonussekunden sicherte. Hinter Isaac Del Toro holte auch Jonas Vingegaard eine Bonussekunde. Der Däne lag nun 14 Sekunden hinter dem Gesamtführenden. David Gaudu nahm die dritte Etappe nicht in Angriff.

Die vierte Etappe wurde von einem schweren Massensturz überschattet, der sich in der Abfahrt des Olaeta (747 m) im Hauptfeld ereignete. In einer schnellen Rechtskurve kamen mehrere Fahrer von der Straße ab und stürzten in einen Straßengraben oder im nahe liegenden Wald. Unter den Sturzopfern waren auch Primož Roglič, Remco Evenepoel und Jonas Vingegaard, wobei letzterer mit dem Krankenwagen abtransportiert werden musste. Das Team des Dänen bestätigte am Abend der Etappe, dass dieser neben einem gebrochenen Schlüsselbein mehrere Rippenbrüche erlitten hat. Auch bei Evenepoel, der zwar noch über den Betongraben, in den Vingegaard gestürzt war, springen konnte, wurde ein Bruch des rechten Schlüsselbeins sowie des rechten Schulterblatts festgestellt.

Nachdem das Rennen angehalten und neutralisiert worden war, erhielten die Ausreißer die Möglichkeit, um den Etappensieg zu kämpfen, während das Peloton geschlossen in Richtung Ziel fuhr. Louis Meintjes (Intermarché-Wanty) gewann schlussendlich die Etappe vor Reuben Thompson (Groupama-FDJ) und Karel Vacek (Burgos-BH). Mattias Skjelmose Jensen übernahm die Gesamtführung.

Auf der fünften Etappe schied mit Mikel Landa ein weiterer Gesamtklassement-Fahrer nach einem Sturz aus. Der Sieg ging an den Franzosen Romain Grégoire (Groupama-FDJ), der sich im Sprint aus einer kleinen Gruppe vor Orluis Aular (Caja Rural-Seguros RGA) und Maximilian Schachmann (Bora-hansgrohe), der nun mit zwei Sekunden Rückstand der erste Verfolger von Mattias Skjelmose Jensen war.

Auf der sechsten und letzten Etappe nutzte das UAE Team Emirates seine Mannschaftsstärke, um Mattias Skjelmose Jensen das Führungstrikot abzunehmen. Nachdem mit Sjoerd Bax und Igor Arrieta zwei Fahrer der Mannschaft in die frühe Ausreißergruppe gegangen waren, griff Marc Soler etwa zur Hälfte der Etappe im Anstieg des Krabelin an und schloss wenig später zu seinen beiden Teamkollegen auf. Der Spanier, der vor dem letzten Abschnitt in der Gesamtwertung nur 47 Sekunden hinter Mattias Skjelmose Jensen zurückgelegen war, sicherte sich beim zweiten Zwischensprint drei Bonussekunden und setzte die Lidl-Trek Mannschaft so unter Druck. Nachdem der Vorsprung der Ausreißer rund 30 Kilometer vor dem Ziel immer noch rund eine Minute betrug, forcierte Mattias Skjelmose Jensen im Anstieg des Izua das Tempo, ehe er im oberen Teil von Juan Ayuso abgehängt wurde. Der Spanier, der in der Gesamtwertung nur vier Sekunden zurücklag, schloss im Anschluss zu seinem Teamkollegen Marc Soler auf. Nachdem Mattias Skjelmose Jensen in der nachfolgenden Abfahrt die Lücke gemeinsam mit Carlos Rodríguez wieder geschlossen hatte, fiel der Däne im Schlussanstieg jedoch erneut zurück. Juan Ayuso setzte sich gemeinsam mit Carlos Rodríguez von den restlichen Fahrern ab, wobei Ersterer den Rundfahrtsieg und Letzterer den Tagessieg holte. Mattias Skjelmose Jensen rutschte hinter den beiden Spaniern auf den dritten Gesamtrang ab.

Etappe 1: Irun – Irun (10 km)

Die erste Etappe wurde im Rahmen eines zehn Kilometer langen Einzelzeitfahrens ausgetragen, wobei Irun als Start- und Zielort diente. Der Start erfolgte im Zentrum der Stadt auf der Luis Mariano Kalea, ehe die Strecke bereits nach wenigen Metern auf der Pikoketa Karrika Steigungsprozente von 10 % aufwies. Im Anschluss folgten die Fahrer der Elizatxo Hiribidea in Richtung Südwesten, bevor sie bei einem Kreisverkehr auf die GI-3452 abbogen. Diese wies auf einer Länge von 1,7 Kilometern eine durchschnittliche Steigung von 5,2 % auf, wobei sie eine kleine Zwischenabfahrt beinhaltete. Nachdem auf dem höchsten Punkt unter dem Namen Olaberria (119 m) eine Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen worden war, folgte eine längere, flache Abfahrt, die die Fahrer zurück nach Irun leitete. Beim Plaza Urdanibia wurde mit der San Marcial die Zielgerade erreicht, die zum San Juan Arria Plaza führte und dabei erneut Steigungsprozente von bis zu 10 % aufwies. Ergebnis 1. Etappe