mini|Kirche St. Johann Baptist in Maków Die Johanniterkommende Makau war eine Niederlassung des Johanniterordens in Makau im damaligen Herzogtum Oppeln-Ratibor in Schlesien, heute Maków in der Woiwodschaft Schlesien (Polen). 1224 erhielt der Johanniterorden das Dorf Makau als Geschenk, 1369 ist die Niederlassung als Kommende belegt. Ab der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Kommende Makau zusammen mit der Kommende Troppau in Personalunion an einen Kommendator vergeben. 1693 wurde die Kommende Makau verkauft und der Verkaufspreis in Grundstücken und Besitz in der Umgebung von Troppau angelegt. Der Name der vereinigten Kommende (Troppau und Makau) blieb aber bis Ende des 19. Jahrhunderts erhalten.

Lage Die Kommende Makau befand sich im Dorf Maków, das heute zur Gmina Pietrowice Wielkie im Powiat Raciborski der polnischen Woiwodschaft Schlesien gehört. Von den Kommendegebäuden hat sich nichts erhalten. Die wahrscheinlich von den Johannitern errichtete ursprüngliche Holzkirche mit dem Patrozinium Johannes der Täufer wurde im 17. Jahrhundert durch einen Neubau aus Holz ersetzt; nach der Johanniterzeit entstand an derselben Stelle eine steinerne Kirche.

Stellung der Kommende in der Organisationshierarchie des Johanniterordens Die Kommende Makau gehörte innerhalb der Organisationshierarchie des Johanniterordens zum Großpriorat Böhmen der Deutschen Zunge. Im 14. und 15. Jahrhundert benannte der böhmische Großprior aufgrund der größeren Entfernung vom Amtssitz einen Statthalter oder Stellvertreter für die schlesischen Kommenden, d. h. zu dieser Zeit existierte quasi eine schlesische Unterprovinz des Großpriorats. In aller Regel kommunizierte der Großprior nicht direkt mit den schlesischen Kommendatoren, sondern sein Statthalter in Schlesien gab die entsprechenden Anweisungen des Großpriors an die schlesischen Kommendatoren weiter. Die Kommende in Makau war anfangs eine Priesterkommende, d. h. der Kommendator war zugleich der Priester in Altzülz.

Geschichte Makau gehörte nach der Teilung des Herzogtums Schlesien 1173 zum Herzogtum Ratibor. Diese wurde 1202 mit dem Herzogtum Oppeln zum Herzogtum Oppeln-Ratibor vereinigt. 1246 wurde es wieder vom Herzogtum Oppeln abgeteilt. 1327 unterstellte sich Herzog Lestko von Ratibor dem böhmischen König Wenzel III., und das Herzogtum Ratibor wurde nun ein Lehen der böhmischen Krone.

1223 überwies Bischof Lorenz von Breslau die Zehnten der Burg Makau an die Kirche St. Johannes des Täufers in Makau. Ralph Michael Wrobel geht aufgrund des Patroziniums davon aus, dass die Kirche von Makau schon zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Johanniterordens war. 1222 waren die Burg und das Dorf Makau aber noch nachweislich im Besitz der Familie Dirsicraiowitz. 1224 erhielten die Johanniter vom Grafen Stognev, dem Kastellan von Ratibor, aus der Familie Dirsicraiowitz das Dorf Makau als Geschenk. Stognevs Halbbruder Graf Seteh (oder Seceh/Setsch genannt) nahm wohl 1217/1218 am Kreuzzug des ungarischen Königs Andreas II. in das Heilige Land und nachfolgend an der Belagerung von Damiette teil. Er ist wohl dort gefallen, jedenfalls kehrte er nicht in die Heimat zurück. Vor seiner Abreise bestimmte er seinen Bruder zum Erben seines Besitzes, falls er nicht zurückkehren sollte. 1224 vermachte Graf Stognev, dem Vermächtnis seines Halbbruders folgend, das Dorf Makau den Johannitern. Weitere Besitzungen in Schlesien schenkte er dem Zisterzienserkloster Leubus. Waldstein-Wartenberg und Wrobel gehen davon aus, dass die Schenkung an die Johanniter ursprünglich an die Niederlassung Gröbnig ging.

Nach dem Tod von Stognev Dirsicraiowitz fochten seine Erben die Schenkungen an das Kloster Leubus und an die Johanniter an. Erst am 1. Mai 1240 bestätigte Herzog Miesko II. von Oppeln-Ratibor den Johannitern ihren Besitz in Makau. In den 1230er Jahren hatten die Johanniter außerdem Ackerstücke bei Czissek unterhalb der Burg Cosel von Graf Goszlau von Jedlownik als Geschenk erhalten. Herzog Mieszko II. bestätigte diese Schenkung 1239 und erteilte den Johannitern auch die weitgehende Befreiung von herzoglichen Lasten. Sie durften außerdem eine Schenke in Czissek und ein Fischwehr in der Oder errichten. In der Urkunde wird bereits das Haus in Makau genannt. Damit ist sicher, dass zu dieser Zeit bereits eine Niederlassung in Makau existierte. Am 25. Mai 1240 erteilte Herzog Miesko II. den Johannitern auch das Recht, die Johanniterbesitzungen Makau, Repsch (heute Rzepcze) und Blottnitz (heute Błotnica Strzelecka) als deutschrechtliche Siedlungen nach dem Neumarkter Recht umzugestalten. Er verzichtete außerdem auf die Geldbußen aus dem Hochgericht über Makau zugunsten der Johanniter. Er wurde – als geistliche Gegenleistung – in die ritterliche Bruderschaft des Ordens aufgenommen. Wann die Orte Repsch und Blottnitz in Johanniterbesitz kamen, ist urkundlich nicht dokumentiert; Wrobel geht von herzoglichen oder adeligen Schenkungen (oder Verpfändungen?) aus. Nur wenig später, am 24. August 1240, erlaubte Mieszko II. den Johannitern in Makau einen Markt anzulegen.

Wann die Niederlassung in Makau eine selbständige Kommende mit einem Kommendator wurde, ist nicht ganz sicher. Wie bereits erwähnt ist Ordenshaus in Makau bereits 1239 urkundlich belegt. Regente (Leiter) des domus in Macov war ein fratre Potrcone (Bruder Peter), während aber der regente im domus Grobnic als magistro Bogvsa bezeichnet wird. Die Bezeichnung frater des Leiters des Hauses in Makau gegenüber der Bezeichnung magister des Leiters des Hauses in Gröbnig lässt sehr wahrscheinlich noch auf ein Unterstellungsverhältnis des Hauses Makau unter den Leiter des Hauses in Gröbnig schließen, zumal die Schenkung des Landes, auf dem später die Johanniterkommende Gröbnig errichtet wurde, bereits 1168 erfolgte.

Am 9. April 1241 wurde bei Liegnitz die Schlacht bei Wahlstatt gegen die Mongolen geschlagen. Das schlesische Herr unter Herzog Heinrich II. von Schlesien wurde dabei vernichtet; auch Herzog Heinrich fiel im Kampf. Herzog Miesko II. von Oppeln-Ratibor verteidigte Ratibor gegen die Mongolen und hatte wohl nicht an der Schlacht bei Wahlstatt teilgenommen. Am 8. Mai 1241 bestätigte er den Johannitern erneut ihre Besitzungen im Herzogtum, so Makau, Repsch, Blottnitz und Czissek. Auch bestätigte er den Johannitern das Recht in Czissek eine Schenke einzurichten und in der Oder ein Fischwehr anzulegen sowie das Recht ihre Dörfer deutschrechtlich umzugestalten. Außerdem befreite er die Bewohner von Czissek von allen Lasten, die sie vorher zur Burg Cosel zu leisten hatten, so Hand- und Spanndienste, Burgwacht, Vorspann und Nachtherberge für den Herzog u. a.).

Die Dörfer Repsch, Blottnitz und Czissek gingen den Johannitern aber nur wenig später wieder verloren. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Wrobel vermutet – zumindest bei Repsch und Blottnitz – dass es sich dabei nur um Verpfändungen gehandelt hatte, die Herzog Miesko wieder eingelöst hatte. Dies ist im Falle von Czissek aber wenig wahrscheinlich. Repsch ist später als deutschrechtliches Dorf belegt; ob die Umgestaltung aber noch unter den Johannitern erfolgte, ist nicht bekannt. Die Einrichtung eines Marktes in Makau unterblieb letztlich.

Am 29. Mai 1261 beurkundete der Großprior von Böhmen Moritz den Verkauf der Scholtisei zu Machow mit Freihufen, sieben Gärten und den dritten Pfennig vom Gericht durch Johann genannt de Crew an seinen Bruder Friedrich. Unter den Zeugen sind die Kommendatoren von Beilau, Striegau, Lossen (Name des Kommendators unleserlich) und Groß Tinz. Warum in der Zeugenliste der eigentlich zuständige Kommendator von Gröbnig fehlt, ist nicht ersichtlich. Erst 1369 wird der/ein Leiter des Hauses Makau als Kommendator tituliert; damit ist Stellung als selbständige Kommende des Hauses Makau dokumentiert.

Im 15. Jahrhundert richteten die Hussitenzüge auch in Schlesien große Schäden an. So wurde die nicht weit entfernte Johanniterkommende Altzülz schwer geschädigt, und die Kommende war wohl zwanzig Jahre unbesetzt. Über Schäden in Makau und Umgebung ist nichts bekannt. Gefahr drohte der Kommende aber auch von ganz anderer Seite. 1433 versuchte Herzog Nikolaus V. von Ratibor, die Kommende Makau einzuziehen. Er wurde dafür von Kommendator Andreas von Striegau unter Kirchenbann gestellt. Unter Vermittlung von Bischof Konrad von Breslau kam ein Vergleich zustande, und der Herzog wurde wieder aus dem Bann gelöst. Nach Wrobel fiel dieser Vergleich aber wohl negativ für den Johanniterorden aus, der möglicherweise dadurch einen größeren Teil des Dorfes Makau einbüßte. Jedenfalls gehörte laut einem Urbarium von 1532 ein großer Teil des Dorfes Makau mit 33 Bauern und 17 Gärtnern zur Herrschaft Ratibor. Die Kommende konnte aber das Patronatsrecht über die Makauer Pfarrkirche behaupten.

Die Kommende Makau hatte wie alle anderen Kommenden des Johanniterordens Beiträge (Responsionen) zur Finanzierung der Ordenszentrale und vor allem des Seekrieges gegen die Osmanen und die nordafrikanischen Barbareskenstaaten im Mittelmeer zu leisten. Im 15. Jahrhundert betrugen die Responsionen an die Ordenszentrale in Rhodos noch sechs Floren. Nach der Vertreibung der Johanniter von Rhodos nach Malta wurden für die Kommende Makau laut der Visitation von 1536 auf fünf Floren Responsion angesetzt. Die Einnahmen der Kommende Makau betrugen damals 19½ Mark Silber, denen Ausgaben in Höhe von Mark Silber gegenüber standen.

Lage und Bewohner Nach Wrobel lag die Kommende mit den Wirtschaftsgebäuden neben der Ordensmühle, etwa 200 Meter von der Pfarrkirche entfernt. Die Kommendemühle befand sich am Ende der heutigen Straße Ogrodowa; damit lag die Kommende nach Wrobel im Straßenrechteck, das von Raciborska, Ogrodowa und Ląkowa gebildet wird. In der Kommende lebten neben dem Kommendator ein Pflugknecht, ein Kleinknecht, eine Köchin, eine Magd und ein Hirtenjunge.

Vorwerk Zur Kommende gehörten 1532 ein Vorwerk, die Niedermühle und ein Drittel der sog.Ordensmühle an der Zinna; außerdem hatte die Kommende die wilde Fischerei bei der Niedermühle. Die Ordensmühle hatte drei Räder, und der Müller musste 1532 auch dem Kloster Rauden sechs Malter Korn und vier Schweine abliefern.

Das Vorwerk der Kommende Makau war 1536 15 Hufen groß, was etwa 250 ha entspricht. Es wurde aber nur zum kleineren Teil von der Kommende selbst bewirtschaftet. Die Eigenwirtschaft ist jedoch nicht in Ackerfläche, sondern in benötigter Aussaat angegeben. So wurden Malter Roggen, ein Malter Weizen, drei Malter Hafer, acht Scheffel Gerste und ein halber Scheffel Erbsen ausgebracht. Zur Bearbeitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen waren acht Zug- und Arbeitspferde vorhanden, weiterhin wurden zehn Stuten und acht Fohlen gehalten. Der Viehbestand war mit fünf Kälbern und drei Ochsen sehr spärlich. Erwähnt werden noch 84 Hühner und 80 Küken. An Ackergerät werden zwei gut ausgestattete Wagen, zwei Pflüge, eine Egge und zwei Hacken genannt. Die Ackerdienste mussten überwiegend die 30 Bauern des Dorfes Makau besorgen; jeder hatte dreimal im Jahr je einen halben Tag zu dienen. Der Kommendator hatte jedoch dafür einen Kuchen und ein Fass Bier zu geben. Der größere Teil des Vorwerklandes war gegen die dritte Garbe verpachtet. Hinzu kamen noch sieben größere und kleinere Wiesen und ein kleinerer Wald, der hauptsächlich aus Eichen bestand. Der jährliche Einschlag in diesem Wald brachte dem Kommendator immerhin acht ungarische Gulden ein. Außerdem gab es einen Fischteich auf dem Kommendegelände.