mini|hochkant|St. Bernhardt in Sankt Bernhardt Die evangelische Pfarrkirche St. Bernhardt steht in Sankt Bernhardt, einem Stadtteil von Esslingen am Neckar im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirche gehört zur Kirchengemeinde St. Bernhardt zum Hohenkreuz innerhalb der Gesamtkirchengemeinde Esslingen im Kirchenbezirk Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Beschreibung Das Langhaus der Saalkirche wurde 1774 erbaut und 1896–98 nach einem Entwurf von Theophil Frey neuromanisch umgebaut. Die Fassade im Nordwesten ist mit Lisenen und Rundbogenfriesen gegliedert. Die im Süden und Norden angrenzenden Langhauswände sind risalitartig gestaltet und mit Dreiecksgiebeln abgeschlossen. Der im Jahre 1995 dendrochronologisch untersuchte Chorturm der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Vorgängerkirche steht im Südosten und war um 1450 erbaut worden. Er wurde 1898 mit einem Geschoss für die die Turmuhr aufgestockt. Über den Giebeln, hinter denen sich der Glockenstuhl befindet, sitzt ein achtseitiger Helm.
Ausstattung Zur Kirchenausstattung des Chorfensters und des Altarkreuzes liegen in der Kirchengemeinde ein Faltblatt, Beiträge im Gemeindebrief und Protokollnotizen des Kirchengemeindedrats vor.Albrecht Vaihinger: [Faltblatt] St. Bernhardt-Kirche, Esslingen, Chorfenster, Entwurf: Ernst H. Graeser, 1939. Esslingen 08/2008. Und: Albrecht Vaihinger: Altarkreuz und Auferstehungsfenster St. Bernhardt-Kirche. Informationen. Gemeindebriefe 12/2009 und 01/2010.
Kanzel Die Sandsteinkanzel stammt aus dem Jahr 1733 und trägt den Namenszug des Steinmetzen Johannes Rothacker. Sie trug ursprünglich die Wappen der Stifter: Jonathan von Palm und seiner Ehefrau Anna Rosina geb. Schweyer. Die Vorfahren der Familie Palm übersiedelten 1631 von Schorndorf nach Esslingen und kamen dann in Wien zu großem Einfluss und Ansehen. Zurück in Esslingen, übernahmen sie 1722 das Hofgut Hohenkreuz. Die Freiherren von Palm waren die Patrone der St. Bernhardt-Kirche. An sie erinnert auch der Familienkirchstuhl ("Baronenställe") rechts vom Altar.
Chorfenster Ohne Künstler- und Werkstattsignatur wurde 1898 das Chorfenster mit einer neugotischen Darstellung des Gleichnisses vom verlorenen Schaf eingebaut. Es befindet sich seit 1939 an der Südseite der Kirche oberhalb der Empore. An seine Stelle im Chor trat 1939 auf Wunsch und Betreiben des Gemeindepfarrers Knoch und mit Hilfe des Kunstsachverständigen der Landeskirche, Kirchenrat Kopp, von Ernst H. Graeser eine Darstellung der Auferstehung Christi in dem zur NS-Zeit verpönten Kunststil des Expressionismus. Karl-Heinz Schenk, Stuttgarter Maler, Grafiker und Professor für Farbe in Architektur und Design (FH Esslingen), gestaltete 1985 die übrigen Außenfenster.
Wand- und Altarkreuz Der Kruzifixus an der Turmwand über dem Chorbogen stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Die gemalte Darstellung der Mandorla hinter dem Kruzifix erfolgte im Rahmen einer Innenrenovierung 1993 entsprechend der früheren Originalbemalung.
Auf Anregung von Kriegsheimkehrern wurde 1949 ein neues Altarkreuz gefertigt. Es ist ein Werk des Künstlers Fritz von Graevenitz und wurde 1990/91 vom örtlich wohnhaften Restaurator Cabanis restauriert.
Orgel Die auf Wechselschleifen basierende zweimanualige Orgel mit 12 Registern wurde 2007 von Orgelbaumeister Friedrich Lieb in Bietigheim-Bissingen gebaut und im Februar 2008 eingeweiht.Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 1. April 2024. Die Disposition stammt von Kirchenmusikdirektor Prof. Volker Lutz. Um die Platzverhältnisse an der Nordempore optimal zu nutzen, bekamen die Basspfeifen einen Extrastandort, durch ein Fenster vom „eigentlichen“ Orgelgehäuse getrennt. Die Manualregister stehen alle auf einer Windlade, bis auf zwei können sie auf beiden Manualen genutzt werden. Daher verfügt die relativ kleine Orgel über eine erstaunliche Klangvielfalt.
Literatur Festschrift zum gemeinsamen Jubiläum der drei Esslinger Kirchengemeinden St. Bernhardt (1382-1982), Hohenkreuz (1957-1982), St. Josef (1957-1982). (Hrsg.) Evangelische Kirchengemeinde St. Bernhardt−Wäldenbronn. Esslingen, 1982.
Der Altarraum im Wandel der Zeiten 20.Jh. 1938-1954-1981-1993. Broschüre der Kirchengemeinde, nach 1993. Peter Schaal-Ahlers: Junge Fotografen sehen Kirchen. Evangelische Kirchen in Esslingen. (Hrsg.) Evangelische Gesamtkirchengemeinde Esslingen 2009, S. 28 f.
Weblinks
Informationen auf der Website der Kirchengemeinde Beschreibung der Kirche auf kirchbau.de
Einzelnachweise
Bernhardt Kategorie:Kulturdenkmal in Esslingen am Neckar Kategorie:Bernhardskirche Sankt Bernhardt Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Chorturmkirche Kategorie:Historistisch überarbeitetes Bauwerk Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Baden-Württemberg Kategorie:Erbaut in den 1770er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk des Historismus im Landkreis Esslingen