Der Kampf um das klingonische Reich (Originaltitel: Redemption und Redemption II) ist eine Doppelfolge der US-amerikanischen Science-Fiction-Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Es handelt sich um die 26. Folge der vierten Staffel und die erste Folge der fünften Staffel. Sie wurde in den Vereinigten Staaten über Syndication vermarktet und erstmals am 17. Juni und 23. September 1991 auf verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt. In Deutschland war sie zum ersten Mal am 24. und 28. März 1994 in einer synchronisierten Fassung auf Sat.1 zu sehen.

Handlung Teil I Im Jahr 2367 bei Sternzeit 44995.3 ist die Enterprise auf dem Weg zur Heimatwelt der Klingonen, wo Captain Picard an der Amtseinführung des neu gewählten Kanzlers Gowron teilnehmen soll. Picards klingonischer Sicherheitsoffizier Worf hatte vor einem Jahr seine Entehrung hingenommen, indem er akzeptierte, dass sein verstorbener Vater vom Hohen Rat für schuldig befunden wurde, die klingonische Kolonie Khitomer an die Romulaner verraten zu haben. Der tatsächliche Verräter war allerdings der Vater von Duras, Gowrons Konkurrenten um die Kanzlerschaft. Da Duras und seine Familie sehr mächtig waren, hatte Worf die Entehrung akzeptiert, um einen Bürgerkrieg im klingonischen Reich zu verhindern. Vor einigen Monaten hatte Worf Duras im Zweikampf getötet, nachdem dieser seine Geliebte K’Ehleyr ermordet hatte. Picard glaubt, für Worf könnte sich durch den Machtwechsel eine gute Gelegenheit bieten, die Wiederherstellung seiner Familienehre einzufordern. Worf ist jedoch unsicher, ob der richtige Zeitpunkt wirklich schon gekommen ist.

Unerwartet nähert sich ein klingonisches Kriegsschiff der Enterprise. An Bord befindet sich Gowron, der Picard zum raschen Handeln auffordert, um einen drohenden Bürgerkrieg zu verhindern. Duras’ Familie ist nach wie vor stark. Das Haus wird jetzt von seinen Schwestern Lursa und B’Etor geleitet, denen es irgendwie gelungen ist, sich die Loyalität wichtiger Ratsmitglieder zu sichern und Gowrons Machtanspruch anzufechten. Nach Ende ihrer Besprechung unterrichtet Worf Gowron im Zwiegespräch über den Verrat von Duras’ Vater – ein Fakt, der Gowron bislang unbekannt ist. Er bietet Gowron auch entsprechende Beweise an, wenn er dafür seine Familienehre wiederherstellt. Gowron muss dieses Angebot jedoch ablehnen, denn der Hohe Rat wusste um die wahren Vorgänge und leider ist er auf dessen Unterstützung angewiesen.

Worf bittet Picard um einen Urlaub auf unbestimmte Zeit, was dieser ihm gewährt. Er sucht seinen Bruder Kurn auf, der das Kommando über vier Schwadronen von Kriegsschiffen innehat, und unterrichtet ihn über sein Gespräch mit Gowron. Kurn möchte daraufhin gegen Gowron in den Krieg ziehen, doch Worf ist sein älterer Bruder und verlangt daher von ihm, einen anderen Plan zu verfolgen. Da Gowron der rechtmäßige Führer des Reichs ist, müssen Worf und Kurn ihm gegenüber loyal sein. Doch zunächst will Worf abwarten, bis Gowron von seinen Feinden umzingelt ist. Dann erst will er ihm zu Hilfe kommen und als Preis dafür die Wiederherstellung der Familienehre fordern.

Auf der klingonischen Heimatwelt findet unterdessen die Zeremonie zur Amtseinführung von Gowron statt. Plötzlich betreten Lursa und B’Etor die große Halle des Rats und stellen Toral vor, den Sohn des Duras, der Gowrons Führungsanspruch anfechten will. Toral ist noch ein Knabe und dazu nur ein illegitimer Sohn. In Gowrons Augen hat er damit keinerlei Recht auf einen Führungsanspruch. Der Rat jedoch beschließt, dass Picard als unparteiischer Vermittler über Torals Anspruch entscheiden soll. Während der Bedenkzeit treffen sich Lursa und B’Etor heimlich mit einigen verbündeten Romulanern und besprechen das weitere Vorgehen.

Worf kehrt auf die Enterprise zurück und will Aufzeichnungen aus dem Schiffscomputer über das Khitomer-Massaker kopieren, um sie Gowron zu übergeben. Picard sieht darin einen Interessenkonflikt, da Worf seine Position als Sternenflottenoffizier nutzt, um in einem internen klingonischen Konflikt einer Partei zu helfen. Er sieht darin das Prinzip der Nichteinmischung verletzt, ist aber bereit, die Aufzeichnungen allen Parteien zugänglich zu machen. Kurz darauf wird Picard von Lursa und B’Etor eingeladen, die ihm nahelegen, für Toral zu entscheiden. Picard will jedoch ausschließlich auf Grundlage des klingonischen Rechts urteilen. Ihm ist klar, was die Schwestern planen: Wenn er für Toral stimmt, verliert Gowron die Unterstützung des Rates und sein Leben. Dann können die beiden mit Toral als Marionette die eigentliche Macht ausüben. Entscheidet Picard sich hingegen für Gowron, wird es zum Bürgerkrieg kommen und wenn die Duras-Familie gewinnt, wird sie Picard beschuldigen, nur Föderations-Interessen verfolgt zu haben, und die Allianz zwischen der Föderation und den Klingonen aufkündigen.

Am nächsten Tag hat Picard seine Entscheidung gefällt: Er weist Torals Anspruch zurück, da dieser noch zu jung ist und keine Taten zum Ruhm des Reichs vorweisen kann. Gowron wird damit offiziell zum Kanzler ernannt. Empört verlassen die Duras-Familie und ein Großteil der Ratsmitglieder die große Halle. Gowron kehrt auf sein Schiff zurück. Worf hält den Zeitpunkt für gekommen, ihm die Unterstützung von Kurns Flotte anzubieten. Gowron bezweifelt aber, dass das genügen wird, und fordert von Worf, dass er Picard von einer Intervention der Sternenflotte überzeugen soll. Während ihres Gesprächs wird das Schiff plötzlich von zwei Kriegsschiffen der Duras-Familie angegriffen. Picard sieht sich außerstande, mit der Enterprise in einen internen klingonischen Machtkampf einzugreifen. Schließlich wird Gowron jedoch durch das Auftauchen von Kurns Flotte gerettet.

Gowron geht nun auf das Hilfsangebot von Worf und Kurn ein, doch Picard beharrt darauf, dass es sich um einen internen klingonischen Konflikt handelt und daher keine Unterstützung durch die Sternenflotte zu erwarten ist. Worf wird vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Seine persönliche Beteiligung an Gowrons Kampf gegen die Duras-Familie ist unvereinbar mit seinen Pflichten als Sternenflottenoffizier. Er entschließt sich daher, die Sternenflotte zu verlassen. Mit einem Ehrenspalier verabschiedet ihn die Besatzung der Enterprise und er tritt seinen neuen Posten auf Gowrons Schiff an.

Lursa und B’Etor geben sich siegessicher, als die Enterprise den klingonischen Raum verlässt, doch eine ihrer romulanischen Verbündeten ermahnt sie, Captain Picard nicht zu früh abzuschreiben. Es handelt sich bei ihr um eine recht ungewöhnliche Romulanerin mit blondem Haar und einer erstaunlichen Ähnlichkeit zu Tasha Yar, der totgeglaubten früheren Sicherheitschefin der Enterprise.

Teil II Der klingonische Bürgerkrieg tobt bereits seit einer Weile. Inzwischen ist ein neues Jahr angebrochen. Worf dient jetzt auf dem Schiff seines Bruders Kurn, dem es nur mit List gelingt, zwei feindliche Verfolger zu zerstören. Währenddessen fliegt die Enterprise nach Sternenbasis 234, wo Picard das weitere Vorgehen mit Flottenadmiralin Shanti besprechen will. Sie sieht weiterhin keine Möglichkeit für ein Eingreifen der Sternenflotte. Picard meint jedoch, wenn sich eine Unterstützung der Romulaner für die Duras-Familie beweisen ließe, würde es sich nicht mehr um einen rein internen klingonischen Konflikt handeln. Er schlägt daher vor, eine Flotte von Föderationsraumschiffen in den klingonischen Raum zu entsenden, die nicht an Kampfhandlungen teilnehmen sollen, sondern stattdessen eine Blockade entlang der romulanisch-klingonischen Grenze errichten. Sein Chefingenieur Geordi La Forge hat eine Methode entwickelt, um zwischen den Schiffen ein Netz aus Tachyon-Strahlen zu errichten, durch welches getarnte romulanische Versorgungsschiffe aufgespürt werden könnten. Shanti stimmt dem Plan schließlich zu und Picard erhält 23 Schiffe. Viele von ihnen haben allerdings noch keine vollständige Mannschaft und so werden einige erfahrene Offiziere der Enterprise abgestellt. Der erste Offizier Riker übernimmt das Kommando der Excalibur, La Forge wird sein erster Offizier. Auch der zweite Offizier, der Android Data, hält sich inzwischen für erfahren genug, um ein Kommando zu übernehmen, und Picard versetzt ihn auf die Sutherland.

Worf, der lange unter Menschen gelebt hat, hat einige Schwierigkeiten damit, sich den klingonischen Gepflogenheiten anzupassen. Die Hauptstadt wurde zum neutralen Territorium erklärt und es wirkt auf Worf sehr befremdlich, dass Krieger beider Seiten hier miteinander feiern.

Data tritt sein Kommando auf der Sutherland an. Sein erster Offizier Christopher Hobson hat ein sichtliches Problem damit, unter einem Androiden zu dienen. Er bittet um seine Versetzung, was Data aber ablehnt. Die Flotte ist bereit und setzt Kurs auf den klingonischen Raum. Der Duras-Familie und ihren Verbündeten entgeht dies nicht. Der Romulanerin ist klar, dass Picard für einen Kampf zu wenig Schiffe hat und daher irgendetwas anderes planen muss. Sie fordert umgehend Verstärkung von Romulus an.

Die Föderationsflotte hat ihr Ziel erreicht, als es auf der Sutherland plötzlich zu einer Fehlfunktion kommt. Diese kann zwar behoben werden, doch dabei tut sich Hobson negativ hervor, indem er Data übergeht und eigenmächtig Befehle erteilt. Schließlich ist das Tachyonen-Netz in Betrieb. Den Romulanern ist jetzt klar, was Picards Absicht ist. Die romulanische Kommandantin will ihn dazu bewegen, seine Flotte wieder abzuziehen. Hierzu enttarnt sie ihr Kriegsschiff vor der Enterprise und gibt sich selbst zu erkennen. Picard ist völlig fassungslos und hält sie zunächst für Tasha Yar. Die Kommandantin erklärt jedoch, ihr Name sei Sela und Tasha Yar ist ihre Mutter. Sie gibt ihm 20 Stunden Zeit, um umzukehren, denn die Romulaner werden eine so große Flotte direkt an ihrer Grenze nicht einfach hinnehmen. Die Besatzung der Enterprise ist ratlos, was sie von Sela halten soll. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die vor rund drei Jahren verstorbene Tasha Yar jemals schwanger war. Ein romulanisches Täuschungsmanöver wird in Betracht gezogen, doch Picard kann keinen Grund dafür erkennen. Schließlich sucht ihn die el-aurianische Barkeeperin Guinan auf. Sie hat noch vage Erinnerungen an Ereignisse aus einer alternativen Zeitlinie, die vor anderthalb Jahren stattgefunden haben. In dieser Zeitlinie, die durch das plötzliche Auftauchen, des Vorgängerschiffs der Enterprise, der Enterprise C, verursacht worden war, war Yar noch am Leben. Sie reiste mit der Enterprise C 22 Jahre zurück in die Vergangenheit, um bei der Verteidigung des klingonischen Außenpostens Narendra III gegen einen romulanischen Angriff zu helfen. Picard bittet um ein persönliches Treffen mit Sela und die bestätigt Teile von Guinans Geschichte: Tasha Yar war tatsächlich auf der Enterprise C und wurde nach der verlorenen Schlacht von den Romulanern gefangen genommen. Sie sollte exekutiert werden, doch ein romulanischer General machte sie zu seiner Geliebten. Schließlich kam Sela zur Welt. Als sie vier Jahre alt war, wollte ihre Mutter mit ihr fliehen, doch sie wollte ihr Heim nicht verlassen und schrie. Tasha Yar wurde entdeckt und hingerichtet. Schließlich reist Sela wieder ab, ohne mit Picard eine Einigung erzielt zu haben.

Worf wird zunehmend unzufrieden, dass Gowron seine Zeit mehr mit Zweikämpfen gegen unzufriedene Mitstreiter verschwendet, statt etwas gegen den schlechten Verlauf des Krieges zu unternehmen. Für Kurn steht Gowrons Verhalten im Einklang mit den klingonischen Traditionen und er will, dass Worf das akzeptiert. Lursa und B’Etor bemerken diese Entfremdung von Worf und wollen sie ausnutzen. Sie lassen ihn entführen und bieten ihm an, sich ihnen anzuschließen und gemeinsam mit ihnen zu herrschen. Worf lehnt das entrüstet ab und wird daraufhin zu einem Verhör fortgebracht.