Die Sapina () ist ein mäandernder Fluss im Nordosten der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Ostpreußen. Er ist 47,6 km lang, bis zu 20 m breit und bis zu 1 m tief. Die Wasserstraße verbindet den Gołdapiwo () mit dem Mamry ().
Lage Der Goldapgar-See wird als Quellgebiet der Sapina bezeichnet. Nicht weit davon entfernt befindet sich die Puszcza Borecka (), die von einer Herde frei lebender Wisente bewohnt wird. Dort soll sich die eigentliche Quelle der Sapina befinden. Naturforscher glauben, dass er in der Nähe des Dorfes Spytkowo () entspringt. Nach den aktuellen Landkarten verlässt die Sapina den Kruklin () im Norden, durchfließt den Patelnia () und den Ort Kruklanki () und mündet dann in den Goldapgar-See.
1910 wurde nördlich von Przerwanki () die Przerwanki-Schleuse gebaut. 1949 wieder hergestellt, ermöglicht sie kleinen Schiffen die Fahrt auf der Sapina vom Gołdapiwo () zum Jezioro Wilkus (). Die Schleuse hat eine Länge von 25 Metern und eine Breite von vier Metern.
Die Schleuse verbindet das Flüsschen mit dem Hauptabfluss des Sees, das weiter durch den Jezioro Wilkus () und den kleinen Brżąs () fließt. Es durchströmt den Pozezdrze () und den Stręgiel () und erreicht bei Ogonki () den Święcajty (), einem Teil des Mauersees.
Freizeitnutzung Die Sapina bietet den Kontakt mit der unberührten Natur. Es sind Biberburgen und Raubvögel, auch Seeadler, zu sehen. Der gesamte Fluss mit seinen Seen ist eine Ruhezone, in der Motorboote nur sehr eingeschränkt verwendet werden dürfen.
Der Bachlauf kann mit Kajaks und streckenweise mit kleinen Segelbooten befahren werden. Die Länge der Segelstrecke beträgt etwa 29 km, sie beginnt am Schwenzait-See und endet am Goldapgar-See. Die Kajakroute erstreckt sich weiter bis zum Kruklinner See (auch Kraukelner See), ist 34 km lang und kann als eintägige oder zweitägige Wandertour mit Übernachtung durchgeführt werden.
Przerwanki-Schleuse mini|links|Schleuse Przerwanki Die Przerwanki-Schleuse wurde bereits 1910 gebaut (neben dem Dorf Przerwanki – Przerwanken, Wiesental). Ihre Aufgabe bestand darin, das Wasser des Goldapgar-Sees aufzustauen, um eine Wasserreserve für den Bedarf des Masurischen Kanals zu schaffen. Die Schleuse ist 25 Meter lang und 4 Meter breit und staut das Wasser bis zu einer Höhe von einem Meter. Es ist die einzige Schleuse in Polen, die an einem Fluss betrieben wird, der nicht einmal den Status einer Wasserstraße der niedrigsten Klasse hat.
Die Schleuse kann von Segelbooten mit einem Tiefgang von bis zu 50 cm genutzt werden. Der Einsatz von Verbrennungsmotoren in der Schleuse ist verboten. Die Bedienung der Schleuse erfolgt von Mai bis Oktober täglich zwischen 9:00 und 17:00 Uhr.
In den 1930er Jahren war geplant, im Zuge von Meliorationsplänen den Bach zu vertiefen und zu begradigen. Ziel war es, nach Fertigstellung des Masurischen Kanals die Regelung des Wasserzu- und -abflusses durch die Einschaltung eines Staubeckens durchzuführen. Dafür war der Goldapgar-See schon viele Jahre vorher vorgesehen und ausgebaut worden.
Eisenbahnbrücke von Kruglanken links|mini|Reste der Eisenbahnbrücke Im Oberlauf der Sapina überquerte seit dem 15. September 1908 die Bahnstrecke Kruglanken–Marggrabowa (1928 bis 1945: Treuburg) den Bachlauf. Diese verband den nördlichen Teil des Masurische Seengebiets um die Städte Węgorzewo () und Giżycko () mit der Kreisstadt Olecko (). Die steinerne Bogenbrücke über den Bachlauf bei Kruglanken wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt und nicht mehr instand gesetzt. Ein Wanderweg führt an noch vorhandenen Teilen des gesprengten Bauwerkes vorbei.
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Einzelnachweise
Kategorie:Fluss in der Woiwodschaft Ermland-Masuren