mini|Mario Masini, 2003 Mario Masini (* 28. Januar 1939 in Savona; † 13. März 2023 in Stuttgart) war ein italienischer Kameramann.

Leben und Werk Nach Abschluss seines Studiums 1961 am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom übernahm Masini verschiedene Assistenztätigkeiten in der italienischen Filmproduktion. Seine Karriere als Kameramann begann er mit Dokumentarfilmen von Silvano Agosti, Paolo Brunatto und Paola Faloja. Seit Il barocco leccese war er der Kameramann in allen fünf Spielfilmen, die der Theaterregisseur, Experimentalfilmer und Schauspieler Carmelo Bene zwischen 1968 und 1973 gedreht hat.

1971 wurde er von den Brüdern Taviani für ihren Film San Michele aveva un gallo engagiert. 1977 drehte er mit Padre Padrone – Mein Vater, mein Herr, der 1977 in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, einen zweiten Film mit den Taviani-Brüdern.Mario Masini, lo “sguardo” del film 2. November 2011, abgerufen am 18. März 2024

Nach diesem Film gab er das Kino auf, befasste sich intensiv mit der Anthroposophie von Rudolf Steiner und zog dann nach Stuttgart, wo er über zehn Jahre an der dortigen Steiner-Schule unterrichtete.Il Centro Sperimentale saluta l’ex allievo Mario Masini Fondazione Centro Sperimentale di Cinematografie, abgerufen am 18. März 2024 U. a. arbeitete er mit behinderten Jugendlichen an Theaterprojekten.Mario Masini, il cinema delle Ombre: da Carmela Bene a La Sciarpa Rossa cinemaitliana.info, abgerufen am 18. März 2024

Ende 1990 wendete er sich wieder dem Kino zu, drehte Filme hauptsächlich für das portugiesische Kino und arbeitete mit afrikanischen Regisseuren zusammen. 1997 drehe er den Dokumentarfilm Augen – Blicke in die Zukunft, einen Dokumentarfilm der algerischen Filmemacherin Malika Chalabi über Steiner-Schulen in Südafrika, Brasilien, Israel und Russland. 2008 war er der Kameramann in Haile Gerimas Film Teza, der in Venedig drei Filmpreise gewann und für den Goldenen Löwen nominiert war. 2012 drehte er mit dem angolanischen Regisseur Zézé Gamboa den Polit-Thriller O grande Kilapy, der auf mehreren Filmfestspielen gezeigt wurde und dort Nominierungen und Auszeichnungen erhielt.

Filmografie (Auswahl) 1972: San Michele avevo un gallo, Regie: Paolo und Vittorio Taviani 1974: Das Parfüm der Dame in Schwarz, (Il profumo della signora in nero), Regie: Francesco Barilli 1975: Lezione private, Regie: Vittorio De Sisti 1977: Padre Padrone – Mein Vater, mein Herr, Regie: Paolo und Vittorio Taviani 2007: Vogliamo anche le rose, Regie: Alina Marazzi 2008: Teza, Regie: Haile Gerima 2009: Auf der Suche nach dem Gedächtnis, Dokumentarfilm, Regie: Petra Seeger 2012: Baby Blues (Tutto parla di te), Regie: Alina Marazzi 2012: Die feinen Unterschiede, Regie: Sylvie Michel 2012: O grande Kilapy, Regie: Zézé Gamboa 2018: Mar, Regie: Margarida Gil

Literatur Ludovico Cantisani d’Auria: L’eroico Masini: un direttore della fotografia tra Carmelo Bene e i fratelli Taviani. Artdigiland, 2021. ISBN 978-1-90908851-1

Weblinks

Mario Masini, Filmografie Datenbank des italienischen Films Carlo Alberto Petruzzi. Italian experimental cinema: Interview with Mario Masini Journal of Italian Cinema & Media Studies, Volume 9, Issue 2, März 2021, S. 271–276. DOI: doi:10.1386/jicms_00066_7 Ludovico Cantisani: Gli occhi che hanno visto la vista. In margine a un libro-intervista con Mario Masini su Carmelo Bene, Limina, abgerufen am 18. März 2024

Einzelnachweise

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