mini|Evangelische Kirche Reinsbronn Die Evangelische Kirche ist die Pfarrkirche von Reinsbronn, einem Ortsteil von Creglingen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Verbundkirchengemeinde Braunecker Land gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte 1369 bauten die Herren von Reinsbronn auf ihrem Eigengut eine Kapelle, die zu St. Stephan in Bamberg inkorporiert wurde. Philipp Geyer von Giebelstadt baute sie 1593 zu einer kleinen Kirche aus, die schon 1618 von seinen Söhnen erweitert und mit einer Glocke bedacht wurde. Wegen der Baufeuchtigkeit der Kirche und der stark gestiegenen Einwohnerzahl von Reinsbronn war im 19. Jahrhundert ein Neubau notwendig.

Baubeschreibung Der Neubau der neuromanischen Kirche wurde ab 1843 von der Gemeinde betrieben und dann 1852 verwirklicht durch den Regierungsbaurat im Bezirksbauamt Schwäbisch Hall, Immanuel Wilhelm Pflüger (1810–1891), und im Rundbogenstil nach dem Typus einer Kameralamtskirche errichtet.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche – Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 144, 259, 310 – ISBN 978-3-95505-592-9. Bauherr und Finanzier war der Staat, das Königreich Württemberg. Durch Ablösung bereits 1867 wurde die Gemeinde Eigentümerin der Kirche. Diese besteht aus einem von Nordost nach Südwest gerichteten Langhaus und seinen drei Portalen sowie einem Kirchturm mit Sakristeizugang im Südwesten, dessen Südwest-Winkel zum Langhaus die Sakristei und dessen oberstes Geschoss die Turmuhr und hinter den als Biforien gestalteten Klangarkaden den Glockenstuhl enthält, und der mit einem achtseitigen Knickhelm bedeckt ist. Die im Innenraum dreiseitig umlaufenden Emporen tragen mit ihren kannelierten quadratischen Pfeilern auch das Dachwerk und sind auf die kleine, axial in den Turmsockel hineingestellte Apsis ausgerichtet. Dort stehen Altar und Kanzel mit den jeweiligen Zugängen aus dem Turm heraus übereinander. Das Innere ist weitgehend schmucklos, abgesehen von der frischen Farbgebung der Kartuschen an Altar, Kanzel und Emporenbrüstungs seit der letzten Renovierung im Jahr 2000.

Ausstattung Der alte Renaissance-Taufstein von der Wende 16./17. Jahrhundert hat einen schlanken Fuß und ein flaches, weit ausladendes Becken.

Den Kirchenvorraum beherrscht das Grabmal des Philipp Geyer von Giebelstadt, der in Reinsbronn die Reformation eingeführt hatte. Das Grabmal stammt aus der Zeit nach seinem Tod 1607, vermutlich gestaltete es der damals bekannte Bildhauer Michel Niklas aus Reinsbronn. Es wurde 1903 vom Friedhof in die Kirche versetzt.

Die älteste Glocke, bereits 1618 in Nürnberg für die Vorgängerkirche gegossen, trägt eine Stiftungsinschrift der Adelsfamilie Geyer von Giebelstadt.

Die jetzige Orgel von 1858 wurde aus Weikersheim von der Orgelbaufirma Aug. Laukhuff geliefert.

Literatur Siegwart Rupp: Kirchenbauten im württembergischen Kameralamtsstil. In: Schwäbische Heimat 3/1972, S. 178–196.

Ulrich Gräf: Kirchen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Württembergisch-Franken. In: Peter Schiffer (Hg.): Die Kirche im Dorf. Beiträge einer Arbeitstagung [...] und des Historischen Vereins für Württembergisch Franken. Sigmaringen 1998, S. 109–144 [Nr. 12]. Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg. Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003), Seite 87 f.

Weblinks

Webauftritt der Verbundkirchengemeinde Braunecker Land auf der Website des Kirchenbezirks Hohenlohe Kirchbaudatenblatt

Einzelnachweise

Evangelische Kirche Reinsbronn Kategorie:Kulturdenkmal in Creglingen Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Baden-Württemberg Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Bauwerk des Historismus im Main-Tauber-Kreis Kategorie:Erbaut in den 1850er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa