Renate Aris (geboren am 25. August 1935 in Dresden) ist eine jüdische Überlebende des Holocaust. Sie war Leiterin der Kostümabteilung im Theater Junge Generation und Elbe-Elster-Theater und bis 1990 Leiterin des Kostümberereichs des Fernsehens der DDR (Studios Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt). Bis heute spricht Aris an Schulen und bei Veranstaltungen als Zeitzeugin.

Leben Renate Aris ist die Tochter von Susanne, geborene Reinfeld und Helmut Aris und die Schwester von Heinz-Joachim Aris. Da Susanne Aris aus einer nicht-jüdischen Familie stammte, musste die Familie Aris bis 1945 nicht in ein sogenanntes Judenhaus ziehen. Der geplanten Deportation in das Ghetto Theresienstadt am 16. Februar 1945 entging Renate Aris (ebenso wie ihr Vater und ihr Bruder) durch die Luftangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 und ihre anschließende Flucht. Versteckt im Haus eines Bekannten am Weißen Hirsch, überstand die Familie die Zeit bis Kriegsende.

Nach ihrer Lehre zur Gewandmeisterin und dem Abschluss der Meisterakademie des Handwerks 1958 war Aris insgesamt 12 Jahre Leiterin der Kostümabteilungen im Theater Junge Generation und Elbe-Elster-Theater. Von 1969 bis 1990 leitete sie den Kostümbereich der Studios Dresden, Leipzig und Chemnitz des Fernsehens der DDR.

Aris war von 1988 bis 2003 stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und etwa von 1994 bis 2006 Präsidiumsmitglied des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden. 1999 sorgte sie für die Wiedergründung des „Jüdischen Frauenvereins der Gemeinde Chemnitz“, welcher im Juni 1939 durch die Nationalsozialisten zwangsweise aufgelöst worden war.

Auszeichnungen 2012: Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz 2016: Auszeichnung mit dem Sächsischen Verdienstorden

2022: Ehrenpreis des Chemnitzer Friedenspreises für ihre Lebensleistung

2025: Bundesverdienstkreuz am Bande

Literatur Renate Aris: Ich sang die HaTikva, da waren meine israelischen Freunde noch nicht geboren. In: Nea Weissberg (Hrsg.): Halle ist überall – Stimmen jüdischer Frauen. Lichtig-Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-929905-42-7, S. 39–48.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Person des Judentums (DDR) Kategorie:Person des Judentums (Dresden) Kategorie:Zeitzeuge des Holocaust Kategorie:Träger des Sächsischen Verdienstordens Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Kostümbildner (Deutschland) Kategorie:Person (Religion, Chemnitz) Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Frau