mini|hochkant|Margaretenkirche in Plüderhausen Die evangelische Margaretenkirche steht in Plüderhausen, einer Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Schorndorf der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte mini|Innenansicht Die erste steinerne Kapelle ohne Turm wurde um 1100 gebaut, eine erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1142. Der Turm der jetzigen Kirche stammt mit seinem gemauerten Teil aus der Zeit um 1200, im Erdgeschoss des Turmes befindet sich ein Turmchor mit einem Kreuzrippengewölbe. Die beiden Schlusssteine zeigen ein Lamm und eine Dreieinigkeitsdarstellung.
Nach einem Brand im Jahr 1519 wurde das Kirchenschiff bis 1523 wieder aufgebaut. 1536 wurde in Plüderhausen die Reformation eingeführt und die Margaretenkirche evangelisch. Der Chorturm wurde 1687 mit einem achteckigen Geschoss aus Holzfachwerk aufgestockt, das die Turmuhr und den Glockenstuhl enthält, und mit einer Glockenhaube bedeckt, die sich in einer Laterne fortsetzt.
1804 wurde das Kirchenschiff abgerissen und im klassizistischen Stil nach Norden verbreitert und nach Westen verlängert. Der Chorturm blieb erhalten, das Turmuntergeschoss dient mittlerweile als Sakristei.
Im Kirchturm wurden 2019 durch Naturschützer Nistkästen für Dohlen und Turmfalken eingebaut.
Ausstattung Über dem Westportal findet sich ein Relief der Kirchenpatronin Margareta von Antiochien, das aus den Jahren um 1470/80 stammt.
Das Kruzifix entstammt dem frühen 18. Jahrhundert. Die Kanzel stammt aus den Jahren 1742/43. mini|Kanzel und Kruzifix aus dem 18. Jahrhundert
Orgel 1897 errichtete die Orgelbaufirma Link eine Orgel in der Margaretenkirche, die 1959 umgebaut und erweitert wurde.
Aufgrund technischer Mängel wurde 2012 von Orgelbau Richard Rensch im historischen Gehäuse eine neue Orgel erbaut. Die neue Orgel hat 17 Register auf 2 Manualen und Pedal.
Glocken Die älteste Glocke, die Scheidglocke, stammt aus dem Jahr 1728 und wurde von einem unbekannten Glockengießer gegossen. Die Betglocke ist beim Trauer-Geläut um Herzog Carl Eugen zersprungen und musste von Christian Gottlieb Neubert in Ludwigsburg nachgegossen werden. GlockeNameGlockengießerGussortGussjahrSchlagtonDurchmesserHöheInschriftI.BetglockeChristian Gottlieb NeubertLudwigsburg1794e'122 cm95 cmGEGOSSEN VON CHRISTIAN GOTTLIEB NEUBERT IN LUDWIGSBURG 1794 UNTER PFARRER PICHLER UND AMTMANN OSTERTAG / 300 IAHR FAST TOENTE ICH / IN LEID UND FREUDE SCHOEN / DANN SPRENGTE TRAUER-GELÄUTE MICH / UM HERZOG CARL EUGEN / DOCH SCHUF MICH NEUBERTS KÜNSTLERHAND / ZU NEUER HARMONIE / HALT VEST AN IHR O VATERLAND / DIE ZWIETRACHT HASS UND FLIEHII.Scheidglockeunbekanntunbekannt1728g'100,5 cm82 cmGLORIA DEO IN EXCELSIS IN DEI ET ECCLESIAE HONOREM TRANSFVSA ANNO 1728 / ALS DURCH DIE GNADE GOTTES GEGENWÄRTIGE / GLOCKE GEGOSSEN WORDEN, WAREN DIE VORSTEHER / BEY DER KIRCH VND DER COMMVN HIESIGEN ORTTS / PFARRER M. IOHANN MELCHIOR KAPFF / AMBTMANN IOHANN HEINRICH RIEGGER AMBTSVERWESER IOHANN GEORG GREINER / BVRGERMEISTER IOHANN GEORG GREINER / HEYLIGENPFLEGER ADAM KLOTZIII.KreuzglockeGebrüder BachertKochendorf1953a'93,7 cm?IV.TaufglockeHeinrich KurtzStuttgart1956h'82,2 cm?
Literatur Adolf Schahl: Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises. Band 1. Deutscher Kunstverlag, München und Berlin 1983, ISBN 3-422-00560-9, S. 722f.
Weblinks
Aus der Geschichte auf der Website der Kirchengemeinde Kirchbaudatenblatt
Einzelnachweise
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