The Penguin ist eine im Jahr 2024 veröffentlichte US-amerikanische Miniserie nach einer Idee von Lauren LeFranc. Es handelt sich um ein Spinoff zu The Batman (2022) und stellt die Comicfigur Pinguin in den Mittelpunkt, die erneut von Colin Farrell dargestellt wird. In weiteren zentralen Rollen sind Cristin Milioti, Rhenzy Feliz und Deirdre O’Connell zu sehen. Die Erstveröffentlichung erfolgte von September bis November 2024 in den USA durch den Streaminganbieter Max, in Deutschland durch Sky Atlantic und WOW.

Kritiken zu The Penguin fielen überwiegend positiv aus und hoben neben der schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller auch die Charakterzeichnung seiner Protagonisten und allgemein düstere Stimmung der Miniserie hervor. Im Rahmen der Primetime-Emmy-Verleihung 2025 erhielt The Penguin bei 24 Nominierungen neun Auszeichnungen, darunter für Milioti als beste Hauptdarstellerin.

Handlung Die Serie setzt eine Woche nach den Ereignissen von The Batman ein und behandelt den Aufstieg von Oswald „Oz“ Cobb innerhalb der Unterwelt von Gotham.

Besetzung und Synchronisation

Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei Interopa Film in Berlin nach Dialogbüchern von Robert Golling und unter der Dialogregie von Stefan Fredrich. Rolle Schauspieler Hauptrolle(Episoden) Nebenrolle(Episoden) Synchronsprecher Oswald „Oz“ Cobb / Der Pinguin Colin Farrell 1.01–1.08 Florian Halm Ryder Allen (jung) 1.07–1.08 Ludwig Ott Sofia Falcone-Gigante / Der Hangman Cristin Milioti 1.01–1.08 Marie Bierstedt Victor Aguilar Rhenzy Feliz 1.01–1.08 Marco Eßer Johnny Viti Michael Kelly 1.01–1.05 Peter Flechtner Eve Karlo Carmen Ejogo 1.01–1.03, 1.05–1.06, 1.08 Natascha Geisler Alberto Falcone Michael Zegen 1.01–1.02, 1.04 Florian Hoffmann Milos Grapa James Madio 1.01–1.02, 1.04 Tobias Lelle Francis Cobb Deirdre O’Connell 1.01–1.02, 1.05–1.08 Traudel Haas Emily Meade (jung) 1.07–1.08 Ronja Peters Salvatore Maroni Clancy Brown 1.01–1.02, 1.05–1.07 Oliver Stritzel Nick Fuchs David H. Holmes 1.01–1.02, 1.05–1.07 Timo Weisschnur Mikey Stone Joshua Bitton 1.01–1.02, 1.05 Robin Kahnmeyer Castillo Berto Colon 1.01–1.02 Torben Liebrecht Calvin Ben Cook 1.01, 1.03 Flemming Stein Carmine Falcone Mark Strong 1.01, 1.04 Tom Vogt Bella Reál Jayme Lawson 1.01, 1.08 Yvonne Greitzke Nadia Maroni Shohreh Aghdashloo 1.02–1.05 Kerstin Sanders-Dornseif Dr. Julian Rush Theo Rossi 1.02, 1.04–1.08 Daniel Fehlow Luca Falcone Scott Cohen 1.02, 1.04 Bernd Vollbrecht Carla Viti Aleksa Palladino 1.02, 1.04 Berenice Weichert Margaret Pye / Magpie Marié Botha 1.02 (Stimme), 1.04 Marieke Oeffinger Det. Marcus Wise Craig Walker 1.02, 1.07–1.08 Sven Brieger Lawrence Loman / Squid Jared Abrahamson 1.03, 1.05–1.06 Ricardo Richter Summer Gleeson Nadine Malouf 1.04 Schaukje Könning Chief Mackenzie Bock Con O’Neill 1.05, 1.08 Tim Moeseritz Rex Calabrese Louis Cancelmi 1.07–1.08 Alexander Doering Benny Cobb Nico Tirozzi 1.07–1.08 Lou Wittorf Jack Cobb Owen Asztalos 1.07–1.08 Moritz Hecke Taj Maroni Aria Shahghasemi 1.02–1.05 Michel Diercks Roxy Jessie Pinnick 1.02–1.03, 1.06 Franciska Friede Gia Viti Kenzie Grey 1.02, 1.04–1.05, 1.07 Julia Fehr Feng Zhao François Chau 1.03, 1.06, 1.08 Matthias Klages Link Tsai Robert Lee Leng 1 03, 1.06, 1.08 Jan Makino Graciela Anire Kim Amoda 1.03 Patricia Strasburger Det. William Kenzie Peter McDonald 1.04 Uve Teschner Stadtrat Sebastian Hady Rhys Coiro 1.06, 1.08 Dennis Herrmann

Produktion Hintergrund und Schreibprozess mini|hochkant|The Batman Regisseur Matt Reeves fungiert als Executive Producer der Miniserie. Im September 2021 befand sich der Streaminganbieter Max bereits in der Entwicklung der Serie über die Figur Oswald Cobblepot. Matt Reeves, Regisseur von The Batman, hatte vorgeschlagen, die Figur in einem weiteren Film zu ergründen, stattdessen wurde sich jedoch für das Serienformat entschieden.

Wie The Batman und andere Projekte mit Geschichten jenseits des DC Extended Universe läuft The Penguin mit der Neuordnung und -organisation durch James Gunn und Peter Safran unter der Marke Elseworlds.

Als Showrunnerin wurde Lauren LeFranc engagiert, Reeves hingegen fungiert als Executive Producer, ebenso wie der Produzent des Films, Dylan Clark. Da die Handlung zeitnah nach den Ereignissen von The Batman ansetzt, handele es sich um eine sehr düstere Geschichte und dadurch eine durchaus gewalttätige Serie, deren eigene Entwicklungen ein Fundament für Fortsetzung The Batman: Part II bilden sollen. Als Inspiration zitierten Clark und Reeves die Gangsterfilme Scarface (1983) sowie Rififi am Karfreitag (1980). Laut Showrunnerin LeFranc stelle die Miniserie sogar eine direkte Brücke zwischen den beiden Filmen dar, zudem habe man Elemente der verworfenen Serie Gotham P.D. mit eingebaut. Im September 2024 erklärte Reeves, dass Hauptdarsteller Farrell in The Batman: Part II ebenfalls wieder mit von der Partie sein wird.

LeFranc schrieb die Pilotepisode sowie das Finale der Miniserie, für die übrigen Episoden waren sieben weitere Autoren verantwortlich; im Mai 2023 waren die Drehbücher fertiggestellt. Die Showrunnerin erachtete die Serie eher als Krimi-Drama, entschied sich in ihrer Konzeption der Hauptfigur weitgehend auf Attribute aus der Comicvorlage zu verzichten und erklärte, auch an mehr Leute appellieren zu wollen, welche nicht die Comics kennen. Von der fünften zur sechsten Episode wurde mit einem Zeitsprung gearbeitet, LeFranc zufolge sollten die Figuren dadurch mehr Raum erhalten und der Untergrund schneller in Aktion gezeigt werden, wofür es sonst eine halbe Staffel zum Aufbauen gebraucht hätte.

Die dritte Episode ergründet die Hintergründe von Victor Aguilar und rückte die Figur weiter in den Fokus; die Schlussszene bildet dabei Darsteller Feliz zufolge eine Wendepunkt für dessen Charakter. Ein weiterer Wendepunkt und großer Moment der Figur ereignet sich in der sechsten Episode mit dem ersten begangenen Mord; jenen Moment diskutierten LeFranc und Feliz bereits im Vorhinein und vor den Dreharbeiten. Zudem weist Victor Aguilar zwar mehrere Parallelen zur Comicfigur Jason Todd auf, er ist jedoch keine direkte Adaptation dieser Figur.

Für die gezeigten Hintergründe der Figur Sofia Falcone in der vierten Episode ließ sich LeFranc von der Lebensgeschichte Rosemary Kennedys, der Schwester von John F. und Robert F. Kennedy, inspirieren. Sie ergänzte, um die Titelfigur besser zu verstehen, brauche es ein besseres Verständnis für seinen Antagonisten, in diesem Fall Sofia Falcone; jene erfahre mit dem Ende der Episode ebenfalls eine Art Wende. Betrachtet wurden in diesem Zusammenhang die Ähnlichkeiten der Figur mit dem von Al Pacino gespielten Michael Corleone aus der Pate-Trilogie (1972–1990), Darstellerin Milioti nahm zudem Einflüsse von Michelle Pfeiffers Catwoman aus Batmans Rückkehr (1992) in ihre Darstellung mit auf. Die Beziehung zwischen den Figuren Sofia Falcone und Julian Rush spielt laut LeFranc aktiv mit den gängigen Erwartungen des Genres und zeige eine Dynamik, die man nicht allzu oft sehen würde. Hinsichtlich ihrer Figur zog Milioti zudem den Vergleich zum von James Gandolfini gespielten Protagonisten Tony Soprano aus der Fernsehserie Die Sopranos (1999–2007).

Besetzung mini|hochkant|links|Die Rolle von Mafiaboss Carmine Falcone wurde anstelle von John Turturro mit Mark Strong neubesetzt. Colin Farrell ist erneut in der Titelrolle zu sehen und fungiert als Executive Producer, neben ihm spielt Cristin Milioti als Sofia Falcone die weibliche Hauptrolle. Entgegen der Comicvorlage wurde das bürgerliche Alter Ego von Farrell's Figur jedoch ultimativ zu Oswald „Oz“ Cobb geändert, um der Figur wie schon anderen Aspekten in jener Welt etwas Geerdetes zu verleihen. Weitere Darsteller umfassen Clancy Brown als Salvatore Maroni, Michael Zegen als Alberto Falcone und Michael Kelly als Johnny Viti. Ebenso verpflichtet wurden Shohreh Aghdashloo als Nadia Maroni, Deirdre O’Connell als Francis Cobb, Rhenzy Feliz als Victor Aguilar, James Madio als Milos Grapa, Scott Cohen als Luca Falcone, Theo Rossi als Dr. Julian Rush, Carmen Ejogo als Eve Karlo, François Chau als Feng Zhao, David H. Holmes als Nick Fuchs und Jared Abrahamson als Comicfigur Lawrence Loman / Squid.

Im Mai 2024 wurde die Verpflichtung von Mark Strong öffentlich, welcher den Part des Carmine Falcone von John Turturro übernahm; dieser hatte ihn noch in The Batman gespielt, war jedoch wegen Terminproblemen verhindert und musste ersetzt werden. Wie Turturro jedoch selbst erklärte, habe er es abgelehnt die Figur erneut zu verkörpern, da es ihm zufolge in der Miniserie vermehrt Gewalt gegen Frauen gab, während die Gewalt in The Batman zumeist off-screen geschah. Showrunnerin LeFranc gab als Antwort an, sie ging von Terminproblemen aus, respektiere Turturros Entscheidung, und lobte ihn in diesem Zusammenhang sowie Strong für ihre Darstellungen der Figur.

Auch aus The Batman kehrten Jayme Lawson als Bella Reál, Peter McDonald als William Kenzie und Con O’Neill als Chief Mackenzie Bock zurück. Neben dem von Abrahamson dargestellten Squid sind weiteren kleinen Nebenrollen die Comicfiguren Margaret Pye / Magpie, Summer Gleeson und Rex Calabrese zu sehen, gespielt werden sie von Marié Botha, Nadine Malouf und Louis Cancelmi. Des Weiteren verkörpern Ryder Allen und Emily Meade jeweils junge Versionen von Oz Cobb und Francis Cobb in Rückblenden, die beiden Brüder von Oz, Jack Cobb und Benny Cobb, werden von Owen Asztalos und Nico Tirozzi gespielt.

Im Februar 2023 wurde zudem die Rückkehr von Robert Pattinson berichtet, wobei unklar war, ob er als Bruce Wayne oder dessen Alter Ego Batman auftreten würde. Nachdem der Bericht zwischenzeitlich als falsch abgetan wurde, kamen im Juni 2024 erneut Berichte auf, wonach Pattinson in mindestens einer Episode auftreten soll. Ende August erklärten jedoch sowohl Showrunnerin LeFranc als auch Reeves, dass Pattinson nicht in der Serie zu sehen sein werde.

Dreharbeiten und Ausstattung mini|hochkant|Craig Zobel übernahm die Inszenierung der ersten drei Episoden. Die Dreharbeiten begannen unter dem Arbeitstitel Boss am 1. März 2023 in New York City. Als Regisseur für die ersten drei Episoden wurde Craig Zobel verpflichtet, daneben sind Helen Shaver, Kevin Bray und Jennifer Getzinger ebenfalls als Regisseure tätig. Im Zuge des Streiks der Writers Guild of America wurden die Dreharbeiten im Juni vorerst pausiert, Ende November schließlich fortgesetzt und im Februar 2024 abgeschlossen.

Den Dreh der Truck Sequenz in der zweiten Episode absolvierte die Crew um Regisseur Zobel in zwei Nächten. Für die Darstellung der Flutwelle in der Rückblende zu Beginn der dritten Episode studierten Zobel und das Team Sturmfluten, die sich während Hurrikan Katrina ereigneten, sowie mehrere Überschwemmungen und Hochwasser in Deutschland. Für die fiktiven Drogen in Form von Pilzen züchtete das Team echte Pilze und bemalte diese im Anschluss. Eine weitere Szene wurde ursprünglich für die achte Episode gedreht, jedoch letztlich geschnitten.

Für das Make-up ist wie bei The Batman Mike Marino verantwortlich; das Kostümdesign und das Szenenbild übernehmen jeweils Helen Huang und Kalina Ivanov. LeFranc, Huang und Milioti diskutierten dabei die Wahl und Präsentation der Kostüme von Sofia Falcone um Stereotype zu vermeiden; als Inspiration wurden die Models Edie Sedgwick und Kate Moss herangezogen. Das Kostüm von Oz Cobb in der achten Episode war nah an den Comics orientiert und wurde von Hauptdarsteller Farrell explizit gefordert.

Musik Den Soundtrack zur Serie komponierte Mick Giacchino, dessen Vater Michael Giacchino zuvor die Musik zu The Batman beisteuerte. In der ersten Episode wurde zudem der Song 9 to 5 von Dolly Parton verwendet.

Das aus 31 Musikstücken bestehende Soundtrack-Album wurde am 10. November 2024 durch WaterTower Music veröffentlicht. Der Soundtrack soll zu einem späteren Zeitpunkt durch WaterTower Music in Kooperation mit Mutant ebenfalls auf Vinyl und CD veröffentlicht werden.