Die Gotha WD 3 war ein deutsches Seeflugzeug aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. WD steht für „Wasser-Doppeldecker“.

Entwicklung Die WD 3 wurde als maritimer Aufklärer entworfen und war als „bewaffnetes zweisitziges Flugzeug mit einem M-G“ sowie mit „FT-Geber und -Empfänger“ nach der Einteilung der Kaiserlichen Marine ein CFT-Flugzeug. Ein weiteres Aufgabengebiet sollte die Ausbildung von Bomberbesatzungen umfassen. Das Muster wurde als dreistieliger Doppeldecker mit einer Rumpfgondel, in deren Heck sich der Motor, der eine Druckluftschraube antrieb, befand, entworfen. Von den inneren Verstrebungsebenen gingen zwei Leitwerksträger ab, an deren Enden zwei Seitenruder befestigt waren. Dazwischen war die Höhenflosse, die eine Seitenflosse auf ihrer Oberseite trug, angebracht. Als Besonderheit war die WD 3 statt für üblicherweise einen Beobachter für zwei ausgelegt, deren Arbeitsplätze sich nebeneinander im Bugstand befanden. Der Flugzeugführer saß dahinter in einer offenen Kabine unter dem Baldachin des Oberflügels.

Die WD 3 wurde 1915 fertiggestellt und absolvierte die Flugerprobung beim Seeflugzeug-Versuchskommando in Warnemünde, wo sie die Marinenummer 259 erhielt. Eine Serienproduktion wurde nicht eingeleitet.

Technische Daten

Kenngröße Daten Besatzung 3 Spannweite 15,65 m Flügelfläche 54 m² Rüstmasse 1185 kg Zuladung 594 kg Startmasse 1779 kg Antrieb ein wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotorenmit zwei starrer Zweiblatt-Holzluftschraube Typ Mercedes D III effektive LeistungNennleistung in Bodennähe bei 1420/min Höchstgeschwindigkeit 100 km/h in Bodennähe Steigzeit 24 min auf 1000 m Höhe Bewaffnung ein bewegliches 7,9-mm-MG

Literatur Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge (= Die deutsche Luftfahrt, Band 21). Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3, S. 71. Bruno Lange: Typenhandbuch der deutschen Luftfahrt (= Die deutsche Luftfahrt, Band 9). Bernard & Graefe, Koblenz 1986, ISBN 3-7637-5284-6, S. 63. Rainer Lüdemann: Die deutsche Seefliegerei. Buch I: Schwimmerflugzeuge – Von den Anfängen bis Ende des 1. Weltkrieges. Epubli, Berlin 2020, ISBN 978-3-7529-8719-5, S. 147/148. Jörg Biber: Das Seeflugzeug-Versuchs-Kommando Warnemünde. Media Script, Berlin 2023, ISBN 978-3-9822979-1-0, S. 284. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Herford 1977, ISBN 3-920602-18-8, S. 134.

Weblinks

Kategorie:Flugzeugtyp (Kaiserliche Marine) Kategorie:C-Flugzeugtyp der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schwimmerflugzeug Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Flugzeug mit Doppelleitwerksträger Kategorie:Erstflug 1915 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Deutschland)