mini | rechts | alt=Der Zauberkünstler ist schwarz und elegant gekleidet, hat selbst schwarze Haare, einen schwarzen Schnurrbart und trägt einen roten Punkt über der Nasenwurzel.Der Zauberkünstler blickt der Person, die die Karten empfängt, in die Augen. Damit wird die Person dem Zauberkünstler wahrscheinlich in die Augen sehen und weniger auf die Karten achten. Ein unbeteiligter Zuschauer ist im Bild. | Ein Zauberkünstler übergibt einer Person (nur die Hände im Bild) einen Kartenstapel. Ein wichtiger Teil der Arbeit des Zauberkünstlers ist, durch eigenes Verhalten bzw. Blicke die Blicke des Publikums zu lenken. Ein Zauberkünstler, auch Illusionist oder Täuschungskünstler, ist ein Künstler der darstellenden Zauberkunst, der scheinbar die physikalischen Naturgesetze aufzuheben vermag: Dinge erscheinen, verschwinden, verwandeln sich und können schweben. Auch das vermeintliche „Gedankenlesen“ gehört dazu.

Bezeichnungen Die alternative Bezeichnung „Magier“ kommt vom Namen zoroastrischer Priester, der Mager. Sie bezieht sich zunächst auf den Zauberer, der über tatsächliche oder vorgestellte magische Fähigkeiten verfügt. Zauberkünstler verwenden diese Eigenbezeichnung, um die vorgeführte Illusion psychologisch zu verstärken und in die Nähe des Übernatürlichen zu rücken. Weitere Alternativen sind Taschenspieler, Gaukler, Illusionisten sowie Mentalisten.

Geschichte Über Menschen, die sich durch Anwendung von Tricks als ernsthafte Zauberer ausgaben, finden sich in der Geschichte zahlreiche Belege, etwa über Tempelmagier, die ihre Klientel durch Wissensvorsprung über physikalische Gesetze wie etwa Aeolipile zu Opfern veranlassten. Viele spätere Zaubertricks haben einen kriminellen Ursprung wie Falschspiel, Taschendiebstahl, Vortäuschung spiritistischer Phänomene oder Fakirtricks. Jedoch wurde bereits auf hellenistischen Marktplätzen das klassische Kunststück des „Becherspiels“ beobachtet, das rein zu Unterhaltungszwecken diente. Das erste Buch, in dem konkrete Zauberkunststücke unter Ausnutzung naturwissenschaftlicher Kenntnisse und Tricks beschrieben werden, ist De viribus quantitatis („Die Kraft der Zahlen“) des mit Leonardo da Vinci befreundeten Franziskaners Luca Pacioli um 1500. Das Buch wurde jedoch nie verbreitet und geriet in der Universität von Bologna in Vergessenheit. Als erstes verbreitetes Buch mit Trickerklärungen gilt The Discoverie of Witchcraft von Reginald Scot (1584). Es diente der Volksaufklärung, da etwa während der Zeit der Hexenverfolgung in allem, was man nicht verstand, Teufelswerk erblickt wurde. Ein Anleitungsbuch für Taschenspielertricks mit dem Titel Hocus Pocus Iunior. The anatomie of Legerdemain erschien 1634 in London.

Die Zauberkunst erfuhr im 19. Jahrhundert eine Aufwertung, als Jean Eugène Robert-Houdin, John Henry Anderson und Alexander Heimbürger begannen, sie zeitgemäß und stilvoll wie die etablierten Künste zu präsentieren. Hier ragt vor allem Robert-Houdin heraus, der 1845 das erste Zaubertheater in Paris eröffnete und zu seinen „Soiree Fantastique“ einludChristian Fechner: The Magic of Robert-Houdin – An Artist’s Life, Band 1, Editions F.C.F. Boulogne, Frankreich, 2002, Seite 47 ff., ISBN 2-907584-05-7.

Zauberkünstler und „echte“ Zauberer Ließen Zauberkünstler früher noch bisweilen offen, welcher Natur ihre „Wunder“ waren, so ist Derartiges heute die Ausnahme. Dennoch werden Zauberkunststücke von manchen Zeitgenossen als echte Zauberei interpretiert. Dazu regen insbesondere die sogenannten Mentalisten an, die zwar vorgeben, es ihrem Publikum zu überlassen, ob die Darbietung als Realität oder Illusion bewertet werden soll, aber in Wirklichkeit gerade mit diesem Aberglauben spielen und ihn dadurch nähren.

Traditionell fühlten sich prominente Zauberkünstler als Trickexperten dazu aufgerufen, Trickbetrüger auf dem Gebiet des scheinbar Übersinnlichen zu entlarven, so etwa John Henry Anderson, John Nevil Maskelyne, Houdini, Dunninger, Milbourne Christopher, James Randi, Derren Brown und Penn & Teller.

Zaubererverbände

Amateur- und Profizauberer sind sowohl national organisiert etwa im Magischen Zirkel von Deutschland, Magischen Ring Austria in Österreich, Magischen Ring der Schweiz, The Magic Circle im Vereinigten Königreich als auch international zum Beispiel in der Fédération Internationale des Sociétés Magiques oder der International Brotherhood of Magicians. Die Society of American Magicians wählt seit 1967 herausragende Zauberer aus aller Welt in eine Hall of Fame.Website der Society of American Magicians, SAM Hall of Fame

Meisterschaften In Deutschland finden alle drei Jahre, veranstaltet durch den Magischen Zirkel von Deutschland, die Deutschen Meisterschaften der Zauberkunst statt. Neben den Preisträgern in den Sparten wird seit 2008 auch der Titel Deutscher Meister der Zauberkunst vergeben. Jeweils im Folgejahr führt die internationale Dachorganisation Fédération Internationale des Sociétés Magiques mit den World Championships of Magic die Weltmeisterschaft durch. Auch dort wird neben den Spartensiegern mit dem Grand-Prix-Gewinner ein Gesamtweltmeister gekürt.

Bekannte Zauberkünstler Liste der Weltmeister der Zauberkunst Liste der Europameister der Zauberkunst Deutscher Meister der Zauberkunst Magier des Jahres und Schriftsteller des Jahres Society of American Magicians Hall of Fame Liste von Zauberkünstlern Meisterschaft der Zauberkünstler in Österreich

Literatur Alexander Adrion: Die Kunst zu zaubern. 1978. ISBN 978-3-7701-1064-3 Andrea Blondeau-Meier: Hokus Pokus Fidibus. 2014, ISBN 978-3-908024-26-2. Oliver Erens: Zauberei für Dummies. Wiley, Weinheim 2011. ISBN 978-3-527-70638-9 Felderer/Strouhal: Rare Künste. Zur Kultur- und Mediengeschichte der Zauberkunst. Ricky Jay: Sauschlau & Feuerfest. Menschen, Tiere. Sensationen des Showbusiness. 1988. ISBN 978-3-921785-50-8 Natias Neutert: You Can Make Magic. Transl. by Doris Beer, 1982. ISBN 0-207-14843-0 James Randi: Conjuring. 1992. ISBN 978-0-312-09771-4 Jim Steinmeyer: Hiding the Elephant. How Magicians Invented The Impossible An Learned To Disappear. (1. Aufl. 2003), 2006. ISBN 978-3-211-33385-3 Gisela und Dietmar Winkler: Das große Hokuspokus. Aus dem Leben berühmter Magier. 1982. ISBN 978-3-362-00336-0 Wittus Witt: Zaubern und Verzaubern. 2008. ISBN 978-3-89089-862-9 Jochen Zmeck: Wunderwelt Magie. 1966. ISBN 978-3-8004-1017-0

Weblinks

Magicnook Magier-Kurzbiographien (englisch) Kurzbiografien zahlreicher Zauberkünstler (deutsch) „Magische Welt“: Fachzeitschrift für Zauberkunst Lexikon der Zauberkunst: Zauber-Pedia

Einzelnachweise