Nymphaea lingulata ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seerosen (Nymphaea) innerhalb der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae). Diese Wasserpflanze kommt in Bolivien (nur in Santa Cruz), Guyana und in den brasilianischen Bundesstaaten Bahia, Ceará, Goiás, Maranhão, Mato Grosso do Sul sowie Minas Gerais vor und außerdem in Paraguay.
Beschreibung Vegetative Merkmale Nymphaea lingulata ist eine ausdauernde krautige PflanzeM. O. O. Pellegrini: Nymphaea lingulata Wiersema In: Flora E Funga Do Brasil, Jardim Botânico do Rio de Janeiro. online. mit ei- bis kugelförmigen Rhizomen.J. H. Wiersema, 1987: A monograph of Nymphaea subgenus Hydrocallis (Nymphaeaceae). In: Systematic Botany Monographs, 1-112.
Die eiförmigen, mehr oder weniger kreisförmigen Blattspreiten der Schwimmblätter sind flach und ganzrandig. Der kahle Blattstiel hat zwei bis vier primäre zentrale und vier bis zehn sekundäre periphere Luftkanäle.C. T. de Lima, I. C. Machado, A. M. Giulietti, 2021: Nymphaeaceae of Brasil. In: Sitientibus série Ciências Biológicas, 21. online.
Generative Merkmale Der kahle, rötliche Blütenstiel hat fünf oder sechs primäre zentrale und zehn bis zwölf sekundäre periphere Luftkanäle.
Der Blüten sind schwach duftend und der Geruch wird als lösungsmittelartig beschrieben. Er besteht aus den Verbindungen Benzylalkohol und (Methoxymethyl)benzol.A. C. D. Maia, C. T. de Lima, D. M. D. A. F. Navarro, M. Chartier, A. M. Giulietti, I. C. Machado, 2014: The floral scents of Nymphaea subg. Hydrocallis (Nymphaeaceae), the New World night-blooming water lilies, and their relation with putative pollinators. In: Phytochemistry, Volume 103, S. 67–75. PDF. Die eiförmigen, pilösen Samen haben Trichome, welche in durchgehenden Längslinien angeordnet sind.
Zytologie Die diploide Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.
Reproduktion Vegetative Vermehrung Es werden Ausläufer gebildet, jedoch keine proliferierenden Pseudanthien. Die vegetative Vermehrung spielt laut Wiersema 1987 eine geringere Rolle als die sexuelle Vermehrung. Beobachtungen von de Lima et al. deuten jedoch auf das Gegenteil hin: Hierbei wurde der vegetativen Vermehrung durch Stolonen die größere Bedeutung zugesprochen.
Generative Vermehrung Nach Wiersema 1987 beruht die Reproduktion dieser Art maßgeblich auf der generativen Vermehrung durch Selbstbestäubung.
Systematik Taxonomie Das Typusexemplar wurde von Wiersema, Horn und de Ataide Silva am 28. Juni 1982 in Maranhão, Brasilien, in einem Teich zwischen Teresina und Caxias gesammelt. Die Erstbeschreibung von Nymphaea lingulata erfolgte 1984 durch John Harry Wiersema in Brittonia, Band 36, Seite 215. Das Artepitheton lingulata bedeutet „zungenförmig“.W. T. Stearn, 1983: Botanical latin: History, Grammar, Syntax, Terminology, and Vocabulary. S. 458.
Position innerhalb der Gattung Nymphaea Die Art Nymphaea lingulata wird in die Untergattung Nymphaea subg. Hydrocallis eingeordnet.
Vorkommen Nymphaea lingulata wächst in temporären Lagunen und in langsam fließenden Flüssen. Sie kommt sympatrisch mit Nymphaea pulchella und Cabomba vor.
Nymphaea lingulata ist eine seltene Art.
Ökologie Nymphaea lingulata wird wahrscheinlich von Käfern bestäubt.
Einzelnachweise
Kategorie:Seerosengewächse Kategorie:Nymphaeaceae