mini|Altpersisches Tontafelfragment DSe 11 im British Museum, Inventarnummer BM 82548 DSe ist die Bezeichnung einer Inschrift von Dareios I. (D). Sie wurde in Susa (S) entdeckt und von der Wissenschaft mit einem Index (e) versehen. Der Text liegt in altpersischer, elamischer und babylonischer Sprache vor. Wilhelm Brandenstein konstruierte 1932 aus verschiedenen Fragmenten die Inschrift DSm. Diese wurden von Walther Hinz 1941 und Rüdiger Schmitt 2009 DSe und der Inschrift DSf zugeordnet.

Inhalt

Beschreibung Jean-Vincent Scheil gab der Inschrift DSe 1933 den Titel Eroberungen und Politik des Dareios (Conquêtes et Politique de Darius).Jean-Vincent Scheil: Inscriptions des Achéménides (Supplément et suite) (= Mémoires de la Mission Archéologique de Perse. Band 24). Paris 1933, S. 116. Roland Grubb Kent nannte sie 1953 Wiederherstellung der Ordnung im Reich (Restoration of Order in the Empire).Roland Grubb Kent: Old Persian: Grammar, Texts, Lexicon. 2. revidierte Auflage (=American Oriental Series. Band 33). New Haven 1953, S. 110. DSe ist auf den verschiedenen Trägern Kalkstein, Tontafel und glasierter Ziegel überliefert. Außer einer babylonischen Version ist die Inschrift stark fragmentiert. Man nimmt an, dass die altpersische 52 und die elamische Sprachversion 38 Zeilen hatte. Die babylonische Sprachversion umfasst 38 Zeilen. Die meisten Fragmente befinden sich wahrscheinlich im Louvre. Ein altpersisches Fragment wird im British Museum aufbewahrt. Von vielen Fragmenten fehlen die Maße. Das Fragment mit dem beinahe vollständigen babylonischen Text, DSe 001, hat die Maße 350 × 370 mm und das dritte babylonische Fragment 68 × 65 mm. Das altpersische Fragment DSe 2 hat eine Länge von 228 mm und eine Breite von 130 mm in der größten Ausdehnung.Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 301–302 und 308.

Forschungsgeschichte Das Fragment der beinahe vollständig erhaltenen babylonischen Sprachversion (das Fragment DSe 001, siehe unten) stellte die Grundlage für die Rekonstruktion der elamischen und altpersischen Sprachversionen.Rüdiger Schmitt: Zum Schluß von Dareios’ Inschrift 'Susa e'. In: Archaeologische Mitteilungen aus Iran, Band 25. Berlin 1992 , S. 147. Die Wiederherstellung des altpersischen Textes stellte die Wissenschaft wegen der starken Fragmentierung der Teilstücke, der unterschiedlichen Zeilenanordnung auf verschiedenen Trägern sowie variierender Wortlaute vor große Herausforderungen. Die Zeilen 19 bis 30 fehlen vollständig.Rüdiger Schmitt: Bemerkungen zu susischen Dareios-Inschriften, vornehmlich auf Glasurziegeln. In: Werner Sundermann, Almut Hintze, François de Blois: Exegisti monumenta: Festschrift in Honour of Nicholas Sims-Williams. Wiesbaden 2009, S. 417. Da der heutige Standort der meisten Fragmente unbekannt ist, basieren die meisten Zuweisungen und Übersetzungen auf Handzeichnungen und Fotografien.Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 311. Franz Heinrich Weißbach rekonstruierte 1938 erstmals alle drei Sprachversionen mit 10 altpersischen, 3 elamischen und 2 babylonischen Fragmenten.Franz Heinrich Weißbach: Die dreisprachige Inschrift Darius Susa e. In: Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie. Band 44, Heft 1–2. Verlag Walter de Gruyter 1938, S. 150. Der Referenztext von Rüdiger Schmitt von 2023 berücksichtigt 12 altpersische, 5 elamische und 3 babylonische Fragmente.

Die Fragmente werden seit 1974 mit fortlaufenden Zahlen nach der Hauptbezeichnung DSe bezeichnet, wobei die Zahlen der altpersischen Fragmente ohne vorangehende Null, die elamischen mit einer Null und die babylonischen Fragmente mit zwei Nullen unterschieden werden (zum Beispiel DSe 1 für altpersisch, DSe 01 für elamisch und DSe 001 für babylonisch).

Zusammenstellung der altpersischen FragmenteWissenschaftliche Abkürzung Träger Veröffentlicht durch Jahr Heutiger Standort Quelle DSe 1 Marie-Joseph Steve 1974 Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 301. DSe 2 Marmortafel Jean-Vincent Scheil 1929 LouvreLouvre Inventarnummer SB 9771 nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 301 und 309. DSe 3 Tontafel Jean-Vincent Scheil 1939 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 302 und 309. DSe 4 Jean-Vincent Scheil 1933 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 302 und 309. DSe 5 Jean-Vincent Scheil 1933 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 302 und 309. DSe 6 Jean-Vincent Scheil 1933 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 302 und 309. DSe 7 Jean-Vincent Scheil 1933 LouvreTeilstück des Fragments, Louvre Inventarnummer SB 9805 nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 303 und 309. DSe 8 Jean-Vincent Scheil 1933 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 303 und 309. DSe 9 Jean-Vincent Scheil 1933 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 303 und 309. DSe 10 Jean-Vincent Scheil 1929 LouvreStandort mit Fragezeichen nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 304 und 309. DSe 11 Tontafel Jules Oppert 1894 British Museum Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 302 und 309. DSe 12 Glasierter Ziegel Jean-Vincent Scheil 1929 Rüdiger Schmitt 2009Rüdiger Schmitt: Bemerkungen zu susischen Dareios-Inschriften, vornehmlich auf Glasurziegeln. In: Werner Sundermann, Almut Hintze, François de Blois: Exegisti monumenta: Festschrift in Honour of Nicholas Sims-Williams. Wiesbaden 2009, S. 418 und 420.

Zusammenstellung der elamischen FragmenteWissenschaftliche Abkürzung Träger Veröffentlicht durch Jahr Heutiger Standort Quelle DSe 01 Tontafel Jean-Vincent Scheil 1929 Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 307 und 309. DSe 02 Tontafel Jean-Vincent Scheil 1929 Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 307 und 309. DSe 03 Marmortafel Jean-Vincent Scheil 1929 Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 307 und 309. DSe 04 Kalkstein Marie-Joseph Steve 1974 LouvreGünter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 307 und 309. DSe 05 Kalkstein Matthew W. Stolper 1980 Privatbesitz Matthew W. Stolper 1980Matthew W. Stolper: Review. Supplement zur Sammlung der altpersischen Inschriften. (…) von Manfred Mayrhofer. In: Archiv für Orientforschung Band 27, 1980, S. 174–176.

Zusammenstellung der babylonischen FragmenteWissenschaftliche Abkürzung Träger Veröffentlicht durch Jahr Heutiger Standort Quelle DSe 001 Steintafel Jean-Vincent Scheil 1933 Iranisches Nationalmuseum Parsa DaneshmandParsa Daneshmand: Inscription of Darius I in the National Museum of Iran. Cuneiform Digital Library Notes, 2017. cdli.mpiwg-berlin.mpg.de DSe 002 Tonzylinder Franz Heinrich WeißbachAbbildung des Fragments in Marcel Dieulafoy: L’Acropole de Suse d’apres les fouilles executees en 1884, 1885, 1886 sous les auspices du Musee du Louvre. Band 3 und 4, Paris 1891 und 1892, S. 434, Figur 306. (archive.org). 1911 LouvreLouvre Inventarnummer AOD 359 nach Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 199, Band 2, S. 309. Günter Schweiger 1998Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, Band 2, S. 308 und 309. DSe 003 Ton Marie-Joseph Steve 1974 Iranisches Nationalmuseum Parsa DaneshmandParsa Daneshmand: Inscription of Darius I in the National Museum of Iran. Cuneiform Digital Library Notes, 2017. cdli.mpiwg-berlin.mpg.de

Aus sieben Fragmenten, die auf glasierten Ziegeln gefunden und von Jean-Vincent Scheil 1929 veröffentlicht wurden,Jean-Vincent Scheil: Inscriptions des Achéménides à Suse. (= Memoires de la Mission Archeologique de Perse. Band 21). Paris 1929, S. 53. konstruierte Wilhelm Brandenstein 1932 die eigenständige Inschrift DSm.Wilhelm Brandenstein: Die neuen Achämenideninschriften. In: Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes. Band 39, 1932, S. 55–58. (jstor.org) Die neu erstellte Inschrift konnte sich nicht durchsetzen und die Fragmente wurden später als Duplikate den Inschriften DSe und DSf zugeordnet.Walther Hinz: Zu den altpersischen Inschriften von Susa. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Band 95, 1941, S. 243.Rüdiger Schmitt: Bemerkungen zu susischen Dareios-Inschriften vornehmlich auf Glasurziegeln. In: Werner Sundermann, Almut Hintze, François de Blois (Hrsg.): Exegisti monumenta. Festschrift in Honour of Nicholas Sims-Williams. Wiesbaden 2009, S. 418.

Literatur Marcel Dieulafoy: L’Acropole de Suse d’apres les fouilles executees en 1884, 1885, 1886 sous les auspices du Musee du Louvre. Band 3 und 4, Paris 1891 und 1892, S. 434, Figur 306. (archive.org).