Mahan Mirarab (, * 13. Juli 1983 in Teheran) ist ein iranischer Musiker (Gitarre, Tar, Oud, auch Gesang, Komposition), der seit 2009 in Wien lebt. Mit seiner Musik verbindet Mirarab eigene Interpretationen klassischer iranischer Musik mit Einflüssen europäischer Kammermusik, Weltmusik und zeitgenössischem Jazz.
Leben und Wirken mini|hochkant|Mahan Mirarab Band bei den Austrian World Music Awards 2015
Mirarab wuchs in Teheran auf und setzte sich bereits als Jugendlicher intensiv mit iranischer Musik sowie mit den Musikkulturen der Araber, Türken und Kurden auseinander. Unter anderem studierte er Jazzimprovisation in einem Workshop bei Wahagn Hajrapetjan. Dabei begann er, orientalische Mikrotonalität mit Jazz zu verbinden. An der Universität Teheran studierte er außerdem Architektur.
2009 zog Mirarab nach Wien und begann, auf einer Doppelhals-Gitarre sowohl mit traditionellen Griffbünden als auch ohne Bünde zu spielen. Dort gründete er eine eigene Band, zunächst mit Golnar Shahyar (Gesang, Gitarre), Kaveh Sarvarian (Flöte), Haggai Cohen-Milo (Bass) und Amir Wahba (Perkussion), die er später zu einem Septett erweiterte. Damit begab er sich auf „eine Klangexpedition, die eine farbenreiche Mischung aus Rhythmen und Harmonien präsentiert, sowie ein reiches musikalisches Vokabular und profunde Kenntnis diverser Musikstile unter Beweis stellt.“ Das Österreichische Kulturforum in Brüssel kommentierte Mirarabs musikalisches Schaffen wie folgt: „Er repräsentiert eine Generation junger Musiker*innen mit Migrationshintergrund in Europa, die die Klanggrenzen in der Musikindustrie verändern.“
Auftritte und CD-Veröffentlichungen Neben Konzerten in Wien trat Mirarab unter anderem im Pierre Boulez Saal, Berlin, im Kulturzentrum Bozart, Brüssel, auf Festivals in London und der Slowakei sowie im Trio mit Bernhard Schimpelsberger und Shannon Barnett beim Morgenland Festival Osnabrück auf.
Mit Golnar Shahyar und dem Perkussionisten Shayan Fathi gründete er das Weltmusiktrio Sehrang, das ausgehend von iranischer Musik 2014 das Album Dar Lahze veröffentlichte. Im Duo bzw. Trio Mash spielte er mit András Dés und Vincent Pongracz. Mit Anthony Braxton und zahlreichen weiteren Musikern trat er 2019 beim Jazzfest Berlin auf. Im März 2024 führte er mit seinem Septett seine Komposition Say Your Most Beautiful Word in Duisburg auf.
Weiterhin spielte Mirarab im Trickster Orchestra und im Ensemble Multiphonics 8 mit Annette Maye, Mona Matbou Riahi, Steffen Schorn, Thomas Savy, Daniel Manrique-Smith, Lucas Leidinger, Gina Schwarz und Dirk-Peter Kölsch. Auch ist er auf Alben von Hamzeh Yeganeh, Johannes Berauer, Sakîna Teyna sowie David Helbock & Julia Hofer zu hören.
Des Weiteren arbeitete er als Komponist für Bühnen- und Filmmusiken. So wurde im April 2025 Mirarabs Musik für Romabaron – Kein Z*****baron, eine freie Interpretation der Operette von Johann Strauss im Tanzquartier Wien aufgeführt.
Bisher veröffentlichte Mirarab unter eigenem Namen bzw. im Trio Golnar & Mahan die Alben Persian Side of Jazz, Choub, Derakht und Say Your Most Beautiful Word. 2026 erschien sein Album Unspoken bei Act Music, auf dem ihn Kian Soltani, Golnar Shahyar und Lars Danielsson begleiten.
Auszeichnungen
Austrian World Music Awards 2015, Finalist mit der Mahan Mirarab Band,
Österreichischer Jazzpreis 2025, Live Act 2025, 3. Platz
Weblinks Webpräsenz
Mahan Mirarab bei musicaustria Mahan Mirarab bei YouTube
Einzelnachweise
Kategorie:Jazz-Gitarrist Kategorie:Fusion-Musiker Kategorie:Weltmusik-Künstler Kategorie:Iraner Kategorie:Geboren 1983 Kategorie:Mann