mini|Kreuzschlepper, Reiterswiesen, Eichesberg
Der Kreuzschlepper in der Flur Eichesberg ist ein Flurdenkmal in Reiterswiesen, Bad Kissingen, der Großen Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Bad Kissingen. Er gehört zu den Bad Kissinger Baudenkmälern und ist unter der Nummer D-6-72-114-244 in der Bayerischen Denkmalliste registriert.
Geschichte
Der Kreuzschlepper besteht aus SandsteinElisabeth Keller: Die Flurdenkmale im Landkreis Bad Kissingen, Band 1, Eigenverlag des Landkreises Bad Kissingen, 1978, S. 361–364f. und entstand im Jahr 1721.
Ein Betonfundament trägt einen mehrfach getreppten, 97 cm hohen Tischsockel mit quadratischem Querschnitt. An seiner Vorderseite wird folgende Inschrift von einem Blütenkranz umrahmt:
Über diesem Text befinden sich noch fi Reste einer weiteren, verwitterten Inschrift:
Die Rundsäule ist 138 cm hoch, hat eine gegliederte Basis und ein ionisierendes Kapitell und verjüngt sich leicht nach oben. Darauf folgt ein mit Akanthus verziertes Zwischenstück mit 90 cm Breite und 36 cm Höhe. Das Zwischenstück schildert im Mittelfeld vorne einen Unglücksfall, bei dem ein gefällter Baum auf einen Mann niederstürzt. Dieses Zwischenstück ist auch die Basis für den 80 cm hohen, kreuztragenden Heiland, mit dem das Denkmal eine Höhe von 3,50 m erreicht.
Im Pfarrmatrikel lässt sich unter dem Jahr die geschilderte Begebenheit nachvollziehen: Demzufolge starb am 27. Januar 1721 unerwartet der Schultheiß Johann Mauder im Alter von etwa 64 Jahren, als er beim Spalten einer Eiche im Intimbereich schwer verletzt wurde.Arnold Greubel: Reiterswiesener Chronik – Geschichtliches zur Burg Bodenlauben, dem Weiler Unterbodenlauben und dem Dorfe Reiterswiesen, S. 48
Unabhängig davon hat sich die Sage von dem Bauern gebildet, der für den von ihm gelieferten Messwein keine Bezahlung bekommen hatte und der aus Übermut während des Glockenschlages bei einer Feiertagsprozession eine Eiche im Gemeindewald fällte und dabei von der Eiche erschlagen wurde.Josef Wabra: Geschichten und Sagen des Kissinger Raumes, 1965
Im Jahr 1975 wurde der Bildstock vom Aschacher Bildhauer Bauer renoviert und kam 25 Meter östlich vom alten Standort an der Ecke des Waldgrundstückes „Eiches“ an seinen jetzigen Standort.
Literatur Elisabeth Keller: Die Flurdenkmale im Landkreis Bad Kissingen, Band 1, Eigenverlag des Landkreises Bad Kissingen, 1978, S. 361–364f.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Baudenkmal in Bad Kissingen Kategorie:Erbaut in den 1720er Jahren Kategorie:Steinkreuz in Bad Kissingen Kategorie:Flurkreuz (18. Jahrhundert) Kategorie:Sandsteinskulptur Kategorie:Skulptur (1721) Kategorie:Kreuz (Bildhauerei) Kategorie:Kreuztragung Christi