Die Hansa-Brandenburg W 16 war ein deutsches, von Hansa-Brandenburg entwickeltes Schwimmer-Jagdflugzeug des Ersten Weltkrieges. Nach dem Bezeichnungssystem der Kaiserlichen Marine war sie ein Luftfahrzeug der Kategorie ED („Einsitzer-Schwimmer-Flugzeug mit einem oder zwei starren M-G“).

Entwicklung Die W 16 wurde von Ernst Heinkel als ähnlicher Parallelentwurf zu seinem maritimen Jagdflugzeug KDW entwickelt, der als größten Unterschied nicht das Tragwerk verbindende und von ihm entwickelte Strebensystem, die sogenannten Heinkel-Spinne, erhielt, sondern als verbindendes Element von Ober- und Unterflügel lediglich zwei V-Streben sowie zwei stützende I-Streben zum Rumpf hin. Die untere, kürzere Tragfläche erhielt nach dem Vorbild der leichten französischen Nieuport-Jäger lediglich einen Flächenholm und das Kreuzleitwerk wurde freitragend ausgearbeitet. Solchermaßen ausgeführt wog die W 16 fast 130 kg weniger als ihre hauseigene Konkurrentin KDW. Als Antrieb diente ein Oberursel-Umlaufmotor, der eine starre und mit einer großen Nabenverkleidung versehene, zweiblätterige Holzluftschraube antrieb. Das Reichsmarineamt gab am 17. November 1916 drei Exemplare in Auftrag, denen die Marinenummern 1077–1079 zugeteilt wurden.Rainer Lüdemann: Die deutsche Seefliegerei. Buch I: Schwimmerflugzeuge – Von den Anfängen bis Ende des 1. Weltkrieges. Epubli, Berlin 2020, ISBN 978-3-7529-8719-5, S. 171. Die Flugzeuge wurden noch 1916 produziert und im Januar des folgenden Jahres dem Seeflugzeug-Versuchskommando (SVK) in Warnemünde zur Erprobung übergeben. Im Februar 1917 absolvierte der erste Prototyp dort seinen Erstflug. Die folgenden Flugtests entsprachen wahrscheinlich nicht den Erwartungen, denn die W 16 blieb trotz der leichteren Bauweise mit 170 km/h unter der Höchstgeschwindigkeit der KDW (172–175 km/h). So gab das SVK nach erfolgter Abnahme am 22. März keine Empfehlung für eine Serienfertigung und es blieb, im Gegensatz zur KDW, bei drei gebauten W 16.

Technische Daten

Kenngröße DatenGünter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Augsburg 1994, ISBN 3-89350-693-4, S. 163 Besatzung 1 Spannweite 9,25 m (oben)7,7 m (unten)H. Dieter Köhler: Ernst Heinkel – Pionier der Schnellflugzeuge (= Die deutsche Luftfahrt. Band 5). 2., überarbeitete Auflage, Bernard & Graefe, Bonn 1999, ISBN 3-7637-6116-0, S. 271. Länge 7,35 m Höhe 2,925 m Flügelfläche 21,35 m² Flügelstreckung 4,01 Flächenbelastung 42,00 kg/m²Biber, S. 208. Leistungsbelastung 5,16 kg/PS Rüstmasse 636 kg Zuladung 260 kg Nutzlast 58 kg Startmasse 896 kg Antrieb ein luftgekühlter Vierzehnzylinder-UmlaufmotorOberursel U IIImit starrer Rathjen-Holzluftschraube (⌀ 2,75 m) Nennleistungeffektive Leistung bei 1200/min in Bodennähe Kraftstoffvorrat 173 l (122,5 kg) Höchstgeschwindigkeit 170 km/h in Bodennähe Marschgeschwindigkeit 150 km/h Steigzeit 3,9 min auf 500 m Höhe5,0 min auf 1000 m Höhe8,2 min auf 1500 m Höhe12,6 min auf 2000 m Höhe27,0 min auf 3000 m Höhe Reichweite 300 km Flugdauer 2 h Startlauf 10 s bei 0–1 m/s Wind Bewaffnung zwei starre 7,9-mm-MG

Literatur Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge (= Die deutsche Luftfahrt, Band 21). Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3, S. 85. Bruno Lange: Typenhandbuch der deutschen Luftfahrt (= Die deutsche Luftfahrt, Band 9). Bernard & Graefe, Koblenz 1986, ISBN 3-7637-5284-6, S. 69.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Flugzeugtyp (Kaiserliche Marine) Kategorie:Schwimmerflugzeug Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1917 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Deutschland)