Die Lübeck-Travemünde F 4 (LT F 4) war ein Aufklärungsflugzeug des Ersten Weltkrieges, das von der Flugzeugwerft Lübeck-Travemünde GmbH, eines 1914 zum Bau von Seeflugzeugen gegründeten Zweigbetriebes der Deutschen Flugzeug-Werke Leipzig, entwickelt und gebaut wurde.
Entwicklung Die Konstruktion für ein bewaffnetes, zweisitziges und mit einem FT-Gerät ausgestattetes Flugzeug (Kategorie CHFT) erfolgte nach einem Auftrag des Reichsmarineamtes vom 6. Oktober 1917. Sie wurde als dreistieliger, verspannter Doppeldecker ausgeführt. Es wurden drei Exemplare hergestellt, denen die Marinenummern 1971–1973 zugewiesen wurden. Der Prototyp (Nr. 1971) wurde dem für die Erprobung zuständigen Seeflugzeug-Versuchskommando (SVK) in Warnemünde am 31. Dezember 1917 übergeben. Die im Januar des folgenden Jahres durchgeführten Testflüge ergaben eine gute Tragfähigkeit, weshalb auch eine Eignung als leichtes Bombenflugzeug in Betracht gezogen wurde. Nach der erfolgreichen Abnahme am 1. Februar und dem Bau eines vierten Flugzeuges (Marinenummer 2135) wurde ein Serienauftrag über 30 F 4 erteilt, die den Nummernblock 7001–7030 erhielten. Mit insgesamt 34 produzierten Exemplaren war die F 4 der erfolgreichste Typ der Lübecker Flugzeugwerft.
Technische Daten Kenngröße Daten Besatzung 2 Spannweite 16,70 m (oben und unten) Länge 11,30 m Höhe 4,00 m Flügelfläche 67,64 m² Flügelstreckung 4,12 Flächenbelastung 29,24 kg/m² Leistungsbelastung 8,72 kg/PS Rüstmasse 1366 kg Zuladung 632 kg Startmasse 1998 kg Antrieb ein wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor mit starrer Zweiblatt-Holzluftschraube (⌀ 3,00 m) Typ Mercedes D IV effektive LeistungNennleistung in Bodennähe bei 1400/min Kraftstoffvorrat 400 l (288 kg) Höchstgeschwindigkeit 138 km/h in Bodennähe Startgeschwindigkeit 68 km/h Steigzeit 7,3 min auf 800 m Höhe9,3 min auf 1000 m Höhe15,0 min auf 1500 m Höhe21,7 min auf 2000 m Höhe27,30 min auf 2700 m Höhe45,2 min auf 3000 m Höhe Startlauf 15 s bei 4–5 m/s Wind Flugzeit 5,20 h Bewaffnung ein bewegliches 7,92-mm-MG Parabellum
Siehe auch Lübeck-Travemünde F 2, das anfangs als vier- und später als dreistieliger Doppeldecker ausgeführte Vorgängermodell der F 4
Literatur Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge. Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3. Jörg Biber: Das Seeflugzeug-Versuchs-Kommando Warnemünde. Media Script, Berlin 2023, ISBN 978-3-9822979-1-0. Bruno Lange: Typenhandbuch der deutschen Luftfahrttechnik (= Die deutsche Luftfahrt Band 9). Bernard & Graefe, Koblenz 1986, ISBN 3-7637-5284-6. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Herford 1977, ISBN 3-920602-18-8.
Weblinks
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