mini|hochkant|Kirchturm der Laurentiuskirche, links daneben das Langhaus mini|Innenansicht Die evangelische Laurentiuskirche steht im Amthof von Oberderdingen, einer Stadt im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Verbundkirchengemeinde Oberderdingen-Großvillars gehört zum Kirchenbezirk Mühlacker der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte und Baubeschreibung Eine Kirche mit frei stehendem Glockenturm im Amthof ist schon seit 1227 bezeugt. Später wird sie St. Laurentiuskirche genannt. Ab 1255 gehörte sie dem Kloster Herrenalb. Durch Württemberg wurde die Reformation eingeführt und 1571–1574 im Auftrag des württembergischen Herzogs Ludwig des Frommen im Amthof die heutige Kirche errichtet.Nach Adolf Schahl: Heinrich Schickhardt - Architekt und Ingenieur. Stuttgart 1959, S. 15–85 möglicherweise noch von Aberlin Jörg. Sie ist nach der Schlosskirche in Stuttgart (1562) die zweitälteste nach reformatorischen Grundsätzen errichtete Querkirche in Württemberg.Ulrich Zimmermann: Die Predigtkirche und die Querkirche. Protestantischer Kirchenbau in Württemberg. Eine Studie zur Geschichte und Theologie des Kirchenraums und zur Entstehung zweier Kirchenbautypen. Ubstadt 2025, S. 242, 305 – ISBN 978-3-95505-592-9. Sie besteht aus einem Langhaus in West-Ost-Ausrichtung mit einer im Westen schräggestellten Fassade und einem freistehenden Kirchturm auf quadratischem Grundriss als Teil einer ehemaligen Wehrkirchenanlage. Der Kirchturm, lange Zeit als Fruchtkasten und seit Ende der 1980er Jahre im Erdgeschoss als Gemeinderaum genutzt, ist mit einer achteckigen Aufstockung versehen, die die Turmuhr und den Glockenstuhl mit vier Kirchenglocken enthält und mit einem achtseitigen Zeltdach bedeckt ist. Im Jahre 1768 wurde die Emporenanlage dreiseitig ausgebaut. Die große Sanierung der Laurentiuskirche in den 1980er Jahren stellte die zwischenzeitlich veränderte ursprüngliche Gestalt der evangelischen Querkirche wieder her, der östliche Emporenschenkel vor der Ostfenster-Öffnung war schon vor 1953 abgebaut worden.
Ausstattung Kruzifix, Kanzel und Taufstein und eine Grabplatte von 1582 stammen aus der Erbauungszeit.
Glasgemälde: Rudolf Yelin d. J. schuf 1953 in der Stuttgarter Glaswerkstatt V. Saile für das östliche Maßwerkfenster die farbige Bleiverglasung mit dem Bildthema „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ nach ; darin auch ein Laurentius-Motiv.Claudia Lamprecht: Rudolf Yelin (1902-1991). Werkverzeichnis der baugebundenen Arbeiten. o. O. (Stuttgart), o. J. (1991), S. 24. Die Stuttgarter Glaskünstlerin Anne-Dore Kunz-Saile (* 1941) schuf im Jahre 2000 ergänzend ein Laurentiusfenster.
Renovierungsprojekte: Die von Johann Heinrich Schäfer 1855 gebaute OrgelInformation zur Restaurierung und der historische Dachstuhl bedürfen dringend einer Restaurierung.
Literatur Eduard Paulus: Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg. Neckarkreis – Inventar. Stuttgart 1889, S. 423. Adolf Schahl: Heinrich Schickhardt - Architekt und Ingenieur. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte. (Hrsg.) Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg und Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein Stuttgart. Stuttgart 1959, S. 15–85 .
Weblinks
Informationen zur Kirche auf der Website der Kirchengemeinde Kirche und Amthof auf leo-bw, Landeskunde entdecken online
Einzelnachweise
Laurentius Laurentius Kategorie:Laurentiuskirche Kategorie:Kirche in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg Kategorie:Saalkirche in Baden-Württemberg Kategorie:Kirchengebäude der Renaissance Kategorie:Renaissancebauwerk in Baden-Württemberg Kategorie:Erbaut in den 1570er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa