Hildegard „Hilde“ Bock, geb. Merdes (* 8. Dezember 1916 in Darmstadt; † 31. Oktober 2010 in Saarbrücken)Traueranzeige für Hildegard Bock, saarbruecker-zeitung.trauer.de, 31. Oktober 2010, abgerufen am 10. März 2024. war eine saarländische Keramikkünstlerin.
Werdegang Hilde Bock lebte ab 1925 in Saarbrücken und fand erst im fortgeschrittenen Alter zur künstlerischen Arbeit. Zuvor hatte sie Bürotätigkeiten ausgeübt, unter anderem bei der Frauenzeitschrift „Charme“, die ab 1947 in Saarbrücken erschien, herausgegeben von Angela Braun, SPD-Aktivistin im Widerstand gegen die Nationalsozialisten.
Mit 44 Jahren begann sie eine Ausbildung an der Werkkunstschule Saarbrücken und gehörte zur von Anneliese Braunmüller betreuten Keramikklasse. Als diese geschlossen wurde, bildete sie sich autodidaktisch weiter. Ihr Atelier hatte sie viele Jahre auf dem Saarbrücker Eschberg.
Werk In der regionalen Kunstszene war sie gut vernetzt. Der Saarbrücker Maler und Grafiker Franz Schnei, der zeitweise mit Picasso in Kontakt stand, unterstützte aktiv ihre künstlerischen Ambitionen. Zusammen mit Max Mertz und Will Faber schuf sie elegante künstlerische Vasen. Ihre funktionale Gebrauchskeramik löste sich schon früh von klassischen Formen, indem die Künstlerin sich stärker der Abstraktion zuwandte. Bald bestimmten stark vereinfachte Formen ihre Arbeit, mit denen sie auch weniger anspruchsvolle Figuren modellierte, oft um Redensarten (z. B. „Die Katze im Sack kaufen“) zu verkörpern. „Gegen Ende der 80er-Jahre findet eine langsame Hinwendung zur streng geometrischen Form statt. Die Keramikflächen werden monochrom koloriert und zu stereometrischen Formen zusammengefügt.“Elisabeth Feilen: „Hilde Bock. Keramik“, Ausstellungskatalog von 2001.
Mit Kacheln gestaltete sie Objekte für den öffentlichen Raum. Eine gekachelte Wandgestaltung ist in der Nähe ihres ehemaligen Wohnortes erhalten. Dieser Treppenaufgang am Brandenburger Platz auf dem Eschberg, 1989 entstanden, sei ein Musterbeispiel für „erhaben gestaltete Ornamentik“, wie die Kunsthistorikerin Nicole Baronsky-Ottmann schreibt.Saarbrücker Zeitung vom 13. September 2023: „Hilde Bock: Am Eschberg begegnet ihr fast jeder, ohne es zu wissen“. Aus dem Jahr 1990 stammte eine vielfarbige Doppelstele („Begegnungs-Skulptur“), die sie gemeinsam mit Lewan Davidovic Mcheidse und Hans-Georg Mischon am Tbilisser Platz vor dem Saarbrücker Staatstheater gestaltete. Wegen StatikmängelnMitteilung des städtischen Bauamts vom 15.1.2024 musste im September 2000 abgebaut werden.
Ausstellungen (Auswahl) 1976: Staatliche Gemäldegalerie Tbilissi (Georgien) 1979: Moderne Galerie, Saarbrücken 1984: Musejsky Prostor Jesuitski, Zagreb 1986: Deutsche Bank, Frankfurt 1987: Handwerksmessen München und Koblenz 1990: Saarländische Landesvertretung in Bonn 2000: Rathaus Saarbrücken 2003: Gruppenausstellung „Angewandte Kunst“ im Saarländischen Künstlerhaus 2005: Museum St. Arnual
Nachlass Dem Museum St. Arnual vermachte sie einen Teil ihres künstlerischer Nachlasses, der dort zur Dauerausstellung gehört. Ein anderer Teil des Nachlassvermögens ging an Saarbrücker Frauenhäuser.
Quellen
Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken Saarbrücker Zeitung vom 30. Dezember 1999: Aus der Reihe tanzen und Redewendungen Gestalt geben Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Dossier: 457 Jo Enzweiler (Hg.): „Kunst im öffentlichen Raum im Saarland“, Band 1: Saarbrücken, Bezirk Mitte 1945 bis 1996. Saarbrücken 1997
Einzelnachweise
Kategorie:Keramiker Kategorie:Bildender Künstler (Saarland) Kategorie:Person (Saarbrücken) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1916 Kategorie:Gestorben 2010 Kategorie:Frau