mini|Babasónicos (2006) Babasónicos ist eine argentinische Alternative-Rock-Band, die 1991 gegründet wurde. Zu Beginn waren sie Teil der „neuen argentinischen Rock“-Bewegung, einer Bewegung, die aus Bands wie Juana La Loca, El Otro Yo, Peligrosos Gorriones und Los Brujos bestand. Der Name ist ein Wortspiel zwischen dem indischen spirituellen Lehrer und Yogi Sai Baba und einem Spielzeug, der Schallpistole, obwohl der Mythos, dass es auf die Zeichentrickserie Die Jetsons (im Spanischen „Los Supersónicos“) zurückzuführen ist, weit verbreitet ist.

Geschichte Gründung und erstes Album (1991–1993) Frontmann Adrián „Dárgelos“ Rodríguez und Keyboarder Diego „Uma-T“ Tuñón wollten einen Sound schaffen, der nicht den Parametern der etablierten argentinischen Musikszene folgte. Zu Adrián und Diego gesellten sich Dárgelos’ Bruder Diego „Uma“ Rodríguez (Gitarre und Gesang), Diego „Panza“ Castellano (Schlagzeug), Gabriel „Gabo“ Mannelli (Bass) und Mariano „Roger“ Domínguez (Gitarre), der Sohn des argentinischen Schauspielers Rolo Puente. Nachdem sie aus der Welle der „New Argentine Rock“-Bands der späten 1980er und frühen 1990er Jahre hervorgegangen waren, wurden Babasónicos zum Aushängeschild der „Sonic Rock“-Untergrundbewegung. Das erste Album der Babasónicos, Pasto, das von Sony Music veröffentlicht wurde, enthielt ihren ersten großen Hit D-Generación. Der 2014 verstorbene Gitarrist Gustavo Cerati und der argentinische Produzent Daniel Melero wirkten an diesem Debütalbum mit.

Trance Zomba, Dopadromo, Babasónica und Miami (1994–1999) 1994 eröffneten sie die Konzerte von INXS und Depeche Mode im Stadion von Vélez Sársfield (Buenos Aires). Im selben Jahr veröffentlichten sie ihr zweites Album Trance Zomba, auf dem sie DJ Peggyn integrierten, der bis 1999 Mitglied der Band bleiben sollte. Mit seiner Verpflichtung gingen die Babasónicos als erste Band in die Geschichte des nationalen Rock ein, die einen DJ als festen Bestandteil hatte. In der Folge schlug die Musik auf Trance Zomba eine andere Richtung ein und vermischte Rap mit Funk, Hardcore und sogar psychedelischen Klängen. Im August 1995 traten sie im Estadio Obras Sanitarias im Rahmen des „Nuevo rock argentino“ auf, in Begleitung von Los Brujos und Peligrosos Gorriones. Diese Auftritte waren eine Mischung aus Hip-Hop, Soul, Pop und sogar Disco-Musik und wurden am meisten beklatscht.

Auf dieses Album folgt das noch experimentellere Dopádromo, das ebenfalls von Sony veröffentlicht wurde und zwölf Titel mit unterschiedlichen Rhythmen enthält. Dank dieses Materials begann die Gruppe durch die USA und Lateinamerika zu touren. Anschließend erschien Babasónica, mit Egocripta als erstem Stück. Das Album wurde in New York aufgenommen und zeichnet sich durch düstere Themen in den Texten und eine Musik aus, die irgendwo zwischen Heavy Metal, Hard Rock und Psychedelic Folk liegt. Die meisten Songs von Babasónica haben jedoch eine konventionelle Struktur (Strophe, Bridge und Refrain). Die Aufführung fand im Dezember im Teatro Broadway in Buenos Aires statt.

1998 wurde eine neue Single, Desfachatados, zusammen mit anderen internationalen Musikern auf einer CD zugunsten von Flüchtlingen aus dem Kosovo aufgenommen. Im selben Jahr arbeitete die Gruppe mit Ian Brown von The Stone Roses an einem Lied mit dem Namen Babasónicos auf Ians Album Golden Greats (1999) zusammen. Auch im selben Jahr erschien Babasónicos zusammen mit Daniel Melero, Victoria Abril, Spleen, San Martín Vampire, Femirama und Baccarat auf Sesiones Malditas, en vivo en la radio, einem Album, das am 19. Dezember 1998 live in den alten Studios des argentinischen Radiosenders Rock & Pop aufgenommen und im Juli 1999 von Inrocks records veröffentlicht wurde. Babasónicos war an drei Tracks beteiligt: La muerte es mujer, Arenas Movedizas und DJ Beverly Hills.

1999 veröffentlichten sie ihr Album Vórtice Marxista, das aus den B-Seiten ihrer ersten drei Alben bestand. Im selben Jahr eröffneten sie für die irische Band U2 deren Konzerte im River Plate Stadion, als Vorbereitung zur Veröffentlichung des Albums Miami, das im gleichen Jahr erschien und das letzte Album war, an dem DJ Peggyn beteiligt war. Peggyn trennte sich aufgrund künstlerischer Differenzen von dem Projekt. Auf diesem Album zeigte sich die Band erneut von ihrer experimentellen Seite, wenn auch diesmal mit einer konkreteren musikalischen Ausrichtung, die in den nächsten Alben betont werden sollte, indem sie mit nicht-traditionellen Instrumenten und Streichergruppen experimentiert.

Nach Miami beendete die Band ihre Beziehung zu ihrem bisherigen Plattenlabel Sony Music und veröffentlichte eine Reihe von Alben über ihr eigenes Label Bultaco Records. Babasónicos veröffentlichte Vórtice Marxista neu mit drei weiteren Titeln, dazu Vedette, Babasónica Electrónica (Remixe von Babasónica) und Groncho (B-Seiten von Miami). Um ihr nächstes Album aufzunehmen, unterschrieben sie bei dem Label PopArt Discos.

Mit dem Album Jessico näherten sich die Babasónicos dem Pop-Rock-Stil. Es wurde von der argentinischen Zeitschrift Página/12 als das erste große argentinische Album des Jahrzehnts bezeichnet, allerdings sehen einige Fans in dieser Veränderung einen „Verrat“ an den eigenen Anfängen der Band, die experimenteller war, weg vom Mainstream. Jessico enthält mehrere Songs, die in Radio und Fernsehen häufig gespielt wurden, wie z. B. El loco, Los calientes, Deléctrico und Fizz.

2002 begaben sich die Babasónicos erneut auf eine Tournee durch die USA und Mexiko. Im Anschluss daran veröffentlichten sie mehrere Singles mit neuen Remixen ihrer Songs. Das Album wurde bei den Latin Grammy Awards in der Kategorie „Bestes Rockalbum“ nominiert.

Die Zeit nach Jessico (2003–2007) 2003 beendeten sie den fünften Tag des Quilmes Rocks, einem Festival, das auf einem Nebegelände vom River Plate Stadion organisiert wurde und die wichtigsten Bands der Zeit versammelte. Sie nahmen auch am Cosquín Rock und dem San Pedro Rock teil.

Gegen Ende des Jahres veröffentlichten sie das Album Infame, das den von der Band in Jessico eingeschlagenen Stil und ihren Platz unter den beliebtesten Künstlern in Argentinien bestätigt. Auf diesem Album finden sich Stücke, die sich mehr an lateinamerikanischen Liedern orientieren, wie einige Balladen und einige Boleros, mit eher oberflächlichen und romantischen Themen, ohne dabei rockigere Lieder zu vergessen. Manche von ihnen wurden in Musikkanälen und Radios häufig gespielt, wie z. B. Irresponsables, Y qué? und Putita. Im folgenden Jahr wurde das Album in 16 Ländern veröffentlicht, und Babasónicos gewann sechs Auszeichnungen bei den Gardel Awards. Die Präsentation des Albums fand im Luna Park statt, als Auftakt einer großen nationalen Tournee, die wiederum in Buenos Aires mit einem Konzert auf dem Rugbyfeld des Obras-Stadions vor 20.000 Menschen gipfelte. Das Album wurde in verschiedenen Medien erneut zu einem der besten des Jahres gewählt. Im Februar 2005 traten sie auf dem Festival de Viña del Mar auf.

Mezclas Infame Mezclas, das im September 2005 veröffentlicht wurde, ist ein Doppelalbum: Eines davon mit Remixen von Zucker, Bitman y Roban, Emisor, Victoria Mil, Plastilina Mosh und Daniel Melero und ein zweites, Cuatro putitas, besteht aus vier Titeln, die ausschließlich von Melero neu abgemischt wurden.

Im Oktober 2005 veröffentlichten sie unter dem Universal-Music-Label ihr achtes Album, Anoche, das Songs wie Carismático und Yegua enthält und von Andrew Weiss produziert wurde. In diesem Jahr erhielten sie den Konex Award „Diploma al Mérito“ als eine der fünf besten Rockbands des Jahrzehnts in Argentinien. 2006 tourte die Band durch Chile, Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Spanien. 2007 setzten sie ihre Tourneen fort und tourten mit der mexikanische Rockband Zoé durch die USA und Mexiko. Im selben Jahr veröffentlichten sie Luces, die erste DVD mit Live-Aufnahmen der Band, unter der Regie von Agustín Alberdi, dem Regisseur mehrerer ihrer Videoclips.

Außerdem veröffentlichten sie den Soundtrack für den Film Las mantenidas sin sueños von Vera Fogwill und Martín Desalvo, den sie in einer privaten Show in den alten Harrods-Läden in Buenos Aires präsentierten. Im Oktober desselben Jahres trat die Band bei den MTV Awards in Mexiko auf, wo sie den Preis für die „Beste Rockband“ gewann. Die Gruppe war unter anderem zusammen mit ihrem Landsmann Gustavo Cerati und der mexikanischen Gruppe Moderatto nominiert. Bei der Preisverleihung trat die Band auch mit dem Lied El colmo aus ihrem Album Anoche auf, das den Abschluss bildete. Ende 2007 wurde Arrogante Rock: Conversaciones con Babasónicos veröffentlicht, ein Buch, in dem Roque Casciero, ein argentinischer Journalist, Rockkritiker und Journalismuslehrer, die Geschichte der Band von ihren Anfängen als „Rosas del Diluvio“ und „X-Tanz“ beschreibt.

Tod von „Gabo“ und Veröffentlichung von Mucho (2008–2010) Am 12. Januar 2008 starb der Bassist der Band, Gabriel „Gabo“ Manelli, an den Folgen des Hodgkin-Lymphoms, gegen das er seit einiger Zeit ankämpfte. (spanisch). Carlos Hernán Carcacha, ein fast ständiger Gastmusiker seit dem ersten Album, schloss sich der Band an und nahm seinen Platz während der folgenden Tourneen ein, obwohl er dies auch schon in den letzten Jahren vor Gabos Weggang getan hatte.

Im Mai 2008 wurde Mucho veröffentlicht, dem ein Postkartenset der Band beilag. Die wichtigste Neuerung bei der Veröffentlichung dieses Albums war, dass es nicht auf CD, sondern im Handyformat herauskam.Mónica García: (spanisch). Sowohl Mucho als auch Babasónicos wurden von der Fachpresse und von der Bevölkerung (in Beilagen wie Claríns Sí) zu den besten des Jahres 2008 gewählt.

Am 16. Mai 2009 präsentierten sie im Club Ciudad de Buenos Aires Mucho +, eine Fortsetzung ihres vorherigen Albums. Bei dieser Veranstaltung (mit dem Spitznamen „Babafest“) wurden sie von weniger bekannten lokalen Bands begleitet (drei von ihnen gehören zu Bultaco Records): Él Mató a un Policía Motorizado, Coco, Victoria mil und Travesti. Im selben Jahr traten sie auf dem Festival Verano Iquique auf, einem Festival, das zusammen mit dem Festival del Huaso de Olmué das zweitwichtigste nach dem Festival de Viña del Mar ist, und wurden vom Publikum in Iquique sehr gut aufgenommen und erhielten die Auszeichnung „La Boya de Plata“ (Die Silberne Boje). Im Dezember desselben Jahres wählte die Zeitschrift Página/12 Jessico zum besten argentinischen Album des Jahrzehnts.

Im April 2010 trat die Band bei der 11. Ausgabe des Coachella Valley Music and Arts Festival auf, dem wichtigsten Musiktreffen in den Vereinigten Staaten. Babasónicos war die einzige argentinische Band und eine der wenigen lateinamerikanischen Bands im Line-up des Festivals.

A propósito (2011–2012) Am 11. Februar 2011 präsentierten die Babasónicos auf dem Cosquín Rock Festival mit „Fiesta popular“ einen Vorgeschmack auf das Mitte des Jahres erscheinende Album A propósito. Die Band konnte während der Entwicklung des neuen Albums auch auf ihrer offiziellen Website beobachtet werden. Dort waren mehrere Vorabversionen von Deshoras zu sehen. (spanisch). Auch auf Facebook und Twitter postete die Band verschiedene Episoden von den Aufnahmen zur CD.

Im April 2011 tourten die Babasónicos vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums durch Mexiko und nahmen auch am Vive Latino Festival teil. Am 17. Mai wurde A propósito, das zehnte offizielle Album der Band, veröffentlicht.