Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln ist ein deutscher Krimi-Thriller von Ute Wieland aus dem Jahr 2025, der im Auftrag der ARD für Das Erste produziert wurde.
Die ARD schrieb zur Erstausstrahlung des Films: „Die nordatlantischen Färöer-Inseln dienen als von rauer See umtoster Schauplatz eines ungewöhnlichen Thrillers: Auf der Suche nach einem aufwühlenden Geheimnis begibt sich Odine Johne – in ihrer Rolle als Johanna – zwischen die Fronten eines erbitterten Konflikts zwischen einheimischen Traditionalisten und internationalen Walschützern. An der Seite der mutigen Ermittlerinnenfigur sind Jan Krauter als um Deeskalation bemühter Inselpolizist und Henning Baum als aktivistischer Skipper zu sehen.“
Handlung Um das Haus ihrer verstorbenen Eltern zu verkaufen, zieht es die zielstrebige 38-jährige Journalistin Johanna Vágar zur Kaufabwicklung in ihre Heimat auf die Färöer-Inseln zurück. Das Trauma ihrer Kindheit war der Verlust ihres Vaters Jannick, der seinerzeit unter ungeklärten Umständen auf hoher See ums Leben kam. Johannas eigentliches Anliegen gerät ins Hintertreffen, als sie an einer Felsenklippe die Leiche eines jungen Tierschützers aus Frankreich entdeckt. Der junge Mann hat eine Art Harpune im Rücken und lenkt damit den Verdacht auf Einheimische, gegen deren blutige Jagd auf Grindwale eine Gruppe von Aktivisten kämpft. Bei den Waljägern handelt es sich um Männer der Insel, die von den Fischern Jacobsen und Brandur angeführt werden. Da sich der Polizist Bjørg Helmsdal, ein Jugendfreund Johannas, keinen Ärger einhandeln möchte, verspricht ihm Johanna, sich als Journalistin zurückzuhalten. Das hält sie jedoch nicht davon ab, mit Unterstützung des Aktivisten Harms und seiner Schiffscrew herausfinden zu wollen, was offenbar vertuscht werden soll. Die Medien berichten von einem Unfall des jungen Franzosen.
Francesca Campagnoli, die zu den Unterstützern von Harms gehört, erzählt Johanna, dass die Wale im Familienverband leben und immer zusammenblieben, was die Walfänger ausnutzen würden. Wenn ein Tier von den Männern harpuniert werde, folgten die anderem ihm von ganz allein, da sie einander nie verlassen würden. Harms zeigt sich entnervt, dass die Walfänger ihnen immer voraus wären und er keine Ahnung habe, wie sie das machen würden. Er entdeckt einen Sender bei einem der Tiere. Die Männer glauben, dass die Waljäger die Tiere verbotenerweise mit Peilsendern taggen statt sie zu spotten, wie bisher. Francesca glaubt, dass der Franzose Pierre Durant von der Tracking-Software wusste und deshalb sterben musste. Johanna will wissen, warum verbreitet werde, dass dessen Tod ein Unfall gewesen sei, woraufhin Francesca meint, bei den Einheimischen decke jeder jeden.
Zur selben Zeit unterhält sich Helmsdal mit der Pathologin Dr. Lina und schwört sie darauf ein, vorerst nur mit ihm über den Fall zu reden. Zurück in seinem Haus, wird er von Johanna aufgesucht. Als sie wissen will, warum verbreitet werde, dass der des Franzosen ein Unfall gewesen sei, erwidert er unwirsch, sie solle sich ’raushalten, sie wisse nicht, was auf der Insel zwischen den Aktivisten und den Walfängern los sei. Das sei ein Pulverfass und sie sei nur eine Touristin. Die Tür öffnet sich und die Fischer Rókur und Jogvan Jacobsen stürmen herein. Jacobsen will von Helmsdal wissen, warum er nicht bei der Waljagd dabei gewesen sei, woraufhin dieser erwidert, er sei krank gewesen, aber nächstes Jahr wieder dabei. Das hoffe er doch, ist Jacobsens Antwort. Zu Johanna meint er im Weggehen, sie solle nicht vergessen, dass sie eine von ihnen sei.
Kurz darauf spricht Johanna mit ihrer Kollegin Elif und meint, hier laufe eine Riesensauerei, wenn sie nicht alles täusche, versuche man, den Mord an dem Aktivisten zu vertuschen. Johanna wendet sich wieder an Harms und meint, die Leute auf der Insel vertrauten ihr, vielleicht könne sie denjenigen finden, der die Software auf seinem Computer habe. Harms meint, sie solle sich Brandur Midjord einmal genauer ansehen, er sei der erfolgreichste Waljäger. Sie finde ihn in Hoyvik. Gemeinsam mit Helmsdal wandert Johanna zu Brandur Midjord und dessen Frau Eva. Auch deren Kinder Lea und Julian sind anwesend. Eva erzählt Johanna stolz, dass ihr Mann der bester Grindler, also Walfänger, auf der Insel sei. Im Gegensatz zu seiner Schwester, die ihrem Vater nacheifert, äußert Julian, der Vegetarier ist, dass er die Waljagd ablehne. Lea meint noch, es sei unerträglich, wie die Aktivisten sie auf der ganzen Welt schlechtmachen würden. Unvermittelt schenkt Brandur Johanna eine Kette mit einer Schicksalsrune, die sie an ihre Herkunft erinnern solle. Johanna verbringt die Nacht bei und mit Bjørg.
Am anderen Morgen erhält Johanna einen Anruf Francescas, die ihr mitteilt, dass gestern Abend der schlimmste Grind aller Zeiten gewesen sei und Harms vor Wut tobe. Als Johanna ihr erzählt, dass sie die entsprechende Computersoftware noch nicht habe ausfindig machen können, erwidert Francesca nur, dass sie niemand Einheimischen trauen könne. Inzwischen steht auch fest, dass Pierre durch einen Schädelbasisbruch zu Tode kam und die Lanze ihm erst nach seinem Tod in den Rücken gebohrt worden war.
Johanna wird mit ihrem Auto von einem anderen Wagen von der Straße abgedrängt. Glücklicherweise kommt Bjørg vorbei und nimmt sie in seinem Wagen mit. Er erzählt ihr, dass es nicht so leicht sei, sich gegen Traditionen zu stellen. Er habe bewusst nicht am Grind teilnehmen wollen. Er zeigt Johanna sodann den Obduktionsbericht und ergänzt, dass Durant nicht an seinem Fundort gestürzt sei. Es habe jemand gezielt versucht, dessen Tod so aussehen zu lassen, als ob die Walfänger etwas damit zu tun hätten.
Als Johanna sich in ihrem Quartier die Aufnahmen des Sticks ansieht, die sie von Brandurs Computer gezogen hat, ist sie mehr als überrascht. Es sind viele Fotos aus ihren Kindertagen, die sie gemeinsam mit ihrem Vater zeigen. Als Brandur kurz darauf bei ihr erscheint, bringt sie nur heraus, das sei krank, er sei ihr Vater, der sie glauben lasse, dass er tot sei. Dann läuft sie davon. Als Johanna einige Zeit später von ihrem Vater wissen will, warum er sie und ihre Mutter verlassen und eine neue Familie gegründet habe, meint er nur, sie solle ins Flugzeug steigen und nach Hause fliegen, sie gehöre nicht auf die Insel. Nachdem Johanna ihre Verzweiflung am Strand herausgeschrieen hat, lässt sie sich die Sterbeurkunde ihres Vaters zeigen, der seinerzeit bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und durch seinen Ehering identifiziert worden sein soll.
Nachdem Francesca den Meeresbiologen Paul Stefansson auf einer hitzigen Pressekonferenz tätlich angegriffen hat, will Harms sie nicht mehr in seinem Team haben. Gegenüber Johanna gibt Francesca außerdem zu, dass sie die Lanze in Pierres Rücken gestoßen habe, als er schon tot gewesen sei. Auch dass die Walfänger taggen, stimmt wohl nicht. Harms Organisation darf infolge des Angriffs nun nicht mehr auf der Insel anlegen. Francesca entschuldigt sich bei den Faröern, erläutert aber auch, wie schlimm dieses Abschlachten der Wale für sie sei. Johanna wird von dem Reporter ebenfalls befragt. Ihre Antwort macht nachdenklich. Sie meint, die Waljagd sei hier auf der Insel eine sehr alte Tradition. Das Problem sei aber, dass bei jedem Grind eine ganze Walschule ausgelöscht werde. Sie sei keine Expertin, aber man solle sich einmal vorstellen, die Wale würden eines Tages einfach verschwinden. Das wäre für die Färöer doch der traurigste Tag. Eine Walfamilie halte ein Leben lang zusammen, man ginge füreinander in den Tod. Davon könnten die Menschen viel lernen.
Auf Johannas eindringliche Bitte hin gräbt Bjørg Helmsdal die angebliche Leiche von Johannas Vater gemeinsam mit ihr aus und hilft ihr bei ihren Ermittlungen, in Erfahrung zu bringen, wer da tatsächlich begraben worden ist. Johanna erhält eine ominöse Nachricht für einen Treffpunkt, an dem sie sich einfinden soll. Sie rutscht beim Lesen jedoch ab und fällt auf einen Felsvorsprung – unter sich das tosende Wasser. Sie hat Glück und wird von dem Fischer Rókur zufällig entdeckt und zur Familie von Brandur gebracht.
Helmsdal hat inzwischen herausgefunden, dass ein Alain Moiret zur Zeit, als Johannas Vater umgekommen sein soll, als verschollen auf der Insel gemeldet wurde. Zur selben Zeit hat sich Brandur durchgerungen, Johanna zu erzählen, was damals passiert ist, möchte aber, dass sie die Insel danach sofort verlässt. Vor dreißig Jahren sei er von einem Grind mit dem Boot zurückgekommen. Das Wetter sei fürchterlich gewesen an jenem Tag. Auf einmal sei ein verrückter Aktivist mit seinem Boot auf ihn zugekommen. Er sei stinksauer gewesen, weil die Aktivisten wieder einmal die Wale vertrieben hätten, und sei dann mit seinem Boot voll auf ihn zugefahren, der Aktivist sei jedoch unverändert auf seinem Kurs geblieben. Die Boote seien dann aufeinandergeprallt. Er sei beim Aufprall gegen die Bordwand geknallt. Als er wieder zu sich gekommen sei, sei der andere Mann tot gewesen. Er habe ihr die Schande ersparen wollen, damit leben zu müssen, dass ihr Vater ein Mörder sei.
Letztendlich stellt sich heraus, dass Jogvan Jacobsen doch Wale taggt. Brandur meint, er sei ein Lügner, Jacobsen wehrt sich und erwidert, dass die verdammten Aktivisten sonst immer vor ihnen da seien und die Wale vertreiben würden. Weiter stellt sich heraus, dass Pierre der Sohn des seinerzeit auf See getöteten Franzosen war. Beide starben an einer Schädelfraktur. Während einer dramatischen Szenerie auf Jacobsens Fischerboot, bei der Johanna ernsthaft in Gefahr ist, kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Jacobsen hat beide Franzosen, Vater und Sohn, umgebracht und Johannas Vater 30 Jahre lang in dem Glauben gelassen, dass er den Tod von Alain Moiret verschuldet habe.
Produktionsnotizen, Hintergrund Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln wurde unter dem Arbeitstitel Die Toten aus dem Meer vom 26. September bis zum 24. Oktober 2023 auf den Färöer-Inseln und in Nordirland gedreht. Für den Film, dessen Redaktion bei Niklas Wirth und Christoph Pellander, beide ARD Degeto, lag, zeichneten die Wasabi Film GmbH & Co.KG und die Amalia Film GmbH verantwortlich. Die Produktionsleitung lag bei Winfried Demuss, die Herstellungsleitung bei Beate Baiser, Amy Moore und Kirsten Frehse (ARD Degeto).
In der ARD Mediathek wurde der Film ab dem 27. März 2025 vorab zur Verfügung gestellt. Die Erstausstrahlung im Programm der ARD Das Erste erfolgte am 29. März 2025 zur Hauptsendezeit.
Das Dialogbuch für die Synchronisation des Films für die nicht Deutsch sprechenden Schauspieler oblag Cornelius Frommann, die Dialogregie Roland Frey. Außer den zugewiesenen Sprechern sind zu hören: Leonard Hohm, Dorothea Baltzer, Leo Douglas, Sophie Rogall, Susanne von Medvey, Michele Cuciuffo, Maria Rabl, Patrick Schröder, Tinka Kleffner und Nils Brünnig. Die Synchronisation umfasst primär die englischsprachigen Darsteller des internationalen Casts.
Hauptdarstellerin Odine Johne äußerte in einem Interview gegenüber der teleschau, dass sie verstehe, was in Johanna vorgehe. Als ihr klar geworden sei, dass sie ihr Leben lang belogen worden sei, wolle sie unbedingt Antworten finden und die Wahrheit endlich ans Licht bringen. Die Regisseurin Ute Wieland habe in ihrem Film darauf verzichtet, „die Walfang-Tradition einseitig zu verurteilen“. Vielmehr habe sie „eine grundsätzliche Frage in den Raum gestellt“, nämlich die, ob wir „das Recht haben, andere Nationen zu belehren, während es im eigenen Land genug Schlachthäuser, Massentierhaltung und Doppelmoral“ gebe.Susanne Bald: „Mordlichter – Tod auf den Färöer Inseln“ heute: Lohnt sich der Krimi mit Odine Johne?In: teleschau, joyn.de, 29. März 2025. Abgerufen am 22. Februar 2026.