mini|hochkant|Stadtkirche Neuenstein links|mini|249x249px|Turm Stadtkirche von Süden mini|hochkant|Innenansicht Die evangelische Stadtkirche steht in Neuenstein, einer Stadt im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehörte bis 2024 zum Kirchenbezirk Öhringen und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Künzelsau und Hohenloher Ebene im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen.

Geschichte Kirchlich gehörte Neuenstein zunächst zur Stiftskirche Öhringen. Eine der Hl. Maria geweihte Kapelle wird 1365 erwähnt. Deren Reste sind vermutlich in einem Bau südlich der Kirche enthalten. 1499 wurde die Kapelle zur Pfarrei erhoben und nach der Reformation auch für die Orte Grünbühl, Kleinhirschbach und Obersöllbach zuständig, die früher ebenfalls zur Stiftskirche Öhringen gehörten. Den heutigen Umfang erhielt die Kirche Neuenstein durch mehrmalige Umbauten und Renovierungen in den vergangenen mehr als vier Jahrhunderten. In der Gruft der Kirche ruhen mehrere Angehörige des Hauses Hohenlohe-Neuenstein. An der Nordseite wurde 1699 ein Epitaph angebaut. Aus dem Jahre 1879 ist unter Werkmeister Käfer eine Renovierung bekannt. Der renommierte Schorndorfer Architekt und Denkmalpfleger Peter Haag (1913–1974) besorgte in den Jahren 1967 bis 1969 eine umfassende Innenrenovierung.

Beschreibung Die dreischiffige Hallenkirche wurde 1609–1611 nach einem Entwurf des Baumeisters Georg Kern gebaut, Bruder der Forchtenberger Bildhauer Michael und Leonhard Kern.Kirchengrundriss sowie Vita und Werk des Baumeisters siehe: Sabine Eckert-Viereckel: Baumeister Georg Kern. In: Stadt Neuenstein, Homepage, Georg Kern , abgerufen am 1. Juli 2026 Der flachgedeckte Innenraum wird durch die achteckigen Pfeiler bestimmt. Hinter ihnen verläuft auf drei Seiten die an den beiden Schenkeln gekürzte moderne Emporenanlage auf schlanken Rundstützen und mit einer Rautengitter-Brüstung. Die Westempore trägt die große Orgel.

Die unteren Geschosse des Chorturms einer Kapelle mit Apsis aus den 15. Jahrhundert wurden in die Ostseite des Langhauses einbezogen. Er wurde für die Unterbringung der Turmuhr aufgestockt und mit einer Zwiebelhaube bedeckt, die von einer Laterne bekrönt ist. Sein Glockenstuhl beherbergt vier Kirchenglocken.

Ausstattung Kanzel Die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert wird von einer Statue des Mose getragen und auf dem hölzernen Schalldeckel von der geschnitzten Skulptur des auferstandenen Christus bekrönt. Der farbmarmorierte Kanzelkorb ist mit vergoldeten Applikationen an den Ecken und in den Brüstungsfeldern verziert. Das Geländer des Kanzelaufgangs ist in einer der Füllungen mit einem filigran geschmiedeten reizvollen Ziergitter versehen, dessen Pendant die Nordwand des Chores ziert.

Ehrengrabmal Im Chor wurde 1977 das Kenotaph für den letzten Repräsentanten des Hauses Hohenlohe-Neuenstein aufgestellt: Graf Wolfgang Julius, 1698 verstorben, dessen Tumba von vier Bronzelöwen flankiert wird.

Glasgemälde Wolf-Dieter Kohler schuf 1981 zunächst die Farbverglasung des mittleren Chorfensters. Die Bildthemen sind der wiederkommende Christus auf dem Regenbogen (Majestas Domini), zu seinen Füßen das gläserne Meer mit den vier Evangelistensymbolen (Matthäus/Mensch, Johannes/Adler, Markus/Löwe und Lukas/Stier). Darunter die sieben Engel mit dem Weckruf der Posaunen.

1984 ergänzte Kohler das mittlere durch zwei seitliche Chorfenster. Links sind Szenen aus dem Leben und Wirken Jesu dargestellt: seine Geburt, Taufe und Versuchung; die Berufung des Zöllners, Hochzeit zu Kana, Sturmstillung, Segnung der Kinder, das Gespräch mit der Frau aus Samaria, die Heilung des Blinden und die Auferweckung des Lazarus. Das Fenster rechts: die Passion Jesu und die Ereignisse bis Pfingsten (Jesu Einzug in Jerusalem, Abendmahl, Gethsemane, Verrat des Judas, Verleugnung des Petrus, Jesus vor Pilatus, Verspottung und Geißelung, Jesus trägt sein Kreuz, Abnahme vom Kreuz, die Frauen vor dem leeren Grab, Jesus zu Tisch in Emmaus, Ausgießung des Heiligen Geistes). Alle Glasgemälde wurden in der Stuttgarter Glaswerkstatt Gaiser gefertigt.

Wand- und Deckenmalerei Ein Rest früherer Ausmalung des Kirchenschiffs ist über dem Kanzeldeckel oben an der nördlichen Chorwand freigelegt. Die klassizistische Deckenmalerei in den zahlreichen Stuck-Kartuschen zeigt in den Hauptfeldern das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und die Kreuzigung Jesu. In den Eckmedaillons der Mitte und an der Decke der Seitenschiffe sind die vier Evangelisten und weitere Motive zu sehen.

Orgel Die Orgel wurde 1970 als Opus 898 von der Giengener Orgelmanufaktur Gebr. Link gebaut.Information zur Orgel auf Organ index, abgerufen am 8. März 2024.

Literatur Erwin Rall: Die Kirchenbauten der Protestanten in Schwaben und Südfranken im 16. und 17. Jahrhundert. Maschinenschriftliche Dissertation. TH Stuttgart, 1922 – Mit Rekonstruktionszeichnung. Otto Hesler, Gerhard Taddey: Stadtkirche Neuenstein. Neuenstein, o. J. (ca. 1986)

Weblinks

Die Kirchen auf der Website der Kirchengemeinde Neuenstein, ohne Gebäudeinformationen Datenblatt Kirchbau.de

Einzelnachweise

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