Die Gefechte in der Ormoc Bay waren eine Serie von See- und Luftschlachten zwischen dem Japanischen Kaiserreich und den USA in der Camotes-See zwischen dem 9. November und dem 21. Dezember 1944. Sie fanden vor dem Ort Ormoc auf der Philippineninsel Leyte während des Pazifikkrieges im Zweiten Weltkrieg statt. Die Gefechte wurden dadurch ausgelöst, dass die japanischen Streitkräfte ihre Truppen auf Leyte sowohl verstärken als auch versorgen wollten und den amerikanischen Bemühungen dies zu verhindern.
Auftakt Am 12. September wurde der Pilot der US Navy Thomas C. Tillar während eines Angriffs auf Cebu mit seiner Hellcat in einem Luftkampf von japanischen Jagdflugzeugen abgeschossen. Er konnte sich mit seinem Rettungsfloß sich auf die kleine Insel Apit, westlich von Leyte, retten. Dort erfuhr er von Einheimischen, dass sich auf Leyte keine nennenswerten Truppen befanden und auf Cebu lediglich 15.000 Mann stationiert waren. Diese Information konnte Tillar dann an seinen Vorgesetzten Admiral Charles Turner Joy weitergeben. Möglicherweise sorgten diese Informationen dafür, dass sich der amerikanische General Douglas MacArthur bei Präsident Roosevelt mit seinem Plan, die Philippinen zu erobern, gegen Admiral Nimitz der zunächst über Formosa das chinesische Festland angreifen wollte, durchsetzen konnte.acepilots, Ensign Tillar... Die Informationen waren allerdings teilweise falsch, denn die größten Teile der 16. japanischen Infanteriedivision unter dem Befehl von Generalleutnant Makino Shirō () befanden sich auf Leyte und wurden im August noch verstärkt.
Hintergrund Am 17. Oktober 1944 meldete eine japanische Radarstation die amerikanischen Streitkräfte vor der Küste Leytes und am 20. Oktober begann die Landung der Truppen. Das führte zur See- und Luftschlacht im Golf von Leyte. In dieser Schlacht wurde die japanische Marine als strategisches Element eliminiert. Allerdings glaubte der Befehlshaber auf den Philippinen General Yamashita auch an eine Schwächung der amerikanischen Flotte, die aber nicht eingetreten war. Er rechnete zwar nicht mehr mit einer entscheidenden Schlacht auf See, beschloss aber, die entscheidenden Bodenschlachten auf Leyte und Luzon alleine fortzusetzen.War History. Band 48, S. 339–340 (Beurteilung der Ergebnisse der entscheidenden Schlacht der Leyte-Flotte). Außerdem glaubte er an die großartigen Ergebnisse, die die japanische Marine in der Luftschlacht über Formosa verkündet hatte.Büro für Militärgeschichte: War History. Band 81, S. 313–315 (Verkündung er Ergebnisse der Luftschlacht vor Taiwan). Angesichts der US-amerikanischen Landung auf Leyte, entschied man sich für eine erste Bodenschlacht dort.Büro für Militärgeschichte: War History. Band 54, S. 447–448.
Die japanischen Marineoperationen, die Verstärkung, Vorräte und Munition für ihre Truppen auf Leyte transportierten, fanden zwischen dem 23. Oktober und dem 11. Dezember 1944 statt. Insgesamt fuhren neun große Konvois die gefährliche Seepassage von etwa 600 Seemeilen von Manila nach Ormoc, dem wichtigsten Hafen an der Westküste Leytes. Die Verstärkung der Truppen auf Leyte begann nur wenige Tage nach der amerikanischen Landung am 20. Oktober 1944, als Generalleutnant Suzuki Sōsaku, der an dieser Front die 35. Armee befehligte, begann, alle Arten von Lastkähnen, Segelbooten und anderen kleinen Fahrzeugen zu sammeln, um seine verstreuten Truppen von den kleinen Inseln um Leyte herum, den östlichen Visayas, nach Ormoc zu bringen. Abgesehen von den hier beschriebenen TA-Operationen wurden diese kleinen Fahrten während des gesamten Feldzugs fortgesetzt und es gelang ihnen, bis Ende Dezember mindestens 6.000 Mann, hauptsächlich aus der 30. und 102. Division, nach Leyte zu verlegen. Die TA-Operationen waren auch die ersten Operationen, bei denen die japanischen Schnelltransporter () eingesetzt wurden. Sie waren auf der Basis der Zerstörer der Matsu-Klasse gebaut und hatten ein abgeschrägtes Heck, um Landungsboote aussetzten zu können.Combined Fleet: TA Operations I.
Die Entschlüsselungen von japanischen Nachrichten, die mit der Verschlüsselungsmaschine vom Typ B verschlüsselt waren, alarmierten die Amerikaner wegen der Schiffsansammlungen um Leyte, wurden aber als Vorbereitungen zur Evakuierung gedeutet. In der ersten Novemberwoche bemerkten die Amerikaner ihren Irrtum und begannen, die Konvois zu bekämpfen.Anderson: Leyte. CMH Pub, S. 72–27.
Operationen TA-1 mini|links|350px|Japanischer Schnelltransporter T.1
Der erste größere Truppentransport nach Leyte hatte das Ziel 2.500 Soldaten des 41. Infanterieregiments von Cagayan auf Mindanao nach Ormoc zu verlegen. Auch die 16. Kreuzerdivision unter Sakonjō Naomasa, bestehend aus dem Schweren Kreuzer Aoba, dem Leichten Kreuzer Kinu und dem Zerstörer Uranami aus Manila sollten als Geleitschutz teilnehmen und die Transporter in Cagayan treffen. Diese Operation wurde später TA-1 bezeichnet. Diese Name wurde allerdings erst eingeführt, nachdem Admiral Mikawa Gun’ichi die TA-Operationen am 29. Oktober offiziell begonnen hatte. Die 16. Kreuzerdivision schaffte das Rendezvous in Cagayan nur mit Mühe. Zuvor war es eine Einheit der Zweiten Flotte von Vizeadmiral Kurita Takeo und lief am 21. Oktober aus Brunei aus. Als sich Schiffe am Morgen des 23. Oktober Manila näherte, gelang dem U-Boot USS Bream (SS-243) ein Torpedotreffer auf der Aoba, die nach dem Ausfall der Maschinen mit Schlagseite liegenblieb. Sakonju wechselte auf die Kinu und setzte seinen Weg am nächsten Tag fort. Auf dem Weg wurde der Verband von Aufklärern der Task Force 38 entdeckt und wurde dreimal von insgesamt 40 Flugzeugen angegriffen. Durch die Angriffe bekam die Uranami einen Treffer im Tank und die Schiffe hatten 72 Mann an Verlusten zu beklagen. Danach waren die amerikanischen Piloten in der Seeschlacht bei Leyte eingesetzt und die Schiffe erreichten am Morgen des 25. Oktober Cagayan.
Die Marinetransporter waren am Abend zuvor eingetroffen, hatten über Nacht Truppen an Bord genommen und waren bereits auf dem Weg nach Ormoc als Sakonju eintraf. Die Transporter T.6, T.9 und T.10 hatten jeweils 350 und die Transporter T.101 und T.102 jeweils 400 Mann an Bord. Die Kinu übernahm 500 und die Uranami 150 Infanteristen und folgten dann den Transportern. Zu diesem Zeitpunkt erreichten die Schlachten am Golf von Leyte vor Samar und Kap Engaño ihren Höhepunkt, so dass dieser Truppentransfer von den Amerikanern relativ unbemerkt blieb. P-38-Jäger beschossen zwar die T.6 und verursachten einige Verluste, aber alle Schiffe erreichten Ormoc am Morgen des 26. Oktober in gutem Zustand, und das 41. Regiment wurde schnell an Land gebracht und marschierte in Richtung Front. T.101 und T.102 wurden zurück zu den Visayas befohlen, um weitere Truppen aufzunehmen, während die Kinu, die Uranami und die drei übrigen Marinetransporter nach Manila zurückkehren wollten.
Am Vormittag des 26. Oktober durchquerte der Verband den Jintotolo-Kanal zwischen Masbate und Panay, als er von etwa 80 Flugzeugen von den Geleitträgern der Task Force 77.4.2 „Taffy 2“ mit Bomben und Raketen angegriffen wurden. Die Uranami erhielt zwei Bomben- und mehrere Raketentreffer durch die 103 Mann und der Kapitän getötet wurden und sank gegen Mittag. Die Kinu blieb über Wasser, ihr Ruder war hoffnungslos blockiert. Zwei weitere Wellen feindlicher Flugzeuge trafen sie, und eine Bombe in den Maschinenraum setzte den Kreuzer in Brand. Die drei Marinetransporter waren am Nachmittag vor Ort und retteten jeweils etwa 300 Überlebende. Die Kinu ging gegen 17:30 Uhr unter. Sakonju setzte seine Flagge auf T.10 und fuhr am 27. weiter nach Manila. Die Transporter T.101 und T.102 wurden wenige Tage später ebenfalls versenkt. T.102 in der Straße von Guimaras, wo sie am 26. Oktober von Trägerflugzeugen versenkt wurde. Am selben Tag gelang es der T.101 das 169. Infanteriebataillon in Tagbilaran auf Bohol einzuschiffen und dann nach Ormoc zu bringen. Am 27. Oktober wurde die T.101 nördlich von Cebu durch einen Luftangriff beschädigt und am 28. Oktober im Hafen von Ormoc versenkt.
Inzwischen trafen die überlebenden japanischen Kriegsschiffe der Schlachten am Golf von Leyte, hauptsächlich Zerstörer, in Manila ein. Die ersten Schiffe waren am 25. Oktober eingetroffen, als die Hamakaze und die Kiyoshimo vom Zerstörergeschwader 10, die Überlebende von der versenkten Musashi an Bord hatten, ankamen. Gefolgt wurden sie von der Hatsuharu und Hatsushimo von der Zerstörerdivision 21 mit den Überlebenden des versenkten Zerstörers Wakaba. Die Akebono der Zerstörerdivision 7 traf am 26. Oktober mit Überlebenden des Kreuzers Mogami ein. Am 28. erreichte Vizeadmiral Shima Kiyohide mit dem schweren Kreuzer Nachi und den Zerstörern Kasumi und Ushio vom 1. Zerstörergeschwader, dem beschädigten Kreuzer Kumano und dem Zerstörer Okinami vom 2. Zerstörergeschwader Manila. Die schwer beschädigte Kumano war definitiv nicht einsatzbereit, aber die Nachi und die Ashigara wurden zur „TA Unterstützungsgruppe“ ernannt, die in Bereitschaft gehalten werden sollte, um bei Bedarf einzugreifen. Die Zerstörer würden die Geleitzüge nach Ormoc begleiten.
Am 27. Oktober traf in Manila ein Truppenkonvoi mit der 1. Infanteriedivision aus Shanghai ein. Der Befehlshaber der 14. Regionalarmee, General Yamashita Tomoyuki war dagegen, sie nach Leyte weiterzuleiten und ordnete an, dass ein Bataillon jedes Regiments in Manila bleiben sollte, um sich vor dem Verlust der gesamten Division zu schützen, falls der Konvoi in eine Katastrophe geraten sollte. Anschließend befahl er der 26. Division, die seit August auf Luzon war, sich ebenfalls für den Transport nach Leyte bereitzuhalten.
TA-2 mini|350px|Japanisches Landungsboot T.101 Für den Transport des Hauptteils der 1. Division, etwa 10.000 Mann plus Ausrüstung, standen vier große Transporter zur Verfügung. Bei der Noto Maru, der Kinka Maru, der Kashii Maru und der Takatsu MaruJe nach Quelle auch Kozu Maru handelte es sich um moderne Hochgeschwindigkeitsschiffe. Letzteres war speziell für militärische Landungseinsätze ausgerüstet, mit Deckskränen zum Entladen der 20 Lastkähne (Daihatsu), die transportiert werden konnten. Die 7. Konvoi-Begleitgruppe, die sie von Shanghai nach Manila begleitet hatte, würde sie auch bis nach Ormoc eskortieren. Diese Einheit bestand aus den Kaibokans Okinawa, Shumushu und den nur nummerierten Kaibokan der 1. Klasse Nr.11 und Nr.13 unter dem Kommando von Konteradmiral Matsuyama Mitsuharu.
Die Zerstörer Kasumi, Ushio, Akebono, Hatsuharu, Hatsushima und Okinami waren als Geleitschutz für TA-2 vorgesehen. Oberbefehlshaber war Konteradmiral Kimura Masatomi. Zusätzlich zum Hauptkonvoi umfasste TA-2 auch das Landungsschiff T.131, das zwei Tage zuvor von den Visayas nach Manila zurückgekehrt war. Sie nahm 340 Mann und Waffen des 20. Panzerabwehrbataillons an Bord, machte sich am Nachmittag des 28. Oktober auf den Weg nach Ormoc und kam in der Nacht des 30. Oktober sicher dort an. Sie nahm die Besatzung der versenkten T.101 an Bord und lief kurz nach Mitternacht des 31. Oktober wieder Richtung Manila aus. Im Laufe des Tages ging der Funkkontakt zu T.131 verloren und man vermutete, dass sie gesunken war, ohne ein Notsignal absetzen zu können.
Der zweite Teil der Operation bestand aus den Transportern T.6, T.9 und T.10 und beförderte 1.000 Mann des 12. Infanterieregimentes. Am frühen 31. Oktober liefen sie aus Manila aus. Auf dem Weg wurden sie einige Male aus der Luft angegriffen, erlitten aber keine Schäden. Am Nachmittag des 1. November setzten sie ihre Truppen in Ormoc an Land. T.6 und T.10 kehrten dann nach Manila zurück, T.9 wurde nach Cebu abkommandiert, um General Suzuki und etwa 100 Mann des Hauptquartiers der 35. Armee abzuholen. T.9 war im Morgengrauen des 2. November mit ihnen zurück in Ormoc.