Die Friedrichshafen FF 64 war ein deutsches, im Ersten Weltkrieg vom Flugzeugbau Friedrichshafen für maritime Aufklärungszwecke entwickeltes, Schwimmerflugzeug.

Entwicklung Die Entwicklung der FF 64 wurde als Bordflugzeug für den Einsatz auf Kaperschiffen, die weit entfernt vom deutschen Mutterland zur Störung von alliierten Handels- und Nachschubrouten auf den Ozeanen operieren sollten, entworfen. Speziell die für diese Aufgabe sehr erfolgreich von Bord des Hilfskreuzers Wolf aus eingesetzte FF 33e Wölfchen mit der Marinenummer 841 diente hierfür als Vorbild. Dementsprechend gab das Reichsmarineamt im März 1918 beim Flugzeugbau Friedrichshafen einen verbesserten Nachfolger in Auftrag. Den drei bestellten Flugzeuge wurden die Marinenummern 3061–3063 zugeteilt.Jörg Biber: Das Seeflugzeug-Versuchs-Kommando Warnemünde. Media Script, Berlin 2023, ISBN 978-3-9822979-1-0, S. 265. Das erste Exemplar (Nr. 3061) wurde in knapp zwei Monaten vollendet und flog am 5. Mai 1918 erstmals. Die Konstruktion des dreistieligen Doppeldeckers war bewusst robust gehalten, um die große Beanspruchung auf den langwierigen Einsatzfahrten fernab von landgestützten Werftanlagen überstehen zu können. Das Flugzeug war mit einem FT-Gerät ausgerüstet und zur platzsparenden Unterbringung an Bord mit anklappbaren Tragflächen ausgestattet. Nach der von der Marine vorgenommenen Gruppenunterteilung zählt sie zu den CHFT-Typen (zweisitziges Schwimmerflugzeug mit einem MG und Funkgerät). Die Erprobung fand beim Seeflugzeug-Versuchskommando (SVK) in Warnemünde statt und wurde im Oktober 1918 mit der Bestätigung der Einsatzreife abgeschlossen. Zum Einsatz kam es aufgrund des Waffenstillstandes im Folgemonat nicht mehr und es ist unsicher, ob die restlichen beiden bestellten FF 64 noch produziert und ausgeliefert worden sind.

Technische Daten mini|FF 64 mit beigeklappten Tragflächen Kenngröße DatenGünter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Herford 1977, ISBN 3-920602-18-8, S. 162 und 170. Besatzung 3 Antrieb ein wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Typ Mercedes D IIIR Nennleistung bei 1420/min effektiveLeistung in Bodennähe in 1000 m Höhe in 2000 m Höhe in 4000 m Höhe in 6000 m Höhe Bewaffnung ein bewegliches 7,9-mm-Parabellum-MG

Weitere Daten sind nicht bekannt.

Literatur Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge. Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3. Siegfried Borzutzki: Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH. Markus Burbach, Berlin-Königswinter 1993, ISBN 3-927513-60-1. Volker Koos: Luftfahrt zwischen Ostsee und Breitling. Der See- und Landflugplatz Warnemünde 1914–1945. Transpress, Berlin 1990, ISBN 3-344-00480-8.

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Einzelnachweise

Kategorie:Flugzeugtyp (Kaiserliche Marine) Kategorie:C-Flugzeugtyp der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schwimmerflugzeug Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1918