Anna Verwey, auch Anna Verweij-Verschuure (* 12. August 1935 in Rotterdam; † 15. August 1980 ebenda) war eine Pionierin der niederländischen Textilkunst.Anna. In: Gemeente Museum Den Haag, archiviert vom Original 22. März 2015, abgerufen am 5. März 2024 (englisch).
Leben und Werk Anna Verwey wurde 1935 in Rotterdam geboren. Sie besuchte von 1955 bis 1957 die „Academie voor Beeldende Kunsten Rotterdam“ (Akademie der Schönen Künste in Rotterdam, heutiger Name Willem de Kooning Academie).Anna (1935-1980). Biografische Daten und Werke im Niederländischen Institut für Kunstgeschichte (niederländisch) Nachdem sie die Kunstschule verlassen hatte, begann sie, mit Materialien und Techniken zu experimentieren und nannte sich ab 1958 nur noch „Anna“. Aus Resten fertigte sie zunächst Schmuck und kleine abstrakte Wandbehänge aus grob zusammengenähten Kleidungsresten, Jute und Fäden, bevor sie ab den 1960er Jahren zur Gestaltung großer, farbenprächtiger Wandbehänge überging. Diese Wandteppiche gestaltete sie mit dreidimensionalen, organischen Formen aus überwiegend künstlichen Materialien wie Nylon, Viskose und Kunststoff.Anna. In: Museum Boijmans Van Beuningen. Abgerufen am 5. März 2024Anna Pieternella Verwey-Verschuure. In: Beeldend BeNeLux Elektronisch (Lexicon). Abgerufen am 5. März 2024
Ab den 1960er Jahren wurden Anna Verweys textilen Arbeiten immer detailliereicher und nahmen einen konzeptionelleren Charakter an. Mit ihren Arbeiten hob sie die Grenze von bildender Kunst zu angewandter Kunst auf. Sie schuf nichtfigurative, abstrakte Werke. Zu ihren Werkstoffen gehörten unter anderem Baumwolle, Jute, Kunstseide, Seide, Schaumstoff, Velours, Flanell und Kunststoff, die sie experimentell einsetzte. Sie bestickte Stoffe, brachte Applikation an, schnitt und verhäkelte Materialien. In ihren Entwurfszeichnungen für Blumenfelder nach Kompositionen von Piet Mondriaan spiegelte sich ihre Naturverbundenheit wider.
1969 heiratete sie den niederländischen Maler und Zeichner Hans Verweij (1928–2011). Mitte 1978 erkrankte Anna Verwey schwer. In ihren Arbeiten aus dieser Zeit bis zu ihrem Tod nahm das Thema „Verwandlungen“ und der Übergang zwischen Leben und Tod eine zentrale Rolle ein. Sie fertigte Silhouetten weiblicher Figuren an, die ihrem eigenen Körper nachempfunden waren. Zwischen 1978 und 1980 entstand ein großer Teil ihres Oeuvres und auch ihre wichtigsten Ausstellungen fanden in dieser Zeit statt. Sie starb 1980 in Amsterdam.
Werke von ihr befinden sich unter anderem im Kunstmuseum Den Haag, dem Textielmuseum Tilburg und dem Museum Boijmans Van Beuningen.
Ausstellungen (Auswahl) 1958: Expo 58, Brüssel 1960: Kunstkring Rotterdam 1965: Anna Verwey-Verschuure, Soloausstellung, Schloss Zeist 1966: Kunstkring Rotterdam 1966: Atelier 3, Stedelijk Museum Amsterdam 1969: Nederlandse Beeldhouwkunst 1964-1969, Centraal Museum Utrecht 1971: Frans Hals Museum, Haarlem 1973: Ausstellungssaal De Doelen, Rotterdam 1974: De Hallen Haarlem, Frans Hals Museum 1975: Internationale Biennale de la Tapisserie, Centre International de la Tapisserie Ancienne et Moderne, Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne 1978: Stofwisselingen, De Hallen Haarlem, Frans Hals Museum 1979: Anna: textielwerken 1977-1979, Soloausstellung, Stedelijk Museum, Amsterdam 1979: Textiel in Progress 4e periode, Rotterdamse Kunststichting Rotterdam 1979: Textiel in Progress 7e periode, Rotterdamse Kunststichting Rotterdam 1984: Anna Verwey, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam 1986: Nederlands Textielmuseum, Tilburg 1992: Aanwinsten 1985-1992, Stedelijk Museum Amsterdam 1993: Textielcollectie: keuze uit de collectie toegepaste kunst, Stedelijk Museum Amsterdam 2004: Tracer: zes curatoren over de kunst in Rotterdam, TENT.Centrum Beeldende Kunst, Rotterdam 2007: Anna. Kunstmuseum Den Haag 2019: Black & White – symboliek in Kunst & Design, Nederlands Textielmuseum, TilburgBlack & White – symboliek in Kunst & Design. In: Nederlands Textielmuseum. Abgerufen am 5. März 2024 2020: Rode draden – oude en nieuwe verhalen in kunst en design, Nederlands Textielmuseum, TilburgCommon threads – old and new stories in art and design. In: Nederlands Textielmuseum. Abgerufen am 5. März 2024
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Einzelnachweise
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