mini|Davide Ghiotto – hier abgebildet bei einem Weltcuprennen 2022 – gehörte mit zwei Weltmeistertiteln zu den erfolgreichsten WM-Teilnehmern. Die 23. Eisschnelllauf-Einzelstreckenweltmeisterschaften wurden vom 15. bis zum 18. Februar 2024 im Olympic Oval im kanadischen Calgary ausgetragen. Die Weltmeisterschaften fanden gegen Ende der Saison 2023/24 statt, zwei Wochen nach dem Weltcupfinale, aber drei Wochen vor der Mehrkampf- und Sprintweltmeisterschaft in Inzell.
Im Rahmen der Weltmeisterschaften wurden insgesamt 16 Weltmeistertitel vergeben, 12 davon in Einzelrennen und 4 in Mannschaftswettkämpfen. In sechs Rennen siegten Athleten aus den Niederlanden, die damit den Medaillenspiegel anführten. Erfolgreichste Teilnehmerin war die Niederländerin Irene Schouten, die über 3000 Meter, im Massenstart sowie in der Teamverfolgung Weltmeisterin wurde und außerdem die Silbermedaille über 5000 Meter gewann. Der US-Amerikaner Jordan Stolz verteidigte seine drei Titel über 500 Meter, 1000 Meter und 1500 Meter, die er bei der WM im Vorjahr errungen hatte. Miho Takagi, Joy Beune und Davide Ghiotto gewannen in Calgary zwei Weltmeistertitel.
Den einzigen Weltrekord bei der WM liefen die kanadischen Teamsprinter Anders Johnson, Laurent Dubreuil und Antoine Gélinas-Beaulieu, die die Weltbestmarke um 0,14 Sekunden auf 1:17,17 Minuten verbesserten.
Bilanz Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 6 3 4 13 2 3 1 1 5 3 2 6 2 10 4 2 1 – 3 5 2 – 1 3 6 1 – – 1 7 – 3 – 3 8 – 1 3 4 9 – 1 – 1 10 – – 2 2 – – 2 2 12 – – 1 1 Gesamt 16 16 16 48
Medaillengewinner Frauen Distanz Gold Silber Bronze 500 Meter 1000 Meter 1500 Meter 3000 Meter 5000 Meter Massenstart Teamsprint Teamverfolgung
Männer Distanz Gold Silber Bronze 500 Meter 1000 Meter 1500 Meter 5000 Meter 10.000 Meter Massenstart Teamsprint Teamverfolgung
Ergebnisse Frauen 500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Femke Kok 36,83 s 2 Kim Min-sun 37,19 s 3 Kimi Goetz 37,21 s 4 Tian Ruining 37,24 s 5 Erin Jackson 37,25 s 6 Jutta Leerdam 37,42 s 7 Lee Na-hyun 37,49 s 8 Marrit Fledderus 37,61 s 9 Andżelika Wójcik 37,61 s 10 Kurumi Inagawa 37,68 s Datum: 16. Februar 2024Result 500m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 4. März 2024.
Femke Kok lief im letzten von zwölf Paaren eine persönliche Bestzeit von 36,83 Sekunden und verteidigte damit erfolgreich ihren Titel aus dem Vorjahr. Sie war 0,36 Sekunden schneller als die zweitplatzierte Kim Min-sun, die mit Silber ihre erste WM-Medaille überhaupt gewann. Die Bronzemedaille sicherte sich Kimi Goetz mit einer Zeit von 37,21 Sekunden. Tian Ruining und Weltcupsiegerin Erin Jackson verpassten als Vierte und Fünfte das Podest um wenige Hundertstelsekunden.Double gold for Dutch women in Calgary auf isu.org. 16. Februar 2024. Abgerufen am 4. März 2024.
1000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Miho Takagi 1:12,83 min 2 Han Mei 1:13,27 min 3 Jutta Leerdam 1:13,28 min 4 Antoinette Rijpma-de Jong 1:13,61 min 5 Kimi Goetz 1:13,68 min 6 Isabel Grevelt 1:13,92 min 7 Vanessa Herzog 1:14,27 min 8 Kim Min-sun 1:14,38 min 9 Ellia Smeding 1:14,78 min 10 Tian Ruining 1:14,82 min Datum: 17. Februar 2024Result 1000m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 17. Februar 2024.
In der zehnten von zwölf Paarungen liefen die Trainingspartnerinnen Miho Takagi und Han Mei gegeneinander. Takagi, die zuvor im Saisonverlauf vier von sieben 1000-Meter-Weltcuprennen gewonnen hatte, übernahm mit einer Zeit von 1:12,83 Minuten die Führung, Han setzte sich mit 1:13,27 Minuten auf den zweiten Rang. Diese Reihenfolge hatte bis zum Ende des Wettkampfs Bestand. Die Titelverteidigerin Jutta Leerdam lief im letzten Paar zwar anfänglich schneller als Takagi und hatte nach 600 Metern 0,33 Sekunden Vorsprung, konnte das Tempo aber nicht bis ins Ziel halten und fiel auf den dritten Platz zurück. Für Takagi bedeutete ihr Sieg den ersten Weltmeistertitel in einem Einzelrennen, Han gewann zum ersten Mal eine WM-Medaille.Takagi (JPN) fills final gap in trophy cabinet auf isu.org. 17. Februar 2024. Abgerufen am 4. März 2024.
1500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Miho Takagi 1:52,29 min 2 Han Mei 1:52,72 min 3 Joy Beune 1:52,91 min 4 Antoinette Rijpma-de Jong 1:53,27 min 5 Ayano Satō 1:53,29 min 6 Ivanie Blondin 1:53,41 min 7 Kimi Goetz 1:53,98 min 8 Marijke Groenewoud 1:54,59 min 9 Kaitlyn McGregor 1:54,91 min 10 Valérie Maltais 1:54,99 min Datum: 18. Februar 2024Result 1500m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 4. März 2024.
Die Titelverteidigerin Antoinette Rijpma-de Jong lief im achten von zwölf Paaren eine Zeit von 1:53,27 Minuten und führte damit das Rennen vorübergehend an. In der elften Paarung liefen die klar favorisierte Japanerin Miho Takagi und Han Mei aus China, die beide schneller waren als Rijpma-de Jong und am Ende (wie über 1000 Meter) die ersten beiden Plätze belegten. Takagi zeigte sich dennoch nicht mit ihrer Zeit zufrieden: Sie hatte angestrebt, schneller als 1:52 Minuten zu laufen. Die Bronzemedaille gewann Joy Beune, die am gleichen Tag 5000-Meter-Weltmeisterin geworden war.Beune (NED) shocks field with breakthrough 5000m title auf isu.org. 18. Februar 2024. Abgerufen am 4. März 2024.
3000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Irene Schouten 3:57,10 min 2 Isabelle Weidemann 3:58,01 min 3 Martina Sáblíková 3:58,33 min 4 Marijke Groenewoud 3:59,81 min 5 Ragne Wiklund 3:59,84 min 6 Ivanie Blondin 4:03,14 min 7 Han Mei 4:03,73 min 8 Yang Binyu 4:04,86 min 9 Momoka Horikawa 4:06,07 min 10 Valérie Maltais 4:06,17 min Datum: 15. Februar 2024Result 3000m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 3. März 2024.
Im vierten von zehn Paaren lief die Kanadierin Isabelle Weidemann als erste Athletin eine Zeit unter vier Minuten. Die Titelverteidigerin Ragne Wiklund – die im vorherigen Saisonverlauf drei Rennen über 3000 Meter gewonnen hatte, sich bei der WM aber wegen vorheriger Krankheit außer Form fühlteWiklund skal lade opp i Østmarka og på Valle Hovin: – Blir kjempegøy auf dagsavisen.no. 19. Februar 2024. Abgerufen am 3. März 2024. – war langsamer als Weidemann und belegte am Ende den fünften Rang. Am schnellsten war Irene Schouten im letzten Paar mit einer Zeit von 3:57,10 Minuten. Schouten hielt von Beginn ihres Rennens an die Bestzeit und schlug Weidemanns Vorgabe um 0,91 Sekunden. Sie errang damit ihren ersten Weltmeistertitel auf dieser Strecke. Hinter Schouten und Weidemann gewann Martina Sáblíková Bronze. Sáblíková war nach Claudia Pechstein die zweite Eisschnellläuferin, die bei 14 verschiedenen Einzelstreckenweltmeisterschaften das Podest erreichte.Schouten (NED) takes 3000m gold, while Canada celebrates Team Sprint title auf isu.org. 15. Februar 2024. Abgerufen am 3. März 2024.
5000 Meter Platz Name Land Zeit 1 Joy Beune 6:47,72 min 2 Irene Schouten 6:48,98 min 3 Martina Sáblíková 6:51,88 min 4 Ragne Wiklund 6:52,46 min 5 Isabelle Weidemann 6:55,47 min 6 Valérie Maltais 7:02,61 min 7 Yang Binyu 7:03,74 min 8 Laura Lorenzato 7:04,53 min 9 Momoka Horikawa 7:04,57 min 10 Jin Wenjing 7:08,75 min Datum: 18. Februar 2024Result 5000m Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 4. März 2024.
Für das Rennen war die Titelverteidigerin Irene Schouten favorisiert, die zuvor bereits drei Weltmeistertitel in Calgary gewonnen hatte (3000 Meter, Massenstart und Teamverfolgung). In der vierten von sechs Paarungen trat Schouten gegen die zehnfache 5000-Meter-Weltmeisterin Martina Sáblíková an. Mit einer Zeit von 6:48,98 Minuten übernahm sie die Führung, Sáblíková war etwa drei Sekunden langsamer und setzte sich vorübergehend auf den zweiten Rang. Eine Paarung später lief Joy Beune gegen Ragne Wiklund. Beune ging das Rennen schnell an und hatte zwischenzeitlich fünf Sekunden Vorsprung auf Schouten, ehe sie auf den letzten Runden Zeit verlor, aber dennoch einen Vorsprung von 1,26 Sekunden bis ins Ziel behielt. Nach dem Rennen war sie vollkommen entkräftet. Beune gewann (vor Schouten und Sáblíková) ihren ersten Einzelweltmeistertitel.
Massenstart Platz Name Land Punkte Zeit 1 Irene Schouten 60 8:23,71 min 2 Ivanie Blondin 42 8:23,81 min 3 Marijke Groenewoud 21 8:24,00 min 4 Yang Binyu 10 8:24,05 min 5 Laura Peveri 6 8:24,37 min 6 Laura Lorenzato 6 8:44,23 min 7 Ramona Härdi 4 8:28,94 min 8 Mia Manganello 3 8:24,56 min 9 Sandrine Tas 3 8:25,32 min 10 Yuka Takahashi 1 8:26,53 min Datum: 17. Februar 2024Mass Start Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 4. März 2024.
Die zweifache Massenstartweltmeisterin Irene Schouten (die außerdem in den Tagen zuvor schon Weltmeistertitel über 3000 Meter und in der Teamverfolgung gewonnen hatte) stürzte früh im Finale. Sie fand aber wieder in das Feld zurück, weil die anderen Athletinnen nicht mit durchgehend hoher Geschwindigkeit liefen. Die Italienerin Laura Lorenzato griff als einzige Läuferin an und hatte zwischenzeitlich einen deutlichen Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen. Sie gewann zwei der drei Sprintwertungen, wurde aber auf der letzten Runde eingeholt. Im Sprint der Favoritinnen setzte sich Schouten vor Ivanie Blondin und Marijke Groenewoud durch.
Teamsprint Platz Name Land Zeit 1 Carolina HillerMaddison PearmanIvanie Blondin 1:25,14 min 2 Sarah WarrenErin JacksonBrittany Bowe 1:26,04 min 3 Andżelika WójcikIga WojtasikKarolina Bosiek 1:26,63 min 4 Marrit FledderusJutta LeerdamAntoinette Rijpma-de Jong 1:26,86 min 5 Inessa SchumekowaAlina DauranowaJekaterina Aidowa 1:27,23 min 6 Josephine HeimerlLea Sophie ScholzMichelle Uhrig 1:29,30 min 7 Lee Na-hyunKim Min-jeeKang Soo-min 1:29,77 min 8 Pei ChongTian RuiningJin Wenjing 1:30,34 min Datum: 15. Februar 2024Result Team Sprint Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 3. März 2024.
Das kanadische Trio um Carolina Hiller, Maddison Pearman und Ivanie Blondin gewann in Calgary die erste Goldmedaille für die Gastgebernation. Silber und Bronze gingen an die Teams aus den Vereinigten Staaten und aus Polen. Die Niederländerinnen, die in der Weltcupwertung gewonnen hatten, wurden Vierte: Antoinette Rijpma-de Jong konnte nicht das Tempo von Marrit Fledderus und Jutta Leerdam mitgehen und dementsprechend über den Großteil des Rennens nicht vom Windschatten ihrer Kolleginnen profitieren.
Teamverfolgung Platz Name Land Zeit 1 Joy BeuneIrene SchoutenMarijke Groenewoud 2:51,20 min 2 Valérie MaltaisIvanie BlondinIsabelle Weidemann 2:54,03 min 3 Momoka HorikawaAyano SatōMiho Takagi 2:54,89 min 4 Brittany BoweMia ManganelloGiorgia Birkeland 2:57,80 min 5 Han MeiYang BinyuJin Wenjing 2:59,57 min 6 Lea Sophie ScholzJosephine SchlörbJosie Hofmann 2:59,72 min 7 Natalia JabrzykKarolina BosiekMagdalena Czyszczon 3:00,58 min 8 Jasmin GüntertKaitlyn McGregorRamona Härdi 3:00,86 min Datum: 16. Februar 2024Result Team Pursuit Women auf isuresults.eu. Abgerufen am 4. März 2024.
Ein Jahr nach ihrer Disqualifikation bei der WM 2023 gewannen die Niederländerinnen Joy Beune, Irene Schouten und Marijke Groenewoud den Weltmeistertitel in der Teamverfolgung. In der ersten Paarung lief das Trio einen nationalen Rekord von 2:51,20 Minuten. Alle nachfolgenden Mannschaften hatten mehrere Sekunden Rückstand. Kanada gewann Silber und Japan Bronze. Für Beune – die das niederländische Team über die gesamte Distanz anführte – war es der erste WM-Titel, Schouten und Groenewoud hatten jeweils schon mehrere Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften gewonnen.
Männer 500 Meter Platz Name Land Zeit 1 Jordan Stolz 33,69 s 2 Laurent Dubreuil 33,95 s 3 Damian Żurek 34,11 s 4 Wataru Morishige 34,26 s 5 Bjørn Magnussen 34,28 s 6 Stefan Westenbroek 34,41 s 7 Cho Sang-hyeok 34,45 s 8 Kim Jun-ho 34,49 s 9 Yuma Murakami 34,55 s 10 Håvard Holmefjord Lorentzen 34,55 s Datum: 16. Februar 2024Result 500m Men auf isuresults.eu. Abgerufen am 4. März 2024.