Hephaistion von Theben (; geboren am 26. November 380 in AlexandriaEntsprechend Hephaistions eigenem Horoskop in Apotelesmatika II, 2, 23. Vgl. David Pingree: Hephaestionis Thebani Apotelesmaticorum libri tres. Bd. 2. Teubner, Leipzig 1974, S. 429; Robert Hand: Hephaistio of Thebes : Apotelesmatics, Book I. 1994, S. iii f.) war ein spätantiker hellenistischer Astrologe.

Über sein Leben wissen wir weiter nichts. Seine Bedeutung liegt darin, dass von ihm unter dem Titel Apotelesmatika (, „Wirkungen“) ein astrologisches Kompendium in drei Büchern überliefert ist, in dem er die Lehren des Ptolemäus und des Dorotheos von Sidon zusammenfasst und in Einklang zu bringen sucht. Gegenstand von Buch I sind dabei die Grundlagen, Buch II behandelt die Genethlialogie und Buch III die Katarchai (), also den richtigen Zeitpunkt zum Beginn einer Tätigkeit.

Die Apotelesmatika des Hephaistion sind neben dem Tetrabiblos des Ptolemäus von Umfang und Qualität der Überlieferung her unsere wichtigste Quelle für die hellenistische Astrologie. Dabei ist Hephaistion kein selbständiger Autor und gerade deshalb wertvoll, da er Ptolemäus seitenweise ab- und ausschreibt und so oft zur Klärung von Unklarheiten bei Ptolemäus beitragen kann. Was Dorotheos betrifft, dessen astrologisches Lehrgedicht nur fragmentarisch und in Übersetzungen von Übersetzungen überliefert ist, so ist Hephaistion die wichtigste Quelle. Neben seinen beiden Hauptquellen Ptolemäus und Dorotheos zitiert Hephaistion auch noch eine ganze Reihe teilweise sonst nur wenig überlieferter anderer Autoren, namentlich: Anubion (II, 5, 5) Antigonos von Nikaia (II, 1, 8; II, 18, 21–76) Antiochos von Athen (II, 1, 5; II, 10, 9; II, 10, 29) Apollinaris (II, 10, 9; II, 10, 29) Hipparchos von Nicäa (I, 1, 7, I, 1, 162) Kritodamos (II, 10, 41) Manetho (II, 4, 27; II, 11, 125) Nechepso (II, 11, 25; II, 18, 21; II, 18, 72; II, 21, 26) Odapsos (I, 1, 65; I, 1, 123; I, 1, 163; I, 1, 221) Pancharios (II, 11, 8; II, 11, 26; II, 11, 46; II, 11, 63; II, 11, 83) Petosiris (II, 1, 2; II, 11, 2; II, 18, 21; II, 22, 8; III, 10, 5) Porphyrios (II, 10, 23; II, 18, 15) Protagoras von Nikaia (III, 30, 37) Thrasyllos (II, 11, 57; II, 23, 13)

Der Text ist sowohl in einer vollständigen Fassung als auch in vier Auszügen (Epitome) überliefert. Pingrees Edition enthält in Band 2 auch die Auszüge.

Ausgaben Erste Textausgabe: August Engelbrecht: Hephaistion von Theben und sein astrologisches Compendium. Ein Beitrag zur Geschichte der griechischen Astrologie. Carl Konegen, Wien 1887, . Kritische Ausgabe: David Pingree: Hephaestionis Thebani Apotelesmaticorum libri tres. 2 Bde. Teubner, Leipzig 1973/1974. Englische Übersetzung von I und II: Robert Schmidt (Übers.), Robert Hand (Einl.): Hephaistio of Thebes : Apotelesmatics, Book I. The Golden Hind Press, 1994. Hephaistio of Thebes : Apotelesmatics, Book II. The Golden Hind Press, 1998. Englische Übersetzung von III: Eduardo Gramaglia (Übers.), Benjamin Dykes (Hrsg.): Hephaistion of Thebes, Apotelesmatics: Book III: On Inceptions. Cazimi Press, Minneapolis, MN, 2013, ISBN 978-1-934586-40-2.

Literatur

Chris Brennan: Hellenistic Astrology: The Study of Fate and Fortune. Amor Fati Publications, 2017, ISBN 978-0-9985889-0-2, S. 116f. Wilhelm Gundel, Hans Georg Gundel: Astrologumena : Die astrologische Literatur in der Antike und ihre Geschichte (= Sudhoffs Archiv. Beihefte. Band 6). Steiner, Wiesbaden 1966, S. 241–244.

Alexander Jones: Hephaistiōn of Egyptian Thēbai. In: Paul T. Keyser, Georgia L. Irby-Massie: The Encyclopedia of Ancient Natural Scientists Routledge, Abingdon, Oxon & New York, NY 2008, S. 365. Miroslav Marcovich: Hephaestion, ‘Apotelesmatica,’ Book I. In: Illinois Classical Studies. Band 1, 1976, S. 59–4. Herbert Jennings Rose: Hephaestion of Thebes and Christianity. In: Harvard Theological Review 33, 1940, S. 65–68.

Weblinks Hepaistio of Thebes, Biographie von Chris Brennan

Einzelnachweise

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