mini|Evangelische Kirche in Münster Die Evangelische Kirche steht in Münster, einem Ortsteil der Stadt Creglingen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Verbundkirchengemeinde Herrgottstal und Rimbachtal gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte Die evangelische Kirche Münsters, „allen Heiligen“ geweiht, ist die Urkirche des gesamten Umlandes und wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Das Patronat hatte Hohenlohe als würzburgisches Lehen. 1541 wurde die Allerheiligenkirche evangelische Pfarrkirche. Im 18. Jahrhundert wurden Kirche und Turm für den notwendigen Einbau einer zweiten Emporen-Etage um ein Stockwerk erhöht. Ein frühgotisches Bogenfries über der ersten Fensterreihe bildet den Abschluss zum ursprünglichen Dach. Der Friedhof befand sich bis 1837 an der Kirche und wurde dann ausgelagert.

Baubeschreibung Die im 13. Jahrhundert erbaute Saalkirche besteht aus einem Langhaus und einem spätromanischen Chorturm auf quadratischem Grundriss im Osten, der mit einem Pyramidendach bedeckt ist. Sein oberstes, im 18. Jahrhundert aufgesetztes Holzgeschoss enthält die Turmuhr. Im Geschoss darunter ist hinter den als Biforien gestalteten Klangarkaden der Glockenstuhl untergebracht. Die geteilten rundbogigen Schallfenster haben an ihren Säulen attische Füßchen mit Eckknollen, ihre Kapitelle sich aufrollende Blätter, die meist in kleinen Köpfen enden. Der Turmchor ist kreuzrippengewölbt und öffnet sich zum Kirchenschiff mit einem romanischen Chorbogen. Rings um das ganze Gebäude läuft noch der alte, überall freigelegte romanische Sockel, und oben unter dem Dach ein Diamantstab, darunter ein Spitzbogenfries. Über dem Hauptportal befindet sich ein Rundbogenfenster mit schöner Rosette, auch von Diamantstäben gesäumt, auf der Nordwestseite des Turms neben einem Turmfenster die Darstellung einer keltischen Kultfigur, die vermutlich der Dämonenabwehr dienen sollte. Eine andere Maske findet man über dem Doppelfenster an der Südseite des Turmes. An der Südwand sind noch mehrere in die Mauer eingelassene Grabplatten aus dem 18. Jahrhundert erhalten.

Ausstattung Wandmalerei: Der Chor besitzt ein gotisches Kreuzrippengewölbe. Die darin teilweise erhaltenen Fresken (zwei sitzende und schreibende Engel mit Nimbus, dazwischen Schriftbänder und Sterne) und ein Weihekreuz an der Südseite des Schiffes sind aus vorreformatorischer Zeit um 1400.Katalog der Wandmalereien in den Kirchen und Kapellen Baden-Württemberg’s von der ottonischen Zeit bis zur Renaissance, von Dipl.-Ing. Klaus Klünder und Christa Regina Klünder

Kanzel: Die im Renaissancestil errichtete Kanzel stammt aus dem Jahre 1585 und trägt die Umschrift: „Des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit 1585“.

Altar: Der Barockaltar der Allerheiligenkirche wurde in der Werkstatt des Künzelsauer Meisters Johann Andreas Sommer im Jahr 1746 gefertigt. Der Stipes ist mit Pilastern gegliedert. Zwei schwungvolle Engel mit Hostie und Kelch flankieren am Altaraufbau das Kreuz. Ein Altargitter, worin das Taufbecken eingearbeitet ist, umgibt ihn.

Literatur

Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003, Seite 57–59.

Einzelnachweise

Weblinks

Webauftritt der Verbundkirchengemeinde Herrgottstal-Rimbachtal auf der Website des Kirchenbezirks Hohenlohe Historische Ortsanalyse - Denkmalpflegerischer Werteplan Creglingen-Münster

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