mini|Sam Pollard (2011) Samuel „Sam“ D. Pollard (* in New York City) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Filmeditor, Filmproduzent und Drehbuchautor. Als Filmeditor arbeitete er unter anderem an Filmen des Regisseurs Spike Lee. Als Regisseur inszenierte Pollard Dokumentarfilme und Dokumentarserien insbesondere zu Themen der Geschichte der Afroamerikaner.
Leben Sam Pollard wurde um das Jahr 1950 im New Yorker Stadtteil Harlem geboren.Nathan Hughes: Sam Pollard: An Awe-Inspiring Figure Chronicling the Black Experience. In: coopersquared.com vom 12. Mai 2021.Nicolas Rapold: The Filmmaker as Historian: Sam Pollard and ‘MLK/FBI’. In: nytimes.com vom 15. Januar 2021. Sein Studium am Baruch College mit Schwerpunkt Marketing schloss er 1973 ab.Nanette Maxim: Documenting the Gray Areas: Filmmaker Sam Pollard (’73). In: baruch.cuny.edu vom 14. Dezember 2021.
Er nahm von 1972 bis 1973 an einem vom New Yorker Fernsehsender WNET gesponserten Film- und Fernsehworkshop teil, bei dem verschiedene Aspekte der Filmproduktion vorgestellt wurden.Tracie Lewis: The Avid Excellence in Editing Award: Sam Pollard. In: documentary.org vom 20. März 2009. Pollard interessierte sich dabei vor allem für den Filmschnitt und konnte kurz darauf bei der Produktion von Bill Gunns Horrorfilm Ganja & Hess unter Filmeditor Victor Kanefsky arbeiten, der zu seinem Mentor wurde. Pollard arbeitete fast drei Jahre als Kanefskys Assistent. Später arbeitete Pollard als Assistent für den Filmeditor George Bowers. Der Filmemacher St. Clair Bourne ermutigte ihn, durch seine Arbeit die Verbreitung afroamerikanischer Geschichten zu unterstützen.
Ab Ende der 1970er Jahre war Pollard als eigenständiger Filmeditor tätig. 1990 schnitt Pollard Spike Lees Filmdrama Mo’ Better Blues. Später schnitt Pollard weitere Filme Lees wie Jungle Fever, Clockers, Girl 6, Vier kleine Mädchen und It’s Showtime. Bei der Oscarverleihung 1998 waren Lee und Pollard für ihre Arbeit am Dokumentarfilm Vier kleine Mädchen für den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.The 70th Academy Awards 1998. In: oscars.org, abgerufen am 3. März 2024.
1990 inszenierte er als Regisseur gemeinsam mit Sheila Curran Bernard zwei Episoden der Dokumentarfilmserie Eyes on the Prize. Seit Anfang der 2010er Jahre drehte Pollard zahlreiche Dokumentarfilme und Dokumentarserien. In seinen Filmen dokumentierte Pollard Themen wie die Sklaverei, Rassismus in den Vereinigten Staaten, die Bürgerrechtsbewegung oder der Geschichte der afroamerikanischen Musik. Er schuf Dokumentarfilme über Sammy Davis, Jr., Maynard Jackson, Martin Luther King, Bill Russell und Max Roach. Parallel übernahm er Aufgaben als Filmproduzent. Für zahlreiche weitere Film- und Serienproduktionen fungierte Pollard als Executive Producer oder Consulting Producer. Die International Documentary Association zeichnete Pollard 2020 mit dem Career Achievement Award für sein Werk aus.Career Achievement Award: Sam Pollard. In: documentary.org, abgerufen am 3. März 2024.Dave McNary: International Documentary Association to Honor Sam Pollard With Career Achievement Award. In: variety.com vom 10. November 2020.
Seit 1994 unterrichtet Pollard Filmwissenschaften an der Tisch School of the Arts der New York University. Er ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Im Jahr 2022 gründete er mit Alisa Payne und Geeta Gandbhir Message Pictures, eine eigene Produktionsfirma.
Pollard ist mit Joyce Vaughn verheiratet.Tracie Lewis: IDA Career Achievement Award: Sam Pollard, Chronicler of the African American Experience. In: documentary.org vom 5. Januar 2021. Sein Sohn Jason Pollard ist ebenfalls als Filmeditor tätig.Jason L. Pollard. In: tisch.nyu.edu, abgerufen am 3. März 2024.
Filmografie (Auswahl) Filmeditor
Regisseur
Produzent
Drehbuchautor
Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl) 1989: Daytime Emmy Award in der Kategorie Outstanding Achievement in Film Editing für den Schnitt von 3-2-1 Contact (mit Harvey Greenstein, Grace Tankersley) 1998: Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für die Produktion von Vier kleine Mädchen (mit Spike Lee) 1997: Golden Satellite Award in der Kategorie Bester Dokumentarfilm für die Produktion von Vier kleine Mädchen (mit Spike Lee) 2007: Primetime Emmy Award in der Kategorie Exceptional Merit in Nonfiction Filmmaking für Als die Deiche brachen: Ein Requiem in vier Akten (mit Spike Lee, Sheila Nevins, Jacqueline Glover) 2007: Primetime Emmy Award in der Kategorie Outstanding Picture Editing for Nonfiction Programming für den Schnitt von Als die Deiche brachen: Ein Requiem in vier Akten (mit Geeta Gandbhir, Nancy Novack) 2010: Primetime Emmy Award in der Kategorie Outstanding Picture Editing for Nonfiction Programming für den Schnitt von By the People: The Election of Barack Obama (mit Geeta Gandbhir, Arielle Amsalem) 2018: Atlanta Film Festival – Gewinner des Audience Awards für die Regie von Maynard 2018: Austin Gay & Lesbian International Film Festival – Gewinner des aGLIFF Awards für den Besten Dokumentarfilm für die Regie von Mr. Soul! (mit Melissa Haizlip) 2020: International Documentary Association Career Achievement Award
Weblinks
Einzelnachweise
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