Ubei jewo! (, wiss. Transliteration ), „Töte ihn!“ bzw. „Wenn dir dein Haus lieb ist“, ist ein russisches Gedicht von Konstantin Simonow. Es entstand, nachdem das NS-Regime während des Großen Vaterländischen Krieges die Sowjetunion überfallen hatte, und beschreibt die Misshandlung eines alten Elternpaars, die Ermordung eines Lehrers und die Vergewaltigung einer jungen Frau durch Wehrmachtssoldaten.

Kurzeinführung Das Gedicht wurde erstmals am 18. Juli 1942 in der sowjetischen Militärzeitung Roter Stern (Krasnaja Swesda) gedruckt.Оригинал Константина Симонова "Убей его!" (Foto) Der sowjetische Dichter Simonow hatte mit diesem Gedicht die russischen Menschen zum Töten von Deutschen (Wehrmachtssoldaten) aufgerufen: „So töte wenigstens einen! So töte ihn möglichst bald! Sooft du ihn siehst, sooft töte ihn auch!“Evgeny Dobrenko, S. 118 f. lauteten seine Zeilen.

Es wurde im Juli 1942 geschrieben und einen Tag nach Beginn der Schlacht um Stalingrad – d. h. dem 18. Juli 1942 – in der Zeitung Roter Stern veröffentlicht. Der Satz „Töte ihn!“ aus Simonows Gedicht und Ilja Ehrenburgs wenig später verfasster journalistischer Artikel Töte! (убей!)Убей - Text wurden zu den bekanntesten sowjetischen Militärparolen während des Großen Vaterländischen Krieges. Ein anderer Schriftsteller, der sich um die Wiederaufrichtung der Moral sehr verdient machte, war der „Soldatendichter“ Alexei Surkowrussisch Алексей Александрович Сурков mit seinem Gedicht Ich hassevgl. В грозные дни войны. «Стихи о ненависти» usw. Nach eigenem Bekunden schrieb Konstantin Simonow sein Gedicht Töte ihn! an einem einzigen Tag im Sommer 1942, als er an der Front war – an der Wolga, „auf die sich die Deutschen zubewegten.“

Nachklang Nach dem Taurus-Abhörfall im März 2024, als vier deutsche Luftwaffenoffiziere abgehört wurden, während sie den eventuellen Einsatz deutscher Taurus-Marschflugkörper gegen die Krim-Brücke im Krieg Russlands gegen die Ukraine besprachen, reagierte der ehemalige Ministerpräsident Russlands Dmitri Medwedew mit den Worten: „Wie soll man darauf diplomatisch reagieren? Ich weiß es nicht.“ Er bezeichnete Deutschlands Beteuerungen, nicht am Krieg beteiligt zu sein, als verlogene Rhetorik, zitierte Simonows Gedicht und schloss mit einer Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg: „Und wieder wurde der Ruf aus der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges relevant. Tod den Deutsch-faschistischen Besatzern!“Abhörskandal bei der Bundeswehr: Verteidigungsministerium bestätigt Echtheit der Aufnahmen. In: Frankfurter Rundschau, 2. März 2024

Literatur Ортенберг Давид. Год 1942: Рассказ-хроника / Предисл. Л. Лазарева. — М.: Политиздат 1988 – Online. Evgeny Dobrenko: Die Kunst des Hasses. Der »edle Zorn« und Gewalt in der sowjetischen Kultur der Kriegszeit. In: Susi K. Frank (Hg.): Bildformeln: Visuelle Erinnerungskulturen in Osteuropa. transcript Verlag, Bielefeld 2018, S. 109–134 (Online-Teilansicht) – mit einer angestrebten sinngetreuen Übersetzung des Gedichts. Theresa Spangl: Der Zweite Weltkrieg in der russischen Literatur Aspekte sowjetischer Kriegsliteratur am Beispiel der Werke Vasilij Grossmans und Viktor Nekrasovs. Wien 2013 (Online).

Weblinks Оригинал Константина Симонова "Убей его!" Конcтантин Симонов Убей его! (Если дорог тебе твой дом) – Konstantin Simonow trägt das Gedicht "Töte ihn!" vor Убей его (Если дорог тебе твой дом) Rußland im Krieg, Der Spiegel 30/1965 (20. Juli 1965)

Belege und Fußnoten

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