Märchen im Grand Hotel ist eine Jazzoperette in zwei Akten, mit Vor- und Nachspiel von Paul Abraham (1934).

Entstehung Die Handlung der Operette basiert auf der Komödie Die Großherzogin und der Kellner von Alfred Savoir, einem der wichtigsten französischen Komödienautoren seiner Zeit. Das Libretto stammt von Alfred Grünwald und Fritz Löhner-Beda. Die Uraufführung des Stücks fand am 29. März 1934 im Theater an der Wien statt. Aus der Erfolgskomödie Savoirs schufen die österreichischen Librettisten eine Parodie auf das Genre der Operette, die Statusunterschiede und Identitätsveränderungen parodierte, die zu Konflikten zwischen Menschen führen.

Jenő Heltai und Imre Harmath übersetzten das Libretto ins Ungarische; diese Fassung wurde am 28. März 1936 im Budapester Kammertheater erstaufgeführt. Eine Aufführung war in den 1930er Jahren in Deutschland nicht mehr möglich gewesen. Die Operette erinnerte an den frechen und unbeschwerten Geist der Weimarer Ära und an den Stil zweier vorangehender Abraham-Operetten (Die Blume von Hawaii und Ball im Savoy).

Am 17. Dezember 2017 brachte die Komische Oper Berlin die Operette in konzertanter Form zur deutschen Erstaufführung. Die Partitur der Urfassung wurde von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger rekonstruiert. Die Berliner Aufführung wurde von Barrie Kosky inszeniert, die musikalische Leitung übernahm Adam Benzwi.

Am 25. November 2018 kam die Operette im Staatstheater Mainz in vollszenischer Form auf die Bühne (Inszenierung: Peter Jordan und Leonhard Koppelmann, Dirigent: Samuel Hogarth).

Stil Das Werk ist musikalisch äußerst vielfältig und spiegelt den modernen Musikgeschmack seiner Zeit wider. Zusätzlich zum Walzer sorgen Foxtrotts und Tangos für Farbe und erinnern in Klang und Orchestrierung an den Stil von George Gershwin.

Die Operette zeigt musikalisch einen „bunten Mix aus Swing, Walzer, Tango, Charleston, Jazz und ungarischem Kolorit“ und ist szenisch eine „Mischung von Hollywood, Hochadel und Hotelambiente, die gekonnt mit den Klischees des Genres spielt.“

Besetzung der Uraufführung Zum ersten Mal zu erleben war Märchen im Grand Hotel in Wien 1934 im Theater an der Wien in einer Öffentlichen Generalprobe am 28. März; die Premiere folgte am 29. März. Es spielte das Ensemble des Theaters in der Josefstadt (Direktion: Max Reinhardt) unter der Regie von Otto Ludwig Preminger; der Komponist Paul Abraham dirigierte.Plakat der „Welturaufführung“ in einer Ausstellung im Kongress & Theaterhaus Bad Ischl (Gang-Foyer), Titel: Immer nur lächeln ... Die großen Librettisten Fritz Löhner-Beda, Ludwig Herzer und Alfred Grünwald, Kuratorin: Marie-Theres Arnbom, Vernissage: 6. Juli 2024. Die Besetzung: Liane Haid, Jacob Feldhammer, Tibor von Halmay, Oskar Karlweis, Benno Smytt, Alfred Neugebauer, Wilhelm Schich, Rosy Barsony u. a.; spätere Umbesetzung: Rita Georg, Robert Valberg und Hans Unterkircher. Orchesterbesetzung Klarinette (auch Bassklarinette), Fagott, zwei Trompeten, Posaune, Harfe, Banjo (auch Tenor-Gitarre), zwei Klaviere, Percussion (Pauken, Xylophon, Marimbaphon, Glockenspiel, Holztrommeln), Jazz-Schlagzeug, Streicher (Violine I und II, Cello, Bass).

Rezeption 90 Jahre nach der Uraufführung standen zwei Inszenierungen auf den Spielplänen: Theater Duisburg, Premiere: 8. Mai 2024, Regie: Michaela Dicu, Musikalische Leitung: Stefan Klingele. Lehár Festival Bad Ischl, Premiere: 6. Juli 2024, Regie: Thomas Enzinger, Musikalische Leitung: Christoph Huber.

Literatur Klaus Waller: Paul Abraham: Der tragische König der Operette. Eine Biographie. Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7431-4328-9, mit einem Beitrag von Henning Hagedorn: Zwischen Skizzenheften und Zentralpartituren, S. 193 ff.

Weblinks buehnenlichter.de YouTube: Paul Abraham: Märchen im Grand-Hotel (DLF Kultur 2017) Operetten Lexikon

Einzelnachweise

Kategorie:Operettentitel Kategorie:Operette aus dem 20. Jahrhundert Kategorie:Paul Abraham Kategorie:Alfred Grünwald Kategorie:Fritz Löhner-Beda Kategorie:Musik 1934